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Fährt bald eine Seilbahn von Nürnberg nach Stein?

Umweltfreundliches Verkehrsmittel als "Zukunft der Mobilität" - 16.04.2019 16:00 Uhr

Deutschlands einzige wie ein Nahverkehrsmittel betriebene Seilbahn schwebt am riesigen Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I in Koblenz vorbei. Ursprünglich sollte sie nur während der Bundesgartenschau betrieben werden, doch nun ist sie eine Dauereinrichtung. © Thomas Frey/dpa


Es gibt sie in Ankara oder New York: Seilbahnen als öffentliche Nahverkehrsmittel. Schweben statt im Stau stehen, das könnte auch für die Stadt Stein eine Alternative sein, meint die örtliche CSU.

Sie stellte einen entsprechenden Antrag im Stadtrat: In einer Machbarkeitsstudie sollte geprüft werden, ob eine Seilbahn in Stein realisierbar ist. Von Nürnberg-Röthenbach am Faberschloss vorbei sollten die Menschen künftig lautlos schwebend in Stein ankommen.

Der Antrag wurde "viel belächelt", räumte zweiter Bürgermeister und CSU-Stadtrat Bertram Höfer ein. Doch er berichtete auch, dass "viele Kommunen in Deutschland über Seilbahnen nachdenken". Die CSU setze große Hoffnungen in das Thema und sehe darin die "Zukunft der Mobilität".

Einzige Seilbahn fährt in Koblenz

Tatsächlich gibt es aktuell in Deutschland nur eine Seilbahn, die man als eine Art Nahverkehrsmittel bezeichnen könnte. Koblenz-Besucher kennen sie. 2011 wurde sie gebaut, um die Gäste der Bundesgartenschau vom Rheinufer zur Festung Ehrenbreitstein zu bringen. Sie kann 7600 Personen pro Stunde transportieren, ihr Bau kostete zwölf Millionen Euro.

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Nach den ursprünglichen Plänen sollte sie nach der Schau wieder abgerissen werden, was eine Bürgerinitiative jedoch verhinderte. Nun läuft die Seilbahn bis mindestens 2025. Inzwischen sind weit über zehn Millionen Menschen in die Gondeln ein- und ausgestiegen. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf eine knappe Million Euro, wobei allein die Personalkosten einen Anteil von 640.000 Euro haben.

Wuppertal stimmt bald ab

Diskutiert über eine Seilbahn als Nahverkehrsmittel wird ausgerechnet in der Stadt, die über eine Schwebebahn verfügt. In Wuppertal, so der Wunsch einer Bürgerinitiative, soll die Seilbahn den Hauptbahnhof mit der Universität und einem Schulzentrum verbinden, eine Strecke von 2800 Metern. Es wird mit Baukosten von rund 90 Millionen Euro gerechnet. Am Tag der Europawahl am 25. Mai können die Wuppertaler über das Projekt abstimmen.

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Noch näher liegt München. In der bayerischen Landeshauptstadt erhofft man sich von einer Seilbahn über dem extrem von Staus betroffenen Frankfurter Ring Entlastung. Viereinhalb Kilometer lang soll die Strecke sein. Dazu wurde, genauso wie von der Steiner CSU gefordert, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die klären soll, ob die Seilbahn rentabel betrieben werden kann. 540 000 Euro wird allein die Studie kosten, wovon der Freistaat die Hälfte übernehmen wird. Frühestens 2025 könnten die Münchner das schwebende Nahverkehrsmittel nutzen. Soweit ist man in Stein noch lange nicht, auch wenn es viele Argumente gibt, die für eine Seilbahn als Nahverkehrsmittel sprechen.

Leise und umweltfreundlich

Sie ist, da mit Strom betrieben, leise unterwegs und ein umweltfreundliches Verkehrsmittel. Platzbedarf hat sie nur an den jeweiligen Stationen.

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In relativ kurzem Takt kann sie viele Menschen zu ihrem Ziel bringen, wobei nur ein geringer Personalaufwand nötig ist. "Wir wollen keine Möglichkeit ausschließen, die uns Verkehrsentlastung bringen könnte", unterstützte Bürgermeister Kurt Krömer den CSU-Vorstoß.

Nun soll der Vorschlag in das intermodale Verkehrsgutachten aufgenommen werden, das für die ÖPNV-Anbindung Steins an den Großraum in Auftrag gegeben worden ist. Auch an die mitbetroffene Stadt Nürnberg ist die Seilbahn-Idee weitergeleitet worden. 

Beate Dietz

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