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Dienstag, 15.10.2019

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Demo: Junge Fürther fordern ein selbstverwaltetes Zentrum

250 Menschen folgten dem Aufruf der "Aktion Protestgarten" - 18.05.2019 09:40 Uhr

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns kein Zentrum baut“: Vom Hauptbahnhof zogen die jungen Demonstranten durch die Fußgängerzone und die Gustavstraße zum Grünen Markt. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Freitagabend. Was könnte man da in Fürth unternehmen? Man könnte ins Avangio gehen. Zum Crowdsinging in der Kofferfabrik. Oder in die Frieda.

Keinen einzigen aber der jungen Demonstranten, die dem Aufruf der "Aktion Protestgarten" gefolgt sind und nun vom Hauptbahnhof zum Grünen Markt ziehen, scheint das zu reizen. Es ist ein anderes Angebot, das sie suchen: ein selbstverwaltetes Zentrum, in dem sie sich frei entfalten und kreativ sein können. "Einen Raum, in dem es möglich ist, eigene Ideen zu entwickeln", wie ein Redner der "Aktion Protestgarten" sagt. In dem sie selbst Veranstaltungen auf die Beine stellen können, ohne viele Hürden nehmen oder strenge Vorgaben akzeptieren zu müssen.

Wie schon vor einem Jahr haben sich rund 250 junge Frauen und Männer – viele aus der alternativen Szene – versammelt, um mehr Räume und mehr Freiräume in Fürth einzufordern. Seit der Protestwoche im Juni 2018, bei der die "Aktion Protestgarten", ein Zusammenschluss junger Fürther, erstmals in Erscheinung trat, habe sich zu wenig verändert.

Zwar sei man im konstruktiven Austausch mit der Stadtspitze, worüber man sehr froh sei. Und auch die Stadtratsfraktionen hätten ein gewisses Interesse an den Anliegen der Aktivisten gezeigt. "Aber wir haben gemerkt: Wenn wir denen nicht konsequent Feuer unterm Hintern machen, passiert nix", ruft ein Mitglied der "Aktion" ins Mikrofon.

Er gehört zur Arbeitsgruppe, die dem Rathaus ein Konzept für ein selbstverwaltetes Zentrum vorgelegt hat. Vorbilder sind zum Beispiel die Desi und der Z-Bau in Nürnberg. Der OB habe zugesichert, weiter nach Räumen zu suchen, sagt er.

Was in Fürth fehlt: Interview mit der Aktion Protestgarten

Manchmal werde Fürth als Nürnbergs "Westvorstadt" tituliert. "Das mit der Vorstadtatmosphäre können wir nicht verneinen", sagen die Aktivisten. Warum sie auf die Straße gehen, erklären sie am Grünen Markt so: Damit junge Menschen, die Fürth im Herzen tragen, auch mit 25 noch gerne hier leben – und nicht sagen: Ich muss endlich raus aus diesem Nest.

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