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Sonntag, 18.08.2019

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Hippy-Programm: Besuche, die Weichen stellen

Seit 20 Jahren hilft das Hippy-Programm in Fürth bei der Integration - 19.07.2019 21:00 Uhr

Ausgelassen tollen die Kinder des Jubiläumsjahrgangs bei der Abschlussfeier in den Räumen der Awo-Kulturbrücke in der Theresienstraße herum. © Volker Dittmar


Seit 20 Jahren werden Kinder aus Einwandererfamilien auf den Schulstart vorbereitet, Bildungsdefizite ausgebügelt und damit Chancengleichheit in ungleichen Lebenssituationen ermöglicht.

Die erste Generation hat den Berufseinstieg bereits gemeistert. Etwa die 17-jährige Hasal Icli, die den Festgästen davon berichtet, wie sie mit dem Förderprogramm den Spaß am Lernen entdeckte. "Ich hatte in der Schule nie Probleme, und auch die Hausaufgaben machten mir keine Schwierigkeiten", sagt die Kinderpflegerin und angehende Logopädin.

Training daheim

"Hippy" heißt das Programm. Die englische Abkürzung steht für Hausbesuche in Familien mit Vorschulkindern. 18 Monate lang üben Eltern und Kinder täglich zehn bis 15 Minuten lang elementare Dinge wie die deutsche Sprache. Alle zwei Wochen bekommen sie Besuch von einer pädagogischen Mitarbeiterin des Kurses, die das Programm für die nächsten 14 Tage erklärt.

Kulturreferentin Elisabeth Reichert sieht im Einbinden der Eltern das Erfolgsgeheimnis. Entscheidend für einen gelingenden Schulstart sei gutes Deutsch. Worauf es der Sozialdemokratin Reichert aber besonders ankommt, ist der soziale Zusammenhalt in Fürth.

"Leute, die gegen andere hetzen und die Gesellschaft spalten wollen, haben in Fürth keinen Platz", sagte sie an die Adresse von Pegida und Co. Für die 29 Kinder des Jubiläumsjahrgangs gab es bedruckte T-Shirts. Jugendamtsleiter Hermann Schnitzer überreichte außerdem "Diplome" an alle Kursteilnehmer. Dann durften die Kinder wieder den bunten Luftballons im Raum nachjagen, während die Erwachsenen den sozialen Zusammenhalt etwas ruhiger pflegten. Für Hanne Rügheimer, die Leiterin der Kulturbrücke, Hippy-Koordinatorin Barbara Wojtczuk und die städtische Integrationsbeauftragte Anke Kruse war es ein Glückstag, der Mut macht zum Fortsetzen des Bemühens um Chancengleichheit.

  

Volker Dittmar

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