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Sonntag, 20.10.2019

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Paisley und Fürth: Ziemlich beste Freunde seit 50 Jahren

Städtepartnerschaft feiert Jubiläum - 21.05.2019 21:00 Uhr

Zum Partnerschaftsjubiläum und in Gedenken an die bedeutende Web-Tradition von Paisley ließ Provost Lorraine Cameron einen Fürth-Tartan, ein schottisches Karomuster in den Farben der Kleeblattstadt und von Renfrewshire, gestalten und überreichte es ihrem Fürther Amtskollegen Thomas Jung. © Hilde Langfeld


Während Nürnberg eine Verbindung mit dem größeren Glasgow eingegangen ist, hat Fürth in der Nachbarschaft der schottischen Metropole Freunde gefunden. Seit 1969 besteht die Partnerschaft mit Paisley. Damit verbunden ist ein reger Austausch, insbesondere von Schulklassen sowie Vereinen und Organisationen. Dass Paisley 1996 im Zuge der Gebietsreform in die Kommune Renfrewshire Distrikt aufging, konnte der Freundschaft nichts anhaben.

Es handelt sich schließlich um die älteste der Fürther Städtepartnerschaften. Erst 1992 folgte die Beziehung mit Limoges in Frankreich, 1995 mit Marmaris in der Türkei und 2001 schließlich mit Xylokastro in Griechenland. Die 1987 eingegangene Partnerschaft mit Bijeljina in Ex-Jugoslawien ist dem Bürgerkrieg zum Opfer gefallen.

Zur Feier der Städtepartnerschaft haben Kommunalpolitiker aus Paisley nun eine Delegation aus Fürth eingeladen. Mit dabei war Annette Sand, die vor 50 Jahren zusammen mit den damaligen Lehrkräften Erich Kröner und Horst Flasche die Kleeblattstadt beim Zusammenschluss in Paisley vertreten hatte.

Zu den Besonderheiten der jetzigen schottischen Kommunalregierung gehört es, dass ihre Spitze fest in Frauenhand ist. Damit die Partnerschaft weiter floriert, hat die schottische Bürgermeisterin Lorraine Cameron anlässlich des Jubiläums einen Fonds mit jährlich 30 000 Pfund für den Schüleraustausch eingerichtet. Auch die Wirtschaftskontakte sollen weiter verstärkt werden.

Das "uneingeschränkte Bekenntnis der schottischen Partner macht Mut", erklärte Camerons Fürther Amtskollege Thomas Jung. Bei den politischen Gesprächen auf kommunaler Ebene wurde klar, dass auch im äußersten Westen der Europäischen Union ein starker Wunsch nach Stabilität, Zusammenhalt und Integration besteht.

"Hier haben Rechtspopulisten und Europafeinde keine Chance", stellte Jung mit Freude fest. Dies mache Menschen Mut, sich auch in Fürth und Bayern weiterhin für die Idee des zusammenwachsenden Europas zu engagieren.

Der Freundeskreis Renfrewshire bietet in Kooperation mit der Stadt Fürth das ganze Jahr über ein interessantes Kulturprogramm. Bereits im Januar feierten über 150 Schottlandfreundinnen und -freunde das traditionelle Robert Burns Supper im Fürther Hotel Mercure. Weitere Veranstaltungen, Lesungen und Konzerte folgen.

Volker Dittmar

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