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Gut informiert am Jakobsweg

Nicht nur am Roßtaler Marktplatz helfen neue Tafeln den Pilgern weiter - 07.06.2019 21:00 Uhr

In Ornbau im Landkreis Ansbach kommen die Pilger an der Statue des heiligen Jakobus vorbei. Auf dem „Fränkischen Camino“ zwischen Nürnberg und Rothenburg informieren neue Tafeln die Wanderer. © Leserfoto: Simone Uttendorfer


In den vergangenen Monaten wurde der sogenannte "fränkische Camino" aufgewertet, um den Pilgern ein vielseitigeres Erlebnis und bessere Orientierung zu bieten. Die Einweihung des erneuerten Teilstücks wurde auf dem Roßtaler Marktplatz mit der Enthüllung einer neuen Informationstafel gefeiert.

Auf dem rund 88 Kilometer langen Abschnitt von Nürnberg nach Rothenburg ob der Tauber werden die Pilgerinnen und Pilger nun häufiger auf solche Tafeln treffen. Diese liefern vielfältige Informationen zur aktuellen Position sowie kulturelle Hinweise zur näheren Umgebung. Mit neuen Karten entlang des Weges wurden zudem die Möglichkeiten zur Orientierung verbessert.

Darüber hinaus kennzeichnen immer wieder Bodennägel mit der Jakobsmuschel, dem Symbol des Wegs, den weltbekannten Pilgerpfad. Die Aufwertung des mittelfränkischen Jakobswegs ist im Wesentlichen ein Gemeinschaftsprojekt der Landkreise Fürth und Ansbach. Die Kosten dafür belaufen sich auf gut 76 000 Euro.

Im Rahmen des europäischen Leader-Projekts zur Entwicklung ländlicher Räume erhielten die beiden lokalen Arbeitsgruppen (LAG), Leader Region Landkreis Fürth und Region an der Romantischen Straße, jeweils einen Zuschuss in Höhe von 22 750 Euro. "Großer Dank gilt dabei allen Projektpartnern, die sich engagiert eingebracht haben", so der Fürther LAG-Vorsitzende und Landrat, Matthias Dießl.

Gemeint sind damit vor allem die 14 Städte und Gemeinden entlang des Weges, die sich an den Baumaßnahmen beteiligt haben. Diese sind: Nürnberg, Stein, Roßtal, Großhabersdorf, Heilsbronn, Petersaurach, Bruckberg, Weihenzell, Lehrberg, Colmberg, Geslau, Windelsbach, Neusitz und Rothenburg ob der Tauber.

Insgesamt erfährt der Jakobsweg seit etwa 20 Jahren einen enormen Zulauf. Wurden im Jahr 1998 noch rund 30 000 ankommende Pilger in der Kathedrale von Santiago de Compostela registriert, waren es im vergangenen Jahr bereits etwa 327 000. Unter deutschen Pilgern gab es zudem im Jahr 2007 einen deutlichen Zuwachs. Im Jahr davor wurde Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" zum meistverkauften Buch des Jahres. Es beschreibt die Pilgerreise des Komikers auf dem Jakobsweg.

Der gewaltige Zustrom der letzten Jahre betrifft aber hauptsächlich den Camino Francés, den ursprünglichen, etwa 800 Kilometer langen Jakobsweg im Norden Spaniens. Von Mittelfranken aus gilt es, gut 2000 Kilometer mehr zurückzulegen. Doch auch hier ist im Kleinen die wachsende Begeisterung spürbar. Oliver Gußmann ist Theologe aus Rothenburg und als sogenannter Pilgerpfarrer viel auf dem Jakobsweg unterwegs. Auf etwa 1000 schätzt er aktuell die Zahl der Pilgerinnen und Pilger, die jährlich das mittelfränkische Teilstück begehen. Das sei zwar nur ein kleiner Anstieg, verglichen mit den Zahlen in Spanien. Aktionen wie die hiesige hält Gußmann aber für sehr sinnvoll "damit die Menschen die Freude am Pilgern nicht wieder verlieren". 

Florian Burghardt

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