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In der Stadt Fürth krachte es 2018 häufiger

Die Polizei hat Unfallbilanz vorgelegt: weniger Verletzte bei mehr Karambolagen - 09.05.2019 13:00 Uhr

Nachhaltig entschärft werden konnte der Unfallschwerpunkt Poppenreuther Brücke: Seit an den Auffahrten zum Frankenschnellweg neue Ampeln ohne Grünlicht installiert wurden, gab es hier keine Zusammenstöße mehr. © Hans-Joachim Winckler


Überraschen kann das nicht, ist mit der Zunahme der Einwohner und Fahrzeuge doch auch das innerstädtische Verkehrsgewühl dichter geworden. Zu geringer Sicherheitsabstand war in den meisten Fällen für die Karambolagen verantwortlich. Hinzu kommt nach Einschätzung der Polizei oftmals noch die Ablenkung beim verbotenen Bedienen von Smartphones während der Fahrt. Zum Glück ist die Zahl der Verletzten gegenüber den Vorjahren jedoch erneut zurückgegangen.

392 Menschen erlitten bei den insgesamt 3204 Unfällen Blessuren. Seit 2015 mit 446 Verletzten bei 3278 Unfällen sinkt ihre Zahl. Letztes Jahr gab es noch 398 Verwundungen bei 3077 Unfällen. Wie 2017 waren zwei Todesopfer zu beklagen. Ein 20-jähriger Paketbote wurde im Oktober beim Überqueren der Schwabacher Straße von einem Auto erfasst und getötet. Und im Sonnenhof starb ohne Fremdeinwirkung im November ein 48-jähriger Radfahrer.

Bei jedem fünften Unfall flüchteten die Verursacher – sechs Prozent mehr als im Jahr davor. Dem stand eine um zwei auf 34,8 Prozent gestiegene Aufklärungsquote gegenüber. Für mangelndes Verantwortungsbewusstsein spricht aber auch die deutliche Zunahme von Unfällen unter Alkoholeinwirkung – von 22 mit vier Verletzten im Jahre 2017 auf 40 mit 16 Verletzten im vergangenen Jahr. Hinzu kommen 70 Autofahrer, die bei Verkehrskontrollen unter Drogeneinfluss waren.

Große Sorgen bereitet der Polizei die zunehmende Unfallgefahr vor Schulen. Heraufbeschworen wird sie hauptsächlich von Eltern, die ihre Kinder bis vor die Schultür fahren und im Gedränge dort die Unübersichtlichkeit erhöhen. Einer Videoüberwachung der Problemzonen sind durch den Datenschutz enge Grenzen gezogen. Deshalb setzt die Polizei weiterhin auf Aufklärungsarbeit bei Kindern und Eltern.

Gefährdete Radler

Obwohl die Zahl der Fahrradfahrer zunimmt, ist die der Radunfälle im Jahr 2018 gegenüber 2017 leicht zurückgegangen: von 123 auf 118. Dabei wurden 113 Personen verletzt. Im Vergleich zum wesentlich geringeren Anteil der bei Kollisionen verletzten Autofahrer zeigt das, wie gefährdet Radfahrer sind. 85 der Verletzten trugen zudem keinen Helm. Auch wenn Geschwindigkeitsüberschreitungen bei den Unfallursachen in der Stadt nur unter ferner liefen rangierten, machte die Polizei mit großem Aufwand Jagd auf Raser. Insgesamt 3447 Stunden verbrachten Polizisten an Radarfallen. Hinzu kamen Einsätze mit der Lasermesspistole. Kommunale Verkehrsüberwacher waren darüber hinaus 2200 Stunden zur Geschwindigkeitsüberwachung im Einsatz. Rund 30 000 Temposünder hat allein die Polizei ertappt.

Wenig Veränderung gab es im Hinblick auf die Unfallschwerpunkte. In der Regel sind es mehrspurige Großkreuzungen. Spitzenreiter waren die durch Baustelleneinrichtung unübersichtliche Kreuzung am Uhrenhäuschen Poppenreuther-, Erlanger Straße und die Poppenreuther Brücke. Auf der maroden Brücke hat heuer allerdings die Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 und ein neues Ampelkonzept zur deutlichen Verringerung der bislang vorherrschenden Rotlichtverstöße geführt. Die Ampeln an den Auffahrten zum Frankenschnellweg zeigen nur noch Rot und Gelb. Das Grünlicht hatte in der Vergangenheit immer wieder Autofahrer dazu verleitet, rote Ampeln dahinter zu übersehen.

Und noch einen weiteren Erfolg kann der Leiter des Straßenverkehrsamtes, Hans-Joachim Gleißner, verbuchen: Es gab 2018 keine Unfallhäufung mehr an Kreisverkehren. Für ihn ein Zeichen, dass sich die Autofahrer zusehends an diesen Ampelersatz gewöhnen.

Volker Dittmar

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