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Mittwoch, 05.08.2020

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Corona-Konzepte: So öffnen die Freibäder im Landkreis Fürth

Das Bibertbad startet diesen Montag, andernorts ziehen sich die Vorbereitungen noch hin - 14.06.2020 10:00 Uhr

Eventuell Ende nächster Woche geht das Veitsbronner Freibad an den Start. Das Schwimmbecken ist bereits gefüllt und will gepflegt werden. Mit einem Beckenbodensauger entfernt Veitsbad-Mitarbeiterin Rebecca Pavlic Schmutz vom Grund des Pools.

© Foto: Florian Burghardt


In Veitsbronn hat sich der Gemeinderat erst am Dienstagabend offiziell für eine Öffnung des Veitsbads ausgesprochen. Ein Starttermin steht aber noch nicht fest, auch müssen letzte Feinheiten geklärt werden. "Wahrscheinlich ist eine Öffnung zum Ende nächster Woche", sagte Veitsbronns Kämmerer, Klemens Schacher, am Mittwoch auf FN-Nachfrage. Der mehrheitliche Beschluss billigte ein Konzept, das einen Betrieb in drei Schichten pro Tag vorsieht. Von 8 bis 10.30 Uhr, dann weiter von 11 bis 16.30 Uhr und die letzte Runde von 17 bis 19.30 Uhr. In den 30 Minuten dazwischen wird jeweils geputzt.

 

Besucherzahl ist limitiert

 

"Um die Vorgaben der bayerischen Staatsregierung zu erfüllen, dürfen pro Schicht maximal 395 Personen vor Ort sein", erklärte Schacher. Somit könnten pro Tag, abzüglich Personal, 1140 Gäste das Veitsbad besuchen. An guten Wochentagen würden normalerweise zwischen 1800 und 2500 Gäste gezählt.

Den täglichen Ablauf soll auch ein Online-Buchungssystem unterstützen. Das will die Gemeinde in der Kürze der Zeit noch realisieren.

Wie genau das aussehen wird, stehe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Die potenziellen Besucher sollten am Besten die Internetseite des Veitsbads im Blick behalten, dort würden nach und nach weitere Infos bereitgestellt, rät Schacher. Dennoch wird auch der Einsatz von Sicherheitspersonal unerlässlich sein, um die Einlassbeschränkungen und Verhaltensregeln durchzusetzen. Hier schätzt die Gemeinde die Mehrkosten bei 90 Badetagen auf etwa 40 000 Euro.

Zusatzbelastungen dieser Art kommen in der diesjährigen Ausnahmesituation auf alle Freibäder zu. In Zirndorf will man trotzdem bereits ab kommenden Montag Badegäste empfangen. Das Bibertbad sieht ebenfalls einen Betrieb in drei Schichten vor: Von 8 bis 10, von elf bis 17 und von 18 bis 19.30 Uhr. Ein Online-Ticketverkauf oder eine sonstige Anmeldung ist aber laut Werkleiter Timo Schäfer technisch nicht machbar.

Beim Besuch des Freibads muss jeder Hausstand ein Registrierungsformular abgeben. Dieses ist zum Herunterladen und Vorab- Ausfüllen auf der Internetseite bibertbad.de hinterlegt – zusammen mit umfangreichen Hinweisen zu den geltenden Corona-Schutzmaßnahmen. Beispielsweise dürfen maximal 100 Personen gleichzeitig in das Schwimmerbecken, 40 in das Außenbecken. Geschwommen wird gegen den Uhrzeigersinn. Dabei sind nach vorne und hinten jeweils drei Meter und seitlich zwei Meter Abstand zu den anderen Schwimmern einzuhalten. Separate Ein- und Ausstiege sind gekennzeichnet. Außerhalb des Beckens gelten die mittlerweile üblichen Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln.

 

Security am Becken

 

Für das Großhabersdorfer Naturbad will der Gemeinderat erst in seiner Sitzung am 18. Juni die endgültige Entscheidung treffen. "Sofern das Konzept abgesegnet wird, können wir das Bad frühestens am 29. Juni für Besucher freigeben", sagte Großhabersdorfs Bürgermeister, Thomas Zehmeister, auf FN-Nachfrage. Vorgesehen sind auch hier drei Schichten zu jeweils maximal 180 Badegästen. Dadurch will man ein zu hohes gleichzeitiges Personenaufkommen im Ein- und Ausgangsbereich der Anlage verhindern.

Die Abstände auf der Liegewiese und im Wasser sollen dann eigenverantwortlich eingehalten werden, Markierungen seien nicht vorgesehen. Allerdings würden – sofern geöffnet wird – wie auch in den anderen Freibädern Sicherheitskräfte vor Ort sein, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Über einen Online-Ticketverkauf denkt man in Großhabersdorf noch nach. "Das wären natürlich weitere Kosten. Am Ende hätte es Vorteile, würde aber Menschen ohne Internetzugang ausgrenzen", erläutert Zehmeister die Überlegungen. Als eher unproblematisch wertet der Bürgermeister die Gleichstellung von Naturbädern mit Chlorwasser-Badeanstalten. Hier scheine sich herauszukristallisieren, dass für Naturbäder die gleichen Auflagen gelten. Klarheit könne man aber erst nächste Woche schaffen.

Für das Keidenzeller Naturbad nannte man auf Nachfrage noch gar kein Datum für eine mögliche Öffnung. "Wir wollen jetzt nicht vorpreschen, sind aber positiv eingestellt", sagte Jürgen Reuther von den zuständigen Langenzenner Stadtwerken. Grob hochgerechnet dürften bei einer Öffnung etwa 30 bis 40 Besucher gleichzeitig eingelassen werden. Dazu kommt: Die Nutzung des Naturbads ist kostenlos. Wenn man extra ein Kassensystem zur Registrierung installieren müsste, wäre der Verlust "noch höher, als er sowieso schon jedes Jahr ist", so Reuther.

Florian Burghardt

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