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Oberasbach geht kein Licht auf

Ein Experte glaubt, die Stadt könnte bei der Erneuerung der Straßenbeleuchtung Geld sparen - 26.06.2020 06:55 Uhr

Wenn die Straßenbeleuchtung im Blätterdach des Baumes verschwindet, bringt das wenig: Norbert Hirschmann würde die Stadt bei dem Thema gerne unterstützen.

© Foto: Thomas Scherer


Aber das ist kein Wunder: Hirschmann war in Nürnberg fast 40 Jahre lang Leiter der Stadtbeleuchtung und dabei vom profanen Laternen-Betonmast über die Illuminierung der Kaiserburg und der Blauen Nacht für so ziemlich alles zuständig, was mit Licht zu tun hatte. Als Fachmann schaut man dann eben auch vor der eigenen Haustüre genauer hin – und muss sich manchmal wundern.

 

Kein Kabel im Gehsteig

 

Beispielsweise über die Situation vor den Häusern Nürnberger Straße 5 bis 7, die eigentlich an der Coburger Straße liegen. Hier sollen neue Beleuchtungsmasten mit moderner LED-Technik montiert werden. Hirschmann kennt die Modelle, sagt er. Ganz abgesehen davon, dass kein Kabel im Gehsteig liegt, was die Maßnahme teuer macht, werden die neuen Leuchten künftig mit ihren Lichtkegeln die Querparkplätze und den Gehsteig vor den Häusern bestrahlen, nicht aber die Straßenfläche. An der Ecke, wo die Coburger in die Nürnberger Straße einmündet, und Passanten kreuzen, bleibt es ebenfalls dunkel. Da sollte lieber eine Beleuchtung hin, findet der Experte.

Wundern muss sich der 67-Jährige auch darüber, dass in der gesamten Coburger Straße die Betonmasten durch Metallexemplare ersetzt werden. Der Grund: Schäden. Hirschmann hat genau hingesehen. Einzelne Längsrisse hat er festgestellt, aber keine – und das sind seiner Aussage nach die problematischen –, die quer verlaufen. In Nürnberg wurden solche Probleme durch "Zuschmieren" behoben. Der Oberasbacher bleibt vor einem Pfahl in der Coburger Straße stehen: produziert 1964, verrät ein Schild. "Der hält noch 20 Jahre", ist sich Hirschmann sicher. Da reiche es, nur die Leuchte zu tauschen.

Ein neuer Mast koste mit etwa 150 Euro nicht die Welt, teuer aber sind die Erdarbeiten und das Fundament. Aus seiner aktiven Zeit weiß er: Ein Meter Kabel mit Aufbruch und Wiederherstellung von Gehsteig oder Straße sind mit rund 100 Euro zu veranschlagen. Werden ganze Straßenzüge komplett erneuert, kommen so schnell Tausende von Euro zusammen.

Auch in der Bamberger Straße stehen Leuchten, die ersetzt werden. Zwei ragen mitten in große Bäume. Das Blätterdach mindert die Wirkung. Aber auch die neuen Standorte versprechen da keine wirkliche Besserung.

Norbert Hirschmann hat sich mehrmals schriftlich ans Bauamt gewandt, war auch schon persönlich beim früheren Stadtbaumeister Peter Kleinlein. Er habe angeboten, die Licht-Berechnungen für die Stadt zu machen und bereits Ausführungen zugeschickt. Die Planungen der für die Kommune auf diesem Feld tätigen Main-Donau-Netz-Gesellschaft (MDN) würde er ebenfalls überprüfen – natürlich unentgeltlich.

 

Sicherheit der Bürger

 

Das könnte sich lohnen, meint der Fachmann. Schließlich habe die MDN "vermutlich nicht das gleiche Interesse an einer wirtschaftlichen Sanierung wie ich und wie es die Stadt Oberasbach haben sollte", schrieb er dem Bauamt. Hirschmann will sich nicht wichtig machen, ihm ist es im Ruhestand auch nicht langweilig. Ihm geht es vielmehr um die Sicherheit der Bürger und um Geld, das sich die Stadt sparen könnte.

Auf seine Angebote bekam Hirschmann keine Antwort. Das Bauamt teilte ihm jedoch mit, dass die Stadt oft auch nur die Leuchte oder das Leuchtmittel wechsle. Seien die Masten alt, werde komplett getauscht, "eventuell auch gleich straßenzugweise". Die notwendige Beleuchtung, schrieb ihm Peter Kleinlein noch, würde "von Fachleuten sachgerecht geplant" und "nach unserer Meinung wirtschaftlich durchgeführt".

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