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Diebstahl-Serie: 300.000 Bienen in Franken verschwunden

Schon 15 Völker sind als gestohlen gemeldet - Verdacht auf Zusammenhang - 11.03.2019 11:45 Uhr

Auf dem Gebiet der Gemeinde Aurachtal meldete ein Imker acht Bienenvölker samt Kästen als gestohlen. Laut Polizei hatten vier von ihnen einen Standort auf einer Streuobstwiese bei Neundorf, vier weitere waren am Waldrand zwischen Neundorf und Münchaurauch beheimatet. Der Diebstahl soll sich zwischen 28. Februar und Donnerstag, 7. März, abgespielt haben.

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An den anderen Tatorten in den Landkreisen Fürth und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim kamen insgesamt sieben Bienenvölker weg. Fachleute gehen davon aus, dass ein einzelnes Volk um diese Jahreszeit annähernd 20.000 Bienen zählt. Rein rechnerisch fehlt demnach aktuell von 300.000 durchaus wehrhaften Insekten jede Spur.

Tatorte nah beieinander

Auf Nachfrage sagte am Sonntag ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken: "Der Verdacht steht im Raum, dass es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt." Beweise dafür habe man bisher nicht, die Ermittlungen dauern an. Die Polizei hält es "durchaus für möglich", dass die Imker in der Region auch durch die Berichterstattung der Medien nach und nach hellhörig werden und ihre Bestände außer der Reihe kontrollieren.


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Es kann also durchaus sein, dass bald noch mehr Verluste bekannt werden. Auffällig ist: Die bisher bekannten Tatorte befinden sich in einem Umkreis von rund 30 Kilometern, einige liegen relativ nah beieinander. So sind es von Emskirchen nach Neundorf acht, von Weinzierlein nach Roßtal nur drei Kilometer.

Kriminelle Kollegen?

Auch wenn es im Raum Fürth wohl noch nicht der Fall war: Imkerverbänden zufolge kommt es im Frühjahr immer wieder zu Bienendiebstählen, weil nicht alle Völker den Winter überleben. Kriminelle Kollegen, heißt es, gleichen so schon mal auf unredliche Weise ihre Verluste aus. Sie tun das mutmaßlich abends, wenn die Bienen in den Stock zurückgekehrt sind, und laden die Behausungen mit lebender Beute in Kleintransporter bzw. auf Kfz-Anhänger. Ob eine organisierte Bande vor dem Hintergrund des aktuellen Hypes um die kleinen Honigproduzenten Bienenvölker systematisch stiehlt und verkauft, bleibt abzuwarten. 

BIRGIT HEIDINGSFELDER

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