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Dienstag, 04.08.2020

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Fürth: Neue App fürs Elektroauto

Der Ladevorgang soll sich künftig deutlich vereinfachen, verspricht der "Ladeverbund+" - 13.07.2020 11:00 Uhr

Infra-Chef Marcus Steurer (links) und Markus Rützel, Geschäftsführer des solid-Ladeverbundes, stellten die jüngst freigeschaltete App vor, die das Laden von Elektrofahrzeugen erleichtern soll. © Foto: Thomas Scherer


2019 wurden im Verbund bereits 99 000 Ladevorgänge registriert. Rein rechnerisch reicht die gelieferte Ökostrommenge für sechs Millionen emissionsfreie Kilometer. Die völlig neu programmierte Software mit dem Namen "Ladeverbund+" ersetzt den bisherigen Zugang zum Freischalten der Ladesäulen via SMS und steht ab 15. Juli im Google Play Store sowie im App-Store von Apple zum kostenlosen Download bereit.

Zu diesem Stichtag passt der Ladeverbund+ auch die Tarifstruktur an. So wird das Laden an allen aktuell 550 öffentlichen Ladesäulen, 20 davon befinden sich auf Fürther Stadtgebiet, künftig nicht mehr nach Zeit, sondern nach geladenen Kilowattstunden abgerechnet.

Der Vorsitzende des Ladeverbunds und infra-Chef, Marcus Steurer, über die Umstellung: "Neben den allgemeinen Vorteilen einer App, wie etwa Stabilität und Update-Sicherheit, zahlen unsere Kunden nur das, was auch wirklich geladen wird." Früher war die Zeit, die an der Ladesäule mit aktiv verbundenem Kabel verbracht wurde, das Maß für die Rechnungshöhe – und nicht der gelieferte Strom.

 

Daten in Echtzeit

 

Elektroautobesitzer finden nach der Installation in der Kartenansicht schnell die nächste Station und sehen auf einen Blick, ob diese frei ist. "Ein großer Komfortgewinn", weiß Ladeverbund-Geschäftsführer Markus Rützel. Auf Wunsch führt die Navigationsfunktion gezielt zum Ladestandort. Mit Auswahl eines Ladepunkts sieht jeder E-Mobilist direkt seinen für ihn dort gültigen Tarif. Wird der Ladevorgang gestartet, können Daten wie die gelieferte Energie und die Kosten in Echtzeit nachverfolgt werden. Das Kundenkonto bietet einen Überblick über die Historie aller Ladevorgänge inklusive Standzeit, Verbrauch und Kosten.

Als Zahlungsoptionen stehen Lastschrift oder Kreditkarte zur Verfügung. Auch weiterhin gilt: Stromkunden eines im Ladeverbund+ organisierten Stadtwerks laden nach Registrierung zum ermäßigten Tarif. Stromkunden der N-Ergie – mit 240 Stationen der größte Anbieter im Ladeverbund – zahlen beispielsweise an allen 550 Stationen nur 32 Cent pro Kilowattstunde Ökostrom.

"An einigen Säulen wird zudem eine Blockiergebühr für die Standzeit ohne gleichzeitiges Laden fällig", warnt Steurer Elektroautobesitzer, die gerne nur so tun, als ob sie laden und sich dafür die Parkgebühren andernorts sparen. Die Umstellungen im Ladeverbund+ gehen einher mit einem Wechsel des Backend-Anbieters, also der Firma, die im Hintergrund für das Funktionieren des Systems sorgt. Künftig vertraut der Ladeverbund+ auf die Dienste des auf Elektromobilität spezialisierten Softwareherstellers chargecloud GmbH.

Die Umrüstung der Ladesäulen beginnt am 17. Juli. Bis zum voraussichtlichen Abschluss der Arbeiten Ende Juli kann es an den Ladesäulen vereinzelt zu kurzzeitigen Ausfällen kommen. E-Autos, die während anstehender Arbeiten an den Ladesäulen angeschlossen sind, können durch die Monteure kurzzeitig von der Ladesäule getrennt werden.

Die Umrüstung der Ladesäulen im Ladeverbund+ verläuft grob von Nord nach Süd. Über den aktuellen Stand informiert der Ladesäulenfinder laufend auf www.ladeverbundplus.de. Dort finden Nutzer auch weitere Informationen und eine ausführliche Video-Anleitung. Als besonderen Service bietet der Ladeverbund+ Nutzern der App bis 31. August 2020 einen einheitlichen Preis von 32 Cent pro Kilowattstunde an.

Thomas Scherer

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