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Coronavirus: Das Fürther Klinikum sieht sich gewappnet

Erste Anlaufstelle für beunruhigte Patienten ist aber der Hausarzt - 27.02.2020 11:35 Uhr

Arbeiterinnen zählen Atemschutzmasken in einer Fabrik in Shanghai. Experten halten diese Art von Schutz nur im Umgang mit Patienten für wichtig. © Foto: Ding Ting/Xinhua/dpa


Das Coronavirus verunsichert viele Menschen. Zu spüren war das gestern unter anderem daran, dass die Internetseiten des Robert-Koch-Instituts, oberste Bundesbehörde für Infektionskrankheiten, stundenlang völlig überlastet waren. "Wegen stark erhöhter Zugriffszahlen" sei die Erreichbarkeit "derzeit eingeschränkt", meldete das RKI schon von morgens an.

Der neuartige Erreger rückt näher, auch wenn das Coronavirus in der Region noch nicht angekommen zu sein scheint. Nach Erkenntnissen des Staatlichen Gesundheitsamtes gibt es in der Stadt und im Landkreis Fürth keinen "begründeten Verdachtsfall" und keinen bestätigten Fall. Doch stellen sich Behörden und Krankenhäuser darauf ein, dass sich das ändern könnte.

Das Fürther Klinikum ist zur Influenza-Zeit sowieso gewappnet für Infektionskrankheiten. Doch gestern fand dort mit Blick auf das Coronavirus eine Sonderbesprechung statt, die sich um die Ausstattung der Beschäftigten mit Schutzkleidung drehte. Dr. Nicola Westenthanner, Medizinische Direktorin der operativen Bereiche, sagte auf Nachfrage, Atemschutzmasken, Schutzbrillen, Einmalhandschuhe und Schutzkittel seien in einem Umfang vorrätig, mit dem sich der Betrieb auch dann "mehrere Wochen" aufrechterhalten lasse, wenn sich das Personal zusätzlich um Covid-19-Erkrankte kümmern müsste. "Wir sind momentan gut gerüstet", sagte sie, betonte aber auch, dass man die angespannte Marktlage bei den Schutz-Materialien "schon sehr ernst" nehme. Man sensibilisiere die Beschäftigten nun für einen bewussteren Umgang damit, denn nicht jedes Teil müsse man tatsächlich nach einmaligem Gebrauch endgültig ablegen.

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Nach den Worten von Krankenhaushygieniker Dr. Hans-Peter Maidhof macht es keinen Sinn, sich mit leichteren Infekten der oberen Atemwege gleich an die Zentrale Notaufnahme des Klinikums zu wenden. Die erste Adresse sei der Hausarzt, sagt er, und zwar auch dann, wenn ein Patient aus einem so genannten Risikogebiet zurückkehre, zu denen das RKI in Italien aktuell die Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien zählt.

Der Hausarzt, bestätigt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, entscheide nach einem Anruf seines Patienten, ob er bei einem Hausbesuch zu Diagnosezwecken einen Rachenabstrich vornimmt oder ob er den Patienten am Rand der Sprechstunde zu sich bittet. Alle Fragen zum Coronavirus wiederum beantworte eine Hotline des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen, Telefon (0 91 31) 6 80 851 01.

Sollte das Coronavirus die Region erreichen, würde das Ordnungsamt als Sicherheitsbehörde aktiv. Vordrucke zur "Anordnung der Absonderung" in häuslicher oder stationärer Quarantäne liegen in Fürth vor und würden nach Auskunft des stellvertretenden Leiters Markus Schmid auf Anweisung des Gesundheitsamtes Infizierten oder Kontaktpersonen im Fall des Falles persönlich zugestellt.

Apothekensprecherin Claudia Röck betont, anders als Ärzte etwa könnten gesunde Bürger auf die ohnehin fast vergriffenen Atemschutzmasken und auf Desinfektionssprays verzichten. Viel wichtiger sei es, regelmäßig gründlich die Hände zu waschen und das Immunsystem zu stärken, also Vitamine in Form von Obst und Gemüse zu essen, die Schleimhäute (gegebenenfalls mit Meersalz-Spray) feucht zu halten und an die frische Luft zu gehen.

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