Sonntag, 17.11.2019

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Neue Radler-Oasen im Fürther Land

Während des Besuchs im Biergarten wird gleichzeitig das E-Bike aufgeladen - 29.09.2019 16:00 Uhr

Harald Schuh ist Inhaber der Langenzenner Biergartenoase und der erste „Radlerwirt“. Er fährt selbst gern Rad und kennt die Ansprüche seiner Sportskollegen. Die Ladestation der Zennoase nutzt er auch für sein eigenes E-Bike. © Isabel Pogner


Harald Schuh ist leidenschaftlicher Radfahrer. Er weiß, wie schwierig es auf Touren sein kann, passende Gasthöfe für die Rast zu finden. Deswegen engagiert er sich mit seinem Biergarten "Zennoase" als erster "Radlerwirt" für fahrradfahrerfreundlichen Service.

"Radlerwirt": So ist eine Initiative im Landkreis Fürth betitelt, die die IHK Nürnberg entwickelt hat. Deren Referent Alexander Reinfelder bezeichnet das Projekt als "Herzensangelegenheit: Wir wollen, dass Radler in den Gastwirtschaften im Fürther Raum explizit willkommen sind", sagt er. Oftmals bekämen Radfahrer wegen ihres Gepäcks oder der kulinarischen Wünsche die Ablehnung der Wirte oder auch anderer Gäste zu spüren.

Die Initiative will das ändern. Das Projekt soll den Naherholungstourismus fördern und mehr Menschen zum Umstieg auf den Drahtesel bewegen. Hat das Beispiel der Zennoase Schule gemacht, könnten Radfahrer ihre Touren entlang der radfreundlichen Gasthöfen planen, erklärt Reinfelder. Eine Karte auf der Website der Wirte zeigt, wo sich teilnehmende Gastronomie findet und wann sie geöffnet hat.

Dafür müssen die Wirtschaften, die sich beteiligen wollen, den Sportlern auch etwas bieten: Abstellplätze vorhalten, auch Radlern, die keine Kunden sind, die Toilettenbenutzung erlauben, leichte Gerichte anbieten und Hilfe in Form von Werkzeug, Karten oder auch Informationen zu Sehenswürdigkeiten vorhalten.

Schuh erfüllt mit der Zennoase sogar noch einige "Radler-plus"-Kriterien: Er hat durchgängige Öffnungszeiten und bietet einen kostenlosen Ladeservice für E-Bikes an. Das nicht zuletzt, weil er selbst eines hat. "Ohne E-Bike würde ich wahrscheinlich viel Auto fahren. Die Dinger sind echt praktisch und machen Spaß", sagt er. Schuh ist einer von insgesamt vier Radlerwirten im Landkreis. Ebenso der Initiative angeschlossen haben sich das Rote Ross in Großhabersdorf, das Café-Restaurant Maroni in Zirndorf und der Landgasthof Seerose in Langenzenn-Hornbach.

Ab 2020 sollen weitere folgen, sagt Landrat Matthias Dießl. "Gerade, wenn wir den Freizeitverkehr aufwerten wollen, machen die Radlerwirte Sinn". Das bedeute weniger Autos, mehr (E-)Bikes. So würden am Ende alle gewinnen: die Umwelt, die Gäste und die Wirte – sie bekommen Gratiswerbung über den Tourismusverband Romantisches Franken. Dessen Geschäftsführerin Regina Bremm kennt die Probleme, vor denen die Initiative steht: "Was Radfahrer häufig vermissen, sind Gastro-Betriebe, die tagsüber geöffnet haben."

Öffnungszeiten als Hürde

Denn die Sportler würden gerne um die Mittagszeit einkehren – da seien viele Betriebe aber noch geschlossen. Eine Öffnung bereits ab 10 oder 11 Uhr sei aber oft personell und finanziell nicht zu stemmen. 80 Prozent der aufgrund ihrer Lage auch als Radlerwirt infrage kommenden Häuser scheiterten bereits an der Hürde der Öffnungszeiten.

"Wir sind mit der Initiative in Bayern aber auch Vorreiter", wirft Reinfelder ein. Er hofft, dass das Projekt langfristig mehr Nachfrage nach einem Mittagstisch schafft, sodass es sich auch für die Gasthäuser lohnt, früher zu öffnen. Der Langenzenner Biergarten hat ab 11 Uhr geöffnet und ist Anlaufstelle vieler Radler. Mit seinen Vorzügen sei er eine wahre Radsport-Oase, findet Reinfelder. Schuh sieht sogar darüber hinweg, wenn seine sportlichen Gäste mitgebrachte Snacks vespern.

Isabel Pogner

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