Dienstag, 19.11.2019

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Großes Hallo: Treffen von 150 Ex-Quelle-Mitarbeitern

Zehn Jahre nach dem Untergang des Versandhauses kamen ehemalige Mitarbeiter im Stadtmuseum zusammen - 19.10.2019 10:00 Uhr

„Ich freu’ mich irrsinnig, dass ihr alle da seid“: Im Fürther Stadtmuseum hatten sich Angehörige der viel zitierten „Quelle-Familie“ bei Kaffee und Käsestangen jede Menge zu erzählen.


Marga Hetzner, einst Poststellen-Leiterin bei Quelle, hatte mit ihren Kontakten zu 530 "Ehemaligen" das Treffen erst ermöglicht. Nun konnte sie selbst es kaum fassen: "Ich freu’ mich irrsinnig, dass ihr alle da seid!"

Oberbürgermeister Thomas Jung dankte ihr ("Frau Hetzner hält diese Quelle-Familie zusammen") und erinnerte an jene schwere Zeit, als Fürth unter dem Aus von AEG und Grundig sowie dem Abzug der Amerikaner zu leiden hatte, und dann die Quelle-Pleite 2009 verkraften musste.

Prophezeihungen wie die von der "Bochumisierung" Fürths aber hätten sich zum Glück nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Die Stadt habe sich erholt und stehe mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent heute "sehr gut" da.

Unter den Gästen befand sich mit Renate Schmidt (75) die wohl berühmteste Ex-Quelle-Mitarbeiterin. Die frühere Bundesfamilienministerin hatte 1961, nachdem sie als Schwangere vom Helene-Lange-Gymnasium geflogen war, bei Quelle eine Ausbildung zur Programmiererin begonnen. Schmidt, die 19 Jahre bei Quelle beschäftigt war und dem Betriebsrat angehörte, nannte diese Stelle ein "großes Glück", auch wenn sie sich gegen die Männer dort permanent behaupten musste ("Die ließen mich den Lochkartenschrank aufräumen"). Ihr Publikum hörte amüsiert zu, auch als sie einen Programmierfehler unter ihrer Leitung gestand, der den Versandbetrieb drei Tage lahmlegte.

Dass Quelle insolvent sein soll, konnte Schmidt 2009 ebenso wenig glauben wie Brigitte Schubert. Als 14-Jährige hatte die heute 67-Jährige in der Firma angefangen und blieb 43 Jahre. Nach der Pleite litt sie unter Depressionen, wurde behandelt und konnte "ganz, ganz lange" nicht einmal an Gebäuden vorbeigehen, die einst zum Konzern gehörten.

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