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Entwarnung: Kein Bombenfund am Fürther Klinikum

Damit ist am Sonntag auch keine Evakuierung rund ums Krankenhaus nötig - 14.07.2020 13:20 Uhr

Alle acht Verdachtsstellen auf dem Gelände des Fürther Klinikums wurden inzwischen untersucht. Ein Blindgänger wurde nicht gefunden.

© Foto: Hans-Joachim Winckler


Auch die letzten beiden der acht Verdachtsstellen haben sich als harmlos erwiesen: Sie wurden am Dienstag von einer Spezialfirma überprüft. Dabei haben sich keine Blindgänger gefunden, wie das Klinikum und die Stadt Fürth in Pressemitteilungen bekannt gegeben haben. 

Auf dem Areal soll demnächst für 130 Millionen Euro ein neues OP-Zentrum entstehen - bevor die Bauarbeiten beginnen können, musste der Boden untersucht werden, da im Westen Fürths mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg zu rechnen ist. Für alle acht Verdachtsstellen auf der Fläche können Sprengmittel nun sicher ausgeschlossen werden, heißt es. Damit ist klar: Die Evakuierungspläne, die bereits vorsorglich für Sonntag, 19. Juli, ausgearbeitet wurden, müssen nicht in die Tat umgesetzt werden.

Im ungünstigsten Fall, beim Fund einer Bombe mit enormer Sprengkraft, hätte eine der größten Evakuierungsmaßnahmen Bayerns gedroht: Das Klinikum hätte aufwendig evakuiert werden müssen, ebenso wie vier Altenheime. 16.000 Bürgerinnen und Bürger hätten bei diesem Szenario ihre Häuser verlassen müssen. Klinikum, Rathaus und Rettungsdienste hatten für den Fall der Fälle bereits ein genaues Konzept ausgearbeitet, um eine Massen-Evakuierung reibungslos - und unter Einhaltung der Corona-Regeln - durchführen zu können.

Besonders erfreulich sei, dass "unserer Bevölkerung im potenziellen Sperrgebiet - vom verletzlichen Frühchen im Klinikum bis zu betagten Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Seniorenheime - die Unannehmlichkeiten einer Evakuierung erspart geblieben sind", heißt es in einer Pressemitteilung der Fürther Berufsfeuerwehr. Beim größten befürchteten Evakuierungsradius (1000 Meter) wären am Sonntag rund 2000 Kräfte verschiedener Hilfs- und Rettungsorganisationen im Einsatz gewesen. Man danke vor allem den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sich darauf vorbereitet hatten.

„Wir sind sehr erleichtert, denn ohne Bombe gibt es auch keine Evakuierung“, sagt auch Dr. Manfred Wagner, Medizinischer Direktor des Klinikums und Leiter des Krisenstabs Bombe. Spannend seien die sogenannten Schürfungsarbeiten dennoch gewesen, denn unter den Verdachtsstellen waren zwei ehemalige Bombenkrater, die untersucht werden mussten.

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Alarmsirene und Bombenhagel: Spätestens seit 1941 bekamen die Nürnberger die Schrecken des Zweiten Weltkrieges hautnah zu spüren. Immer wieder drangen alliierte Flugzeugverbände in den Luftraum über der Noris ein, um die Stadt zu bombardieren. Der Krieg ist seit 1945 beendet, doch seine Zeugnisse liegen noch im Erdreich unter der Frankenmetropole begraben. Immer wieder tauchen bei Bauarbeiten und Erdrutschen verrostete Fliegerbomben auf.


Der zweite war größer als zunächst angenommen: Bis zu 5 Meter tief musste am Dienstag gegraben werden, um eine "Sohlen-Sondierung" vornehmen und die Sohle, den einstigen Bomben-Detonationspunkt, schließlich freigeben zu können, wie Wagner erklärt. Gefunden wurden Splitter einer 250kg- bis 500kg-Bombe sowie Stab-Brand-Bomben.


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Am Montagabend konnte man bereits vorsichtig aufatmen, als sechs der acht Verdachtsstellen überprüft waren. Bei den Grabungsarbeiten war man auf alte Wasserleitungen und Eisenstäbe gestoßen sowie auf diverse Bombensplitter, altes Geschirr, Champagner-Flaschen, einen Nachttopf, Sodawasser-Flaschen und Kosmetik-Tiegel im ersten Bombentrichter. Für Truppführer Roland Möller sei das nichts Ungewöhnliches, heißt es in der Mitteilung des Klinikums: „Bombenkrater wurden damals von der Bevölkerung als Müllhalde genutzt“.

Auf dem Gelände, dem ehemaligen Hubschrauber-Landeplatz, soll ein Komplex mit elf Operationssälen, einer Intensiv- und Überwachungsstation sowie zwei Normalstationen errichtet werden. Es ist der erste Bauabschnitt einer umfangreichen Erweiterung des Fürther Krankenhauses.

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