Mittwoch, 20.11.2019

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Im Wintergarten lässt es sich gut gackern

Zum ersten Hofladentag ein Interview mit Familie Kreuzer aus Vogtsreichenbach - 24.05.2019 06:00 Uhr

Jede Menge Eier und natürlich das dazugehörige Federvieh: All das haben Ruth und Christian Kreuzer auf ihrem Hühnerhof in Vogtsreichenbach im Griff. © Hans-Joachim Winckler


Frau Kreuzer, warum haben Sie einen Hofladen aufgemacht?

 

Ruth Kreuzer: Ich bin auf einem Bauernhof in Hiltmannsdorf aufgewachsen. Dort hatten wir schon immer Geflügel. Freitags hat meine Mutter die Eier und das Schlachtgeflügel in Burgfarrnbach verkauft. Da war ich als Kind oft mit dabei. Mir hat das damals schon gefallen. 2013 haben wir uns entschlossen, unseren eigenen Hofladen aufzumachen.

 

Klingt ganz einfach. Wie groß ist der Aufwand, den Sie haben?

 

Christian Kreuzer: Um die Tiere kümmern muss ich mich natürlich jeden Tag, das geht morgens los. Nachmittags sortieren und verpacken wir jeweils die Eier in 6er- und 10er- Schachteln. Wir beliefern regelmäßig Kaffees, Gaststätten, Metzgereien und Bäckereien. Wir haben unseren Hofladen Freitag ganztägig und Samstagvormittag geöffnet. Am Mittwoch stellen wir dann zusammen, was bestellt wurde und räumen den Laden ein. Geflügel wird geschlachtet, zerlegt und alles etikettiert.

 

Was haben Sie im Angebot?

 

Ruth Kreuzer: Eier, Hähnchen, Puten, Enten und Gänse, Eierlikör und Marmelade. Mein älterer Sohn Andreas hat eine Angusrinder-Herde in Weidehaltung. Das Fleisch vermarkten wir auf Anfrage. Das sind unsere eigenen Produkte. Daneben bieten wir Brot von der Weinmühle aus Burgfarrnbach an. Wir haben Wurstdosen aus Fernabrünst, Käse aus Seubersdorf oder Kartoffeln aus Unterfarrnbach.

 

Sie kooperieren also mit anderen Direktvermarktern?

 

Ruth Kreuzer: Ja, schließlich kann man nur bestimmte Dinge selbst produzieren. Wir beliefern uns gegenseitig mit unseren Produkten und sind keine Konkurrenten.

 

Sie halten insgesamt 1600 Tiere in zwei Ställen. Ist Ihr Hühnerhof damit ein großer Betrieb?

 

Christian Kreuzer: Nein. Es gibt Anlagen in Niedersachsen oder im Osten Deutschlands mit 10 000 oder 20 000 Tieren. In den Niederlanden sind es sogar Betriebe mit über 100 000 Hühnern. Wir praktizieren Bodenhaltung, unsere Tiere laufen auf Stroh. Wir könnten pro Stall sogar 1100 Hühner halten und würden damit die EU-Norm erfüllen, die auf einem Quadratmeter neun Tiere erlaubt. Bei uns teilen sich nur sechs Hühner diesen Platz, das entspricht der Bio-Norm. Dank des überdachten Unterstandes, ich sage dazu immer Wintergarten, können sie auch raus, selbst wenn wieder einmal die Vogelgrippe ausbrechen sollte.

 

Sie verkaufen weiße und braune Eier. Welches Huhn legt eigentlich welche Farbe?

 

Christian Kreuzer: Also es ist nicht so, dass Hühner mit weißen Federn weiße Eier und die mit braunen Federn braune legen. Entscheidend sind die Ohrläppchen. Sind sie rot, legen die Hühner braune Eier, sind sie weiß, haben auch die Eier diese Farbe.

 

Regional, fair und biologisch produzierte Waren sind in aller Munde. Merken Sie das am Zulauf der Kunden?

 

Ruth Kreuzer: Wir haben zwar unsere Stammkunden, stellen jedoch auch fest, dass die Nachfrage nach regionalen Produkten zunimmt. Die Kunden wollen wissen, wo das Fleisch und die Eier herkommen und sie fragen auch nach, wie sie produziert werden. Der Hit ist übrigens unser Selbstbedienungshäuschen, das wir seit fünf Jahren haben. Die Kunden können hier quasi rund um die Uhr einkaufen. Das Geld werfen sie in die Kasse – und da muss ich sagen: Die Leute sind wirklich ehrlich.

 

Sie brauchen also keinen Automaten, wie es sie bei anderen Hofläden gibt?

 

Ruth Kreuzer: Den wollte ich nie. Ältere Leute sind da oft hilflos. Mir ist ohnehin der Kontakt mit den Kunden wichtig, ein netter Plausch ist eine schöne Sache.

 

Immer mehr Menschen kaufen auch im Internet ein. Ihre Produkte und die Ihrer Kollegen lassen sich über die Hofladen BOX bestellen. Wie funktioniert das?

 

Christian Kreuzer: Auf der Internetseite www.hofladenbox.de können Kunden die Sachen bestellen. Am Freitagmorgen werden die Waren nach Oberweihersbuch geliefert, dort haben die beiden Gründerinnen mit der Hofladenbox ihren Sitz. Die einzelnen Pakete werden zusammengestellt und dann den Leuten entweder an die Haustüre oder an eine Abholstation gebracht.

 

Bei Ihnen wird der Tag der Hofläden offiziell eröffnet. Worauf dürfen sich die Besucher freuen?

 

Christian Kreuzer: Bei uns gibt es das Frühstück rund ums Ei, dazu Brötchen, Croissants, Marmelade, ganztägig Kaffee und Kuchen, außerdem Küchle. Ich freue mich, den Besuchern alle Fragen zu beantworten und hoffe, dass es ein guter Tag für die mitwirkenden Hofläden wird.

Eröffnung des Hofladentags im Landkreis Fürth, 10 Uhr: Hühnerhof Kreuzer, Vogtsreichenbach 1. Ab 11.15 Uhr ist hier auch Start der Radrunde zu allen teilnehmenden Betrieben. Weitere Informationen unter www.biberttal-dillenberg.de

 

Interview: Harald Ehm

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