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Eltern-Taxis: Erschreckende Szenen vor Fürther Schulen

Erwachsene ignorieren Halteverbote und Ampeln - Ordnungshüter kontrollieren - 18.09.2019 20:18 Uhr

Vor den Schulen herrscht wieder emsiges Treiben und Beamte der Polizeiinspektion, der Verkehrspolizei sowie Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdiensts versuchen die Eltern zu sensibilisieren. © dpa


Seit einer Woche herrscht vor den Schulen wieder emsiges Treiben. Damit es für die Kinder nicht zur Gefahr wird, müssen vor allem die Erwachsenen sensibilisiert werden. In Fürth tun das aktuell Beamte der Polizeiinspektion, der Verkehrspolizei sowie Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes und der kommunalen Verkehrsüberwachung.

Nicht immer stößt das auf Verständnis, wie Michael Dibowski selbst feststellen musste. Der Fürther Polizeichef hatte sich am Freitag vor der Grundschule Friedrich-Ebert-Straße postiert, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Die meisten Verstöße registrierten er und seine Kollegen, die alleine oder zu zweit unterwegs waren, in Sachen Halteverbot, das – zum Schutz der Kinder – vor den meisten Schulen gilt.

Viele Passanten missachteten Ampeln

Drei Verstöße bemerkte allein Dibowski bei seinem Einsatz. Zwei Eltern hätten sich einsichtig gezeigt und nach Aufforderung um die Ecke geparkt, so der Polizeichef. Eine Mutter habe sich geweigert und lieber einen Strafzettel in Kauf genommen. "Den habe ich ihr dann auch ausgestellt", sagt Dibowski, der über das Fehlverhalten einiger Eltern nur den Kopf schütteln kann. "Es ist erschreckend zu sehen, dass sich manche über die Regeln hinwegsetzen, die der Sicherheit der Kinder dienen."

Den Polizisten fielen auch Buben und Mädchen auf, die im Auto nicht angeschnallt waren. Außerdem missachten viele Passanten sowie Eltern die Ampeln vor den Schulen und laufen bei Rot über die Straße. Hier appelliert Dibowski an die Vorbildfunktion der Erwachsenen.

Manche parkten mitten auf dem Gehweg

Das taten auch die neun Mitarbeiter der kommunalen Verkehrsüberwachung, die die John-F.-Kennedy-Schule, die Grundschule Schwabacher Straße sowie die Rosenschule im Blick hatten. "Das egoistische Verhalten hat leider nicht abgenommen", beklagt Matthias Mann. Dem stellvertretenden Abteilungsleiter und seinen Leuten fielen auch heuer wieder viele Eltern auf, die trotz des Verbots vor den Schulen hielten, um ihre Kinder auszuladen. Manche parkten mitten auf dem Gehweg oder blockierten Schülerlotsen. In allen Fällen gab es Strafzettel. Vergangenes Jahr wurden rund 90 Verwarnungen im Laufe der zweiwöchigen Kontrollaktion vor den Schulen ausgestellt. Mann rechnet damit, dass es heuer ähnlich viele sein werden.

Diesmal wird der Zeitraum der Verkehrsüberwachung erstmals auf drei Wochen ausgedehnt. Danach soll es mehrmals im Monat Kontrollen vor allen Fürther Grundschulen geben.

Auch die PI verstärkt ihr Engagement noch einmal. Heute und morgen besuchen angehende Bereitschaftspolizisten einige erste Klassen, um Kinder und Eltern über die Sicherheit vor Schulen aufzuklären.

Gwendolyn Kuhn

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