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Personal fehlt: In Fürth bleiben Gelbe Säcke liegen

Weil es an Mitarbeitern mangelt oder sie erkrankt sind, stockt zeitweise die Müllabfuhr - 09.05.2019 16:00 Uhr

Zwar stapeln sich die Gelben Säcke ín Fürth normalerweise nicht so hoch, wie auf diesem Bild – dennoch ist es ärgerlich, wenn sie auf dem Gehweg liegen bleiben. © Hans-Joachim Winckler


Den Unmut vieler Bürger über die unschönen Hinterlassenschaften bekommt auch die städtische Abfallwirtschaft zu spüren. Indes, sie ist der falsche Ansprechpartner.

"Die städtische Abfallentsorgung ist nur für die Restmüll-, Bio- und Papiertonnen zuständig", erklärt Bernhard Maid. Die Gelben Säcke zu entleeren, so der Abfallberater der städtischen Abfallentsorgung, fällt nicht in den Bereich der Kommune. Denn in den Säcken landet Verpackungsmüll, den die Hersteller wieder zurücknehmen müssen. Kommunen beauftragen dafür Privatunternehmen; in Fürth ist die Firma Veolia zuständig.

Die habe, so erklärt Maid, momentan jedoch große Schwierigkeiten, geeignetes Personal, etwa Fahrer, zu finden. Zudem fallen Mitarbeiter durch Krankheit aus. Ein Problem, das auch die städtische Abfallwirtschaft beschäftigt. Bemerkbar machen sich die fehlenden Mitarbeiter dort etwa beim Thema Altkleidercontainer. Aus sämtlichen Stadtteilen, beklagt Maid, häufen sich inzwischen die Klagen der Anwohner. Beinahe überall, so der Vorwurf, seien die Container gestopft voll; teilweise lagerten sich Tüten schon daneben an. Drei städtische Mitarbeiter sind eigentlich für die Entleerung der Sammelstellen zuständig, einer sei jedoch krank, einer im Urlaub. Auch Fahrer, so Maid, fehlten.

Veolia allerdings kämpft mit einem weiteren Problem. Noch immer muss das Entsorgungsunternehmen auf seinen Betrieb am Fürther Hafen verzichten. Dort war, wie berichtet, im vergangenen August ein verheerendes Feuer ausgebrochen, das sich schnell ausbreitete und auf eine angrenzende Halle übergriff. Noch immer kann das Unternehmen den Standort nicht nutzen – auch, weil dieser nun komplett saniert werden soll. Ende 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Fürther Abfall muss Veolia deshalb nach Nürnberg-Großreuth bringen, wo das Unternehmen einen weiteren Standort hat. Weil dabei viel Zeit auf der Strecke bleibt, ist es oft nicht möglich, noch eine zweite Tour pro Tag zu fahren, erklärt Maid. Bei Veolia war trotz mehrfacher Nachfrage der FN niemand zu erreichen.

Damit das Abholen des Mülls dennoch möglichst reibungslos klappt, appelliert Maid an die Fürther, am Abfuhrtag ihre Säcke bis spätestens 6.30 Uhr hinauszustellen. Denn selbst wenn die Müllabfuhr normalerweise später kommt, sei es nie auszuschließen, dass die Säcke nicht doch schon früher eingesammelt werden. "Wenn wir noch mal losfahren müssen, weil bei vielen Bürgern die Säcke liegengeblieben sind, verlieren wir viel Zeit", sagt Maid.

Davon, die Gelben Säcke durch Tonnen zu ersetzen – wie man sich das in Nürnberg wünscht – hält Maid wenig. Er sieht den Vorteil der Säcke darin, dass sie zum Lagern wenig Platz brauchen. Für Mehrfamilienhäuser mit Höfen als Stellplatz könne man bereits Tonnen beantragen.

Gwendolyn Kuhn

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