Sonntag, 17.11.2019

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Klimawandel: Fürth holt sich Expertenhilfe

Ein Energienutzungsplan zeigt die Potenziale verschiedener Maßnahmen - 16.06.2019 16:00 Uhr

Wind und Sonne liefern Energie ohne Ende. Westlich von Vach könnten Windräder gute Dienste leisten. Die Stadt hegt allerdings keine entsprechenden Absichten. © Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa


Auf den bisherigen Erfolgen will sich Fürth nicht ausruhen. Deshalb hat die Kommune bei der Energieagentur Nordbayern einen maßgeschneiderten Energienutzungsplan in Auftrag gegeben. Er dient dazu, zu sparen, mehr Effizienz zu erreichen und auf regenerative Quellen umzustellen.

Herausgekommen ist eine staatlich geförderte Bestandsaufnahme aller Klimaschutzmaßnahmen und -potenziale. Ein großer Wurf, dessen Perspektiven sich allerdings nicht immer problemlos in die Tat umsetzen lassen. Etwa jene zehn Windräder, die von der Energieagentur westlich von Vach als effizient eingestuft werden. Auch für wirkungsvolle großflächige Photovoltaikanlagen neben Schnellstraßen und Schienen gibt es nicht genug verfügbare Grundstücke.

Aussichtsreicher ist nach der Untersuchung im städtischen Raum der Ausbau von Fernwärme. Hier hinkt Fürth deutlich Nürnberg hinterher. Derzeit gibt es vier Fernwärmenetze der infra. Viel wäre nach Einschätzung der Gutachter gewonnen, wenn weitere Wohnblocks – etwa in der Herrnstraße – und Schulen an die Fernwärmeversorgung angeschlossen würden. Im gewerblichen Bereich ließe sich zudem die Abwärme noch besser nutzen. Der Energienutzungsplan zeigt auf, in welchen Betrieben und Gebieten dies besonders aussichtsreich wäre.

Prognose der Gutachter

Bis zum Jahr 2030 erachten die Gutachter in Fürther Wohngebäuden bei einem vierprozentigen Bevölkerungswachstum und einer sechsprozentigen Zunahme an Wohnfläche eine Energieeinsparung von stolzen 73 Prozent für möglich, bei den Treibhausgasen sogar eine Reduzierung um 90 Prozent.

Neben einem energiebewussten Nutzerverhalten sind laut Gutachten dazu Gebäudesanierungen und Maßnahmen zu höherer Effizienz nötig. Bezogen auf alle Arten des Energieverbrauchs halten die Nürnberger Gutachter bis 2030 eine Energie-Einsparung von bis zu 18 Prozent und eine Verminderung der Treibhausgase um bis zu 44 Prozent für erreichbar.

Das Wachstum der Stadt fordert freilich seinen Tribut. So ist der Energieverbrauch in Fürth seit 1990 um 3,2 Prozent gestiegen, während die Treibhausgas-Emissionen um 8,3 Prozent abnahmen. Mehr Emissionen verursacht nur noch der ausufernde Verkehr. Rund sieben Tonnen Treibhausgas produziert rein rechnerisch jeder Fürther im Jahr – 24,4 Prozent weniger als noch 1990.

Volker Dittmar

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