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Dienstag, 17.09.2019

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Kein Patentrezept im Oberasbacher Wald

Anpflanzung "klimatoleranter Arten wie Edelkastanie, Baumhasel oder Zedern" wäre wünschenswert - 17.08.2019 16:00 Uhr

Die Zeder ist auch ein Baum für den Waldumbau in Deutschland. Aber ohne ausreichend Wasser wachsen auch deren Schößlinge nicht an. © Olivier Rault/Fotolia


Groß sind die Waldflächen nicht, die sich im Besitz der Stadt befinden. Auf zehn mehr oder weniger kleine Areale verteilt sich der kommunale Forst. Die Frage war: Wie geht es dem Wald?

Gedanken über dessen Zukunft in Zeiten des Klimawandels machen sich sicher nicht nur die SPD-Stadträte. Allerdings war es eine Anfrage ihrer Fraktion, auf die Förster Arnold Schellartz und Stadtbaumeister Peter Kleinlein in einer Sitzung des Umweltausschusses einen Zustandsbericht und einen Ausblick gaben.

"Ein Patentrezept gibt es nicht", machte Schellartz den Ausschussmitgliedern rasch klar. Zwar spreche er sich wie fast alle Experten für Mischwälder und die Anpflanzung "klimatoleranter Arten wie Edelkastanie, Baumhasel oder Zedern" aus. Doch selbst diese benötigten zum Anwachsen genügend Niederschläge – und die waren in den vergangenen Jahren bekanntlich recht spärlich.

Es gelte, "eng am Standort" zu sein, also jedes der zehn städtischen Waldareale für sich zu betrachten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Schellartz, der seit eineinhalb Jahren am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unter anderem für Oberasbach zuständig ist, empfahl, den Wald kleinteilig zu verjüngen. Das sei zwar teuer, aber erfolgversprechender als großflächige Maßnahmen. Insgesamt fand er lobende Worte für die Oberasbacher Waldbewirtschaftung, denn hier stehe die Gewinnmaximierung nicht im Vordergrund. Auch sei die Stadtverwaltung bereit, Aufträge an Fachfirmen zu vergeben, anstatt provisorisch selbst Hand anzulegen. Das sei auf lange Sicht der richtige Weg, so Schellartz.

Auf die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners angesprochen, riet der Förster zu Zurückhaltung: "Da erwarte ich von der Bevölkerung etwas Toleranz und wenn nötig die Bereitschaft, auch einmal betroffene Gebiete zeitweise nicht zu betreten." Erholungssuchende sollten also Rücksicht auf die Waldbesitzer – institutionelle wie private – nehmen. Würden letztere gedrängt, die Nester des Spinners teuer entfernen zu lassen, "kann dies zu einer eigenen Art des Baumsterbens führen" –, weil die Gehölze dann möglicherweise aus Sicherheitsgründen ganz geschnitten werden.

Übergroße Angst vor einem Kahlschlag brauche trotzdem niemand haben, denn "aktuell sind die Holzpreise so niedrig, dass kein Waldbesitzer freiwillig zu viel schlägt". Für das Nachpflanzen und die regelmäßige Wiederaufforstung der städtischen Waldflächen sind laut Bauamtsleiter Kleinlein 10 000 Euro im Haushalt eingestellt. Auf den erhöhten Bedarf habe man reagiert, im Jahr zuvor lag der Betrag noch bei 6000 Euro.

Nur mit Geld allein lässt sich ein anderes Problem in der Stadtverwaltung offenbar nicht lösen: den Personalengpass im Bauamt "aufgrund von Krankheiten und der erheblichen Zahl von Bau- und Planungsmaßnahmen" wie Kleinlein erläuterte. "Immer der gleiche Satz" sei dies, kritisierte SPD-Vertreter Peter Heinl und wollte wissen, was die Verwaltung dagegen zu tun gedenke. Zweiter Bürgermeister Norbert Schikora (Grüne), der Bürgermeisterin Birgit Huber in der Ausschusssitzung vertrat, machte den "absoluten Fachkräftemangel" in dem Bereich geltend.

  

Armin Leberzammer

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