Freitag, 06.12.2019

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Mega-Stromleitung: TenneT macht es weiter spannend

Bauherren der Freileitung von Raitersaich nach Ludersheim stellen zwei Varianten vor - 30.05.2019 13:00 Uhr

Der bestehende Trassenverlauf der Freileitung zwischen Raitersaich und Ludersheim ist rot markiert. Eingezeichnet hat TenneT auch die denkbaren Alternativen beziehungsweise "Umfahrmöglichkeiten" von Orten. © Quelle: TenneT/Infografik: NN


Schautafeln zum Ausbau der vorhandenen Wechselstromtrasse lieferten die Informationen. Darüber sollten die Bürger mit den Mitarbeitern der Firma ins Gespräch kommen und dabei auch ihre Bedenken äußern.


Dass die geplante 380-Kilovolt-Leitung, die auf einer Länge von 160 Kilometern von Raitersaich über Ludersheim bis nach Altheim im Landkreis Landshut geplant ist, die Menschen im Gemeindegebiet 
Roßtal beunruhigt, ist verständlich: Schließlich liegen die Ortsteile
Raitersaich und Clarsbach doch exakt am Beginn der Mega-Stromleitung. Und mit Strommasten ist man in unmittelbarer Nachbarschaft eines der größten Umspannwerke in der Region ohnehin bereits reich gesegnet.


Mindestabstand 400 Meter


Die beiden Sprecher der seit fünf Jahren aktiven Bürgerinitiative „Stromtrassen – Widerstand“, Andrea Platzer und Jürgen Gloger, räumten ein, dass die Stromtrasse wohl nicht zu verhindern sei, sie wollen aber das für die Bürger Bestmögliche herausholen. Das bedeute einen Mindestabstand von 400 Metern zur Wohnbebauung, um die Strahlung zu minimieren und Schäden für die Gesundheit zu vermeiden. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen seien solche negativen Auswirkungen durchaus möglich, das Problem liege aber darin, so Andrea Platzer, dass das oft weder beweisbar noch widerlegbar sei. 


Von den beiden im Raum stehenden Varianten werde die erste, die genau zwischen Clarsbach und Raitersaich verlaufen würde, von der großen Mehrheit der Bürger entschieden abgelehnt, auch weil sie eine Weiterentwicklung beider Ortschaften bremsen würde. 


In einer Schleife ums Dorf


Eher die Zustimmung der Bevölkerung findet die zweite Lösung, die um Clarsbach herumführt. Sie sollte noch weiter nach Norden geschoben werden, was aber wiederum problematisch sei, weil hier, so Platzer, ein Landschaftsschutzgebiet liegt. Man müsse eben abwägen, was wichtiger sei – Mensch oder Landschaft.


Zwei ältere Damen wiesen darauf hin, dass es sehr beunruhigend sei, wenn man bei einem Spaziergang durch Wald und Flur ständig das Knistern der Stromleitung über sich hört.


Herbert Matz aus Raitersaich betonte, dass eine neue Leitung weitgehend dem bisherigen Trassenverlauf folgen solle. Skeptisch zeigte er sich, ob die Bürger viel erreichen können, immerhin haben die Betreiber vor einem Jahr versprochen, mehr und detaillierter zu informieren, was aber bei dieser Veranstaltung wieder nicht der Fall sei. Heinz Behringer aus Clarsbach beklagte, dass auch Variante zwei in viel zu geringem Abstand an seinem Haus am südlichen Ortsrand vorbeiläuft.


Trotz der gegensätzlichen Meinungen attestierte Jürgen Gloger der Firma TenneT durchaus Gesprächsbereitschaft. Dies werde auch an dem Online-Planungstool deutlich, über das Bürger Hinweise und Vorschläge zur Planung des 380 kV-Ersatzneubaus Juraleitung einreichen können. Zu finden ist es im Internet unter: 
https://gis.arcadis.nl/age_prod/juraleitung 

 

Günter Greb

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