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Mittwoch, 22.05.2019

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Cadolzburg hat WBG-Pläne

Markt befürwortet Idee einer Kooperation mit Kreiskommunen - 21.02.2019 15:30 Uhr

Auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum will der Marktgemeinderat Cadolzburg neue Wege gehen. © Foto: Günter B. Kögler


Bei einem ersten Treffen hatten sich beinahe alle Gemeindeoberhäupter aus dem Landkreis auf Einladung der Stadt Fürth eingefunden, berichtete Cadolzburgs Bürgermeister Bernd Obst in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats. Alle hätten bekundet, mitmachen zu wollen, sagte er.

In einem nächsten Schritt soll ein Arbeitskreis eine Bestandsaufnahme machen und Ziele formulieren: Was genau kann eine WBG leisten? Wie profitieren die Gemeinden von einer Gründung? Wie sieht es rechtlich, steuerlich und wirtschaftlich aus?

Den Beschluss zur Mitarbeit fällte der Gemeinderat bei nur einer Gegenstimme. Zuvor hatte Obst dafür geworben, "diesen zielführenden Weg zu beschreiten": Auch in Cadolzburg würden die Mieten steigen, teilweise auf über zehn Euro je Quadratmeter, sagte er. Sozial verträglicher Wohnraum hingegen werde selten. "Das Problem betrifft auch Familien mit ganz normalem Einkommen", bedauerte der Rathauschef. Daher sollte der Wohnungsbau nicht "dem Spiel der Marktkräfte überlassen werden", forderte Obst.

Allein Max Krauß (PWG) stimmte gegen die Beteiligung Cadolzburgs. Krauß lehnt grundsätzlich ab, dass sich Kommunen im Wohnungsbau engagieren. Der Freistaat Bayern habe seine Wohnungen verscherbelt und sich dadurch entschuldet. Die Kommunen sollen jetzt investieren; das sehe er überhaupt nicht ein, meinte Krauß.

Obst entgegnete, dass sich der Gemeinderat um die Menschen vor Ort kümmern solle, nicht um die "große Politik". Es sei zudem unklar, ob bei den Entscheidungen der Staatsregierung Wohnungen im Landkreis Fürth betroffen waren. Im Jahr 2013 hatte die staatliche Landesbank 32 000 Wohnungen an einen Konzern verkauft, der Freistaat selbst hatte auf eine Übernahme der Immobilien verzichtet und war dafür von den Kommunen kritisiert worden.

Michael Bischoff (SPD) nahm hingegen das Landratsamt aufs Korn. Er vermisse ein Engagement des Landkreises, der über seinen Tellerrand hinaussehen solle, wie er es auch in anderen Bereichen freiwillig mache, forderte er.

Dankbar, so Bischoff, sei er jenen Landwirten, die zum Beispiel in Wachendorf Wohnraum zu relativ günstigen Mieten anbieten würden. Er wolle gar nicht daran denken, was passiere, wenn diese Häuser in die Hände eines Immobilienkonzerns fallen würden. 

Martin Kypta

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