Donnerstag, 23.05.2019

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40 Millionen Euro: So viel kostet das Steiner Jahr

Zehn Millionen Euro Investitionen fließen in die Infrastruktur der Stadt — Immer höher ist der Aufwand für Kinderbetreuung - 31.03.2019 16:00 Uhr

Immer mehr Kindertagesstätten mit Ganztagesbetreuung haben immer mehr Personal zur Folge. Das bekommen auch Städte wie Stein in ihrem laufenden Haushalt zu spüren. Die Personalkosten steigen in Stein auch deshalb in diesem Jahr. © Foto: Georg Wendt/dpa


Investitionen in die Infrastruktur - welche plant die Stadt Stein in diesem Jahr?

Zu den größten Brocken gehören Ausgaben für die Gebäude der Kinderbetreuung. 1,9 Millionen Euro zahlt die Stadt für den Neubau der Kindertagesstätte der Paul-Gerhardt-Gemeinde. In dem Betrag enthalten sind sämtliche staatlichen Zuschüsse, die durchgereicht werden, 700 000 Euro muss die Stadt aufbringen. Endlich realisiert wird heuer der Aufzug an der Alten Kirche, um den einzigen größeren Veranstaltungssaal der Stadt barrierefrei zu machen: Kosten 550 000 Euro.

An Grund- und Hauptschule sollen schon heuer die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt werden. Dafür sind 350 000 Euro eingeplant. Zum Thema passt auch die Anschaffung eines EDV-Speichers für die Verwaltung, für den 2019 die erste große Marge von 250 000 Euro nötig ist. Dies dient auch dem Datenschutz.

Steins Sportler haben während der Sanierungsphase des Gymnasiums ein Platzproblem, da sie die dortigen Sportplätze nicht nutzen können. Abhilfe schafft ein Kleinfeld für 200 000 Euro. Ein großer Brocken ist die Straßensanierung des Heuwegs für 540 000 Euro. Diese Summe wäre früher durch die Straßenausbaubeitragssatzung wieder von den Bürger einkassiert worden. Nach deren Abschaffung hat der Freistaat Ersatz angeboten, doch da für ganz Bayern nur 150 Millionen Euro plus 50 Millionen Euro in einen Topf für Härtefälle zur Verfügung stehen, ist ungewiss, ob Stein nicht auf einem Großteil der Ausgaben sitzen bleibt.

 

Was sind die laufenden Kosten?

In diesem Teil der Haushalts — Verwaltungshaushalt genannt — findet sich alles, was alljährlich an Ausgaben anfällt: von Beiträgen zu Verbänden über Energie für kommunale Gebäude bis zu Personalkosten. Letztere haben es in sich. Wie May erläutert, sind bei den Kindertagesstätten nicht die Investitionen in Gebäude das Problem, sondern das stetig steigende Personal, das für immer mehr Einrichtungen nötig ist. Am Gehalt jeder Erzieherin, Kinderpflegerin oder Haushaltshilfe in einer Kita ist die Stadt beteiligt.

Ein stattlicher Betrag fällt als Kreisumlage an. Geld, das die Kommunen an den Landkreis überweisen, damit dieser seinen Aufgaben — wie beispielsweise der Sanierung des Gymnasiums — nachkommen kann. In Stein sind das heuer 6,2 Millionen Euro. Wobei der Stadt zugute kommt, dass der Landkreis Fürth seinen Hebesatz für die Umlage gesenkt hat.

 

Woher hat die Stadt das Geld?

Mehrere Säulen ergeben die Summe von rund 40,6 Millionen Euro, die im Haushalt steht. Einen Teil bringen die Bürger über ihre Einkommensteuer selbst auf. In Stein sind das fast 10 Millionen Euro. Einen wichtigen Beitrag liefern die Betriebe mit der Gewerbesteuer, da diese Steuer rückwirkend anfällt, kann sie nur geschätzt werden. Der Kämmerer rechnet hier traditionell vorsichtig mit 3,5 Millionen Euro an Einnahmen. Auch die Grundsteuer ist ein bedeutender Posten im alljährlichen Etat. Die Immobilienbesitzer zahlen 2,2 Millionen Euro an die Stadtkasse.

Freistaat und Bund überweisen den Kommunen Geld für ihre Aufgaben. Für Stein sind 2019 4,4 Millionen Euro zugesagt.

 

Muss die Stadt zusätzliche Schulden machen?

An Krediten nimmt die Stadt netto 1,1 Millionen Euro auf. Netto deshalb, weil sie gleichzeitig Darlehen über rund 530 000 Euro tilgt. Angesichts der immer noch anhaltenden Niedrigzinsphase sei das durchaus vertretbar, meint Bürgermeister Krömer. Sollte die Stadt den kompletten Betrag benötigen, dann läge ihr Schuldenstand Ende 2019 bei 13,6 Millionen Euro, pro Kopf bedeutet das 978 Euro. "Dafür schaffen wir Werte in der Stadt", betont der Bürgermeister. 

Beate Dietz

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