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Frankens TV-Koch kredenzt bald Fertiges für Automaten

Mörtel will ab März 2020 einige Kreationen als Convenience Food anbieten - 14.12.2019 06:00 Uhr

Der Stadelner Koch kehrt zum Jahresende „Rainer’s Restaurant“ in Boxdorf den Rücken, um sich auf die Herstellung von Fertiggerichten zu konzentrieren. Hier präsentiert er eine kleine Auswahl.

© Foto: Florian Burghardt


Im Franken Fernsehen ist Rainer Mörtel immer donnerstags um 18.30 Uhr zu sehen. In seiner Sendung "Das schnelle Gericht" zeigt der Koch aus Stadeln seit acht Jahren, wie man zu Hause ohne großen Zeitaufwand etwas Leckeres auf den Teller bekommt. Das soll in Zukunft sogar noch schneller und einfacher funktionieren. Denn Mörtel will ab März 2020 eine Auswahl seiner Kreationen in speziellen Automaten anbieten.

"Die Gerichte, zum Beispiel eine Rinderroulade oder eine Portion Gänsebrust, werden fertig gekocht und dann zusammen mit der Soße vakuumiert verpackt. In den Automaten bleiben sie gekühlt, bis sie sich ein Kunde dort zieht", erklärt Mörtel. Ab diesem Zeitpunkt werden sie bei fortlaufender Kühlung etwa drei Tage haltbar sein.

Auf den Sonntagsbraten soll keiner verzichten

Nach der Vorstellung des Fernsehkochs holen sich die Nutzer ihr Essen aber direkt am selben Tag. "Beispielsweise, wenn sie in ihren Lieblingslokalen spontan keinen Tisch mehr bekommen, aber nicht auf einen Sonntagsbraten verzichten möchten", so Mörtel. Der Plastikbeutel kann dann zu Hause im Wasserbad erwärmt werden.

Das Angebot kann aber auch etwas für jeden anderen Wochentag sein. Beilagen zu Fleischgerichten, wie etwa Klöße und Blaukraut, aber auch nur fertige Soßen, Salate oder Dressings sollen die Automaten ebenfalls bereithalten. Mit rund 30 Produkten will der Koch starten. Preislich sind Beilagen und Soßen ab 1,80 Euro geplant. Das Fleisch soll pro Portion zwischen 4,80 und acht Euro kosten. Neben Dauerbrennern wie Schweinebraten und Roulade will Mörtel sein Angebot saisonal anpassen, also zum Beispiel auf die Spargelzeit oder Grillsaison ausrichten.

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Die Zubereitung der Produkte will der fränkische Fernsehkoch weiterhin selbst übernehmen – mit nur zwei Angestellten von seinem Wohnort Stadeln aus. Dort werden auch zwei seiner Automaten aufgestellt, in der Werkstraße 2. Ein dritter ist in Vach geplant. Für mindestens zwei weitere Automaten sucht Mörtel außerdem noch Standorte.

Fertiggerichte werden immer beliebter

Zwar haftet solchem Convenience Food, also Fertiggerichten, nicht der allerbeste Ruf an. Doch der Bedarf wächst, und das nicht nur in Single-Haushalten, sondern auch in der Gastronomie und bei der Gemeinschaftsverpflegung, zum Beispiel in Altenheimen oder Betrieben. Mit seinen Produkten will sich Mörtel aber von Fertigbrühe und Geschmacksverstärkern abgrenzen.

"Ich koche nur so, wie jeder denkt, dass gekocht wird", versichert er. Das bedeutet: Keinerlei Zusatzstoffe, nur echte Gewürze wie Salz, Pfeffer, Wacholder sowie frische Kräuter. Das sei ohnehin schon immer sein Motto gewesen, beteuert Mörtel und fügt augenzwinkernd hinzu: "So zu kochen ist auch nicht teurer als mit fertigem Pulver. Man muss es halt nur können."

An der Geschäftsidee selbst hat der Koch schon seit Jahren gefeilt. Bislang hatte ihm allerdings der Vertriebsweg gefehlt. Das jetzige Konzept, gibt er zu, habe er sich von Bauernhöfen abgeschaut, die zunehmend solche Automaten für ihre frischen Produkte aufstellen. Mörtels Kreationen sollen den Kunden übrigens als "Das schnelle Gericht" angeboten werden. Denn dabei handelt es sich nicht um ein hauseigenes Format des Fernsehsenders, sondern um seine eigene Marke. Der Verkauf über die Automaten soll ab März möglich sein. Dem Projekt will Mörtel den Großteil seiner Aufmerksamkeit schenken. Deshalb wird er sein Lokal "Rainer’s Restaurant" in Boxdorf zum Jahresende schließen.

Gänzlich von der Bildfläche verschwinden will er aber nicht. So wird er den Fernsehzuschauern auch in Zukunft mit seiner wöchentlichen Sendung erhalten bleiben.

FLORIAN BURGHARDT

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