Sonntag, 17.11.2019

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Hohenzollerntag auch im Landkreis Fürth

25 Orte nehmen deutschlandweit ihr Erbe der Dynastie einen Tag lang erstmals in den Fokus - 02.10.2019 16:00 Uhr

Cadolzburg mit der Veste und dem Erlebnismuseum ist im Landkreis Fürth der Kristallisationspunkt für den deutschlandweit ersten Hohenzollerntag. Uta Piereth und Thomas Liebert rühren die Werbetrommel dafür. © Thomas Scherer


Vom Schwäbischen über Franken und Brandenburg führte der Weg zur Kaiserkrone: In über 1000 Jahren haben die Hohenzollern die Geschicke des heutigen Deutschlands maßgeblich geprägt. Am 12. Oktober nehmen 25 Hohenzollernorte ihr Erbe der Dynastie einen Tag lang deutschlandweit erstmals gemeinsam in den Fokus. Im Landkreis Fürth zählen neben Cadolzburg auch Langenzenn, Roßtal und Zirndorf dazu. Was die Besucher unter dem Motto "Tierisch was los" erwarten dürfen –, auch das verraten Uta Piereth und Thomas Liebert im Interview.

 

Wer steckt hinter dem Hohenzollerntag?

Uta Piereth: Er wird veranstaltet von einem Zusammenschluss von 25 Hohenzollernorten, von Hechingen über Nürnberg, Ansbach und Cadolzburg bis Kiel. Das ist kein Verband oder Verein, sondern eine Art historische Interessenvertretung, die trotz der unterschiedlich strukturierten Häuser vom Museum über die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung bis zum Kloster sehr gut funktioniert.

Thomas Liebert: Und das problemlos über E-Mail und ohne Hierarchien. Sogar das niederländische Haus Doorn bei Utrecht ist dabei, hier lebte Kaiser Wilhelm II. nach seiner Abdankung im Exil. Und wir wollen noch wachsen.

 

Warum gibt es heuer diese Veranstaltung?

Piereth: Der erste Schritt war vor zwei Jahren, eine gemeinsame Homepage zu erstellen. Dann folgte das Faltblatt ,Hohenzollern – Orte einer Dynastie‘, in der sich von Abenberg bis Zirndorf alle präsentieren. Und jetzt eben der Hohenzollerntag, um auf den Verbund und das Thema mit Veranstaltungen öffentlich aufmerksam zu machen.

 

Derzeit sorgen die Hohenzollern mit Prozessen gegen den Bund und das Land Brandenburg für Schlagzeilen. Dabei stehen die Rückgabe von Kunstwerken, Wohnrechte auf Schlössern und viel Geld im Blickpunkt. Wie gehen Sie damit um?

Piereth: Das sehen wir völlig entspannt. Den Hohenzollernorten geht es darum, das Bewusstsein für historische Zusammenhänge zu stärken. Wir sind kein Verband im Dienste der Dynastie.

 

Mit Cadolzburg, Langenzenn, Roßtal und Zirndorf sind gleich vier Kommunen im Landkreis dabei. Was verbindet sie mit den Hohenzollern?

Liebert: Die Cadolzburg ist natürlich der Kristallisationspunkt. In Roßtal haben wir die Laurentiuskirche, an der auch die Wappen der Hohenzollern zu sehen sind. In Zirndorf spielt sich alles an der Alten Veste ab, die 1306 vom Burggrafen von Nürnberg, einem Hohenzollern, erworben wurde. Langenzenn gehörte seit 1248 zu ihrem Herrschaftsbereich. Zeugnisse davon sind das von den Hohenzollern begründete Augustiner Chorherrenstift und die heutige Stadtkirche.

Piereth: In Franken fiel der Startschuss für die Hohenzollern in den Jahren 1191/92, als Friedrich von Zollern Burggraf in Nürnberg wurde. Als Adelsgeschlecht waren sie ehrgeizig, zwar zunächst ohne große Machtbasis, aber dem Kaiser treu ergeben. Weil es in Nürnberg deswegen immer wieder Konflikte gab, bauten sie ihre Herrschaft aus, zum Beispiel in Cadolzburg oder auch in Abenberg.

 

Das Programm ist mit Führungen, Veranstaltungen, Angeboten für Kinder oder Märkten breit gefächert. Welche Resonanz erwarten Sie?

Liebert: Wir sind selbst sehr gespannt. Gut ließen sich die Landkreisorte ja auch über den Hohenzollernradweg erreichen, der mit der Augemented-Reality-Technik digitale visuelle Möglichkeiten bietet. Das Wetter muss eben mitspielen. Ein Hit wird sicher das Hohenzollern-Seidla, ein Festbier, das die Brauerei Dorn in Bruckberg extra für diesen Anlass braut.

Piereth: Der Blick lohnt aber auch über die Landkreisgrenze hinaus, etwa nach Heilsbronn, in dessen Münster die Markgrafen über Jahrhunderte bestattet wurden. Oder nach Ansbach, das Cadolzburg im späten 15. Jahrhundert als Lieblingsort der Hohenzollern in Franken abgelöst hat.

 

Was waren dafür die Gründe?

Piereth: Ansbach, das war eine Stadt. Die Versorgungsmöglichkeiten waren besser. Und es gab das moderne Schloss, wo man wunderbar residieren konnte. Die Cadolzburg war dagegen eben eine Burg.

 

In der Cadolzburg dreht sich in diesem Jahr ohnehin viel um Tiere. Aber auch der Hohenzollerntag steht unter dem Motto "Tierisch was los", weshalb?

Liebert: Wir wollten etwas, das für alle passt und vor allen Dingen auch Kinder anspricht, für die wirklich viel geboten wird. Außerdem spielten Tiere bei den Hohenzollern sehr oft eine besondere Rolle. Ich denke da nur an Friedrich den Großen und seine Hunde, die er sogar extra bestatten ließ.

 

Wer nachweislich an einem Hohenzollernplatz, in einer Hohenzollern-, Friedrich- oder Albrechtstraße wohnt, hat am 12. Oktober auf der Cadolzburg freien Eintritt. Und was ist beispielsweise mit Wilhelm oder Luise?

Piereth: Wilhelm wäre natürlich legitim fürs 19. und 20. Jahrhundert. Aber da wollen wir streng sein, und uns auf die historischen Protagonisten an unserem Ort beschränken. Mit noch mehr Namen würde es außerdem zu unübersichtlich.

Mehr Informationen zu den Hohenzollernorten und das Programm des Hohenzollerntags siehe Text unten und im Internet unter www.hohenzollern-orte.de

 

Interview: Harald Ehm

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