Freitag, 22.11.2019

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Fürth: Politik macht sich für Fußgänger stark

"Grüne Achse" soll vom Südstadtpark zum Stadtpark führen - Neuer Ansprechpartner - 12.10.2019 10:00 Uhr

Von Autos bedrängt werden Fußgänger nicht nur hier in der Luisenstraße. Die natürlichste aller Fortbewegungen ist gemeinhin gefährlich und nicht sehr reizvoll. Neues Pflaster, viel mehr Komfort und Sicherheit sowie zusätzliche Begrünung sollen für Abhilfe sorgen. © Foto: Andre De Geare


Die autogerechte Stadt ist ein Auslaufmodell. Nach den Radfahrern fordern in zunehmendem Maß auch Fußgänger ihr Recht auf komfortablere Fortbewegung ein. Für grundlegende Verbesserungen in Fürth haben die Stadträte im Bauausschuss jetzt erstmals Weichen gestellt.

Nach dem Vorbild der Fahrradbeauftragten soll es auf Anregung der Grünen künftig in der städtischen Verkehrsplanung auch einen kommunalen Ansprechpartner für Fußgängerfragen geben. Im Ausschuss herrscht Einvernehmen auch darüber, dass die Stelle mit einem Budget ausgestattet werden soll, das sich an den bisherigen Ausgaben zur Verbesserung von Fußwegen orientiert.

Aushängeschild der neuen Initiative könnte eine grüne Fußgängerachse zwischen Stadtpark und Südstadtpark werden, die von der SPD vorgeschlagen wird. Die Route über Frauenstraße, Stresemannplatz, Adler-, Amalien- und Benditstraße, den Luisentunnel, Luisen- und Goethestraße bietet sich an, weil sie mehrere Grünanlagen, Schulen, Kitas, Spielplätze und Bushaltestellen tangiert.

Hier sollen die Gehwege mindestens 2,50 Meter breit sein – notfalls auf Kosten von Fahrbahnen. Auch an Barrierefreiheit, Begrünung, Sitzgelegenheiten und Querungshilfen an Straßenübergängen ist gedacht. Zentraler Baustein ist die benutzerfreundlichere Gestaltung des Luisentunnels. Hier werden angenehmere Beleuchtung, künstlerische Gestaltung und ein Spiegel am Tunnelknick zur Verbesserung der Sichtachse vorgeschlagen.

Ein ziemlich dickes Brett für ihr mit anderen Aufgaben ausgelastetes Team, wie Baureferentin Christine Lippert meint. Als erklärte Freundin des gesunden und kostengünstigen Gehens findet sie den Vorstoß jedoch gut und will sich um Fördermittel bemühen. Dass nicht gleich alles auf einmal realisiert werden muss, gibt SPD-Stadtrat Maurice Guglietta zu bedenken. Manche Verbesserungen, wie etwa das Ausweisen eines Halteverbots am unübersichtlichen Tunnelzugang in der Karolinenstraße, könne man problemlos vorziehen.

In einem Ergänzungsantrag drängen die Grünen darauf, den Bereich zwischen Nürnberger Straße und Gebhardtstraße im Zuge der Neugestaltung der Hornschuchpromenade als ersten Bauabschnitt in Angriff zu nehmen. Hier seien die deutlichsten Verbesserungen zu erzielen. Zum Beispiel mit neuem Pflaster.

Entlang der Achse sollen nach dem Willen der SPD verkehrsberuhigte Räume wie Spiel- und Fahrradstraße entstehen. Auch an eine auffällige Wegmarkierung ist gedacht. Geistiger Vater der Fußgängerachse ist das Vorstandsmitglied des alternativen Verkehrsclubs VCD in Fürth, Andreas Sauter, Regionalsprecher des Fachverbands Fußverkehr FuSS e. V.. Bereits 2016 hat die Fürther Stadtverwaltung sein Konzept positiv bewertet.

Die SPD sieht darin einen ersten Schritt hin zu mehr Fußgängerfreundlichkeit in Fürth. Den Auftakt für die Entwicklung eines attraktiven Gehwegnetzes für die gesamte Stadt. Dem Fußgänger als Bindeglied zwischen allen Verkehrsarten müsse mehr Rechnung getragen werden.

Das soll auch der künftige Fußgängerbeauftragte erreichen. Ein Ansprechpartner für Kritik und Anregungen. Ausgestattet mit überschaubaren Finanzmitteln soll er nach den Vorstellungen von Dietmar Most, Leiter des Stadtplanungsamtes, kleine, aber wirksame Verbesserungen ohne großen bürokratischen Aufwand auf den Weg bringen.

VOLKER DITTMAR

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