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Freitag, 18.10.2019

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Zu wenig Kita-Plätze: Maßnahmen-Paket in Forchheim

Erste Ideen für neue Kinderbetreuungsplätzen ausgelotet - 14.05.2019 16:00 Uhr

In der Lichteneiche könnte ein Kindergarten entstehen. Mit acht Ja-Stimmen konnten sich die Stadträte des Haupt-Personal- und Kulturausschusses hier eine Container-Übergangslösung vorstellen. Vier Stadträte sprachen sich dagegen aus. © Foto: Roland Huber


  Dass man sowohl im Kindergarten-, als auch im Krippenbereich dringend die Ärmel hochkrempeln muss, ist ohne Zweifel. Zwar sind "etwa 40 Kinder" in der Zwischenzeit, auch bedingt durch den Schulkorridor, nachgerückt, erläuterte Gabriele Obenauf, Leiterin des Amtes für Jugend, Bild, Sport und Soziales bei der Stadt Forchheim den Stadträten des Haupt-, Personal-, und Kulturausschusses. Doch das macht das Kraut nicht fett: "Die Zahlen sind immer noch sehr hoch von Kindern, die wir unterbringen müssen", sagt sie und macht dabei auch klar: "Der Platzbedarf ist nicht durch Interimslösungen machbar."

Karolinger Straße 13

Seit längerer Zeit in der Diskussion der Räte ist das Wohnhaus in der Karolingerstraße 13, das im Besitz der Pfründnerstiftungen ist. Als Erweiterung des Kindergartens Sattlertor soll eine Kindergartengruppe für Drei- bis Sechsjährige hier einziehen. Im Erdgeschoss würden sich dann die Gruppenräume, im ersten Stock die Spielräume und im Dach ein Mehrzweckraum befinden.  Rund 450 000 Euro soll der Umbau kosten, die Kosten sind voll förderfähig. Überdies könne man im Januar nächsten Jahres bereits anfangen. Mit einer Gegenstimme stimmten die Stadträte dafür, das Projekt weiter zu verfolgen. Genehmigt hat die Fachaufsicht eine auf zwei Jahre befristete Erhöhung um fünf weitere Plätze im Kinderhort Sattlertor aufgrund der vorhandenen Warteliste.

Modulbauweise bedeutet Container

"Relativ kurzfristig" ist auch eine Modulbauweise in der Merowinger Straße möglich. Dort ist die Stadt Forchheim Eigentümerin eines Grundstücks nördlich des Demenzzentrums. Container könnten dort als Übergangslösung dienen, bis an selber Stelle ein Neubau entstehen könnte. Doch für lau sind auch die Container nicht zu haben: Die Anmietung würde für 36 Monate inklusive Bodenplatte, Transport und Fundamentierung rund 670 000 Euro verursachen, dazu käme noch, dass das Grundstück für rund 340 000 Euro erschlossen werden muss und die Außenanlagen, die man anschließend mit den Kindergarten-Neubau nutzen könnte, mit rund 240 000 Euro zu Buche schlagen.

670 000 Euro für Container

Doch die Kosten für drei Jahre gefallen den Räten nicht wirklich: "Grenzwertig" findet Udo Schönfelder (CSU) den Batzen Geld und fragt, warum man denn nicht kaufe, statt zu mieten. Dann könnte man, und das schlägt auch Thomas Werner (CSU) vor, die Module mehrfach nutzen. Auch Manfred Hümmer (FW) warnt vor einer "enormen Kostenfalle. Das ist Geldverschwendung hoch drei!" "Der Kauf kostet nicht viel mehr als 670 000 Euro", bestätigt Uwe Kirschstein, der die "Frage des Kaufes klären" will und gleichzeitig dafür "plädiert, dass die Module eine Interimslösung sind". Kaufe man die Container, so Hochbauamtsleiterin Sigrun Wagner, dann liege die Förderung bei 90 Prozent. Bei einer Anmietung sei fördertechnisch mit 30 000 Euro auf die Mietzeit zu rechnen.

Karl-Heinz Fleckenstein bringt noch einen alternativen Kindergarten-Standort ein, nämlich den alten Germania-Sportplatz am Schießanger, auch dieses Grundstück gehört der Stadt.

Keine Kita in der Mayer-Franken-Straße

Gescheitert hingegen ist eine zeitlich befristete Kindertagesstätte in Modulbauweise in der Mayer-Franken-Straße im Rahmen des Bauvorhabens der GWS/St.-Joseph-Stiftung im südlichen Teil des Areals. Nach geraumer Zeit müsste hier der Kindergarten der Wohnbebauung weichen. Das Grundstück wäre zwar erschlossen, doch die Kinder müssten über die Baustelle zur Kita laufen. "Den Baustellenbetrieb kann man Kindern nicht zumuten", so Sigrun Wagner.

Das Wohnhaus in der Karolingerstraße soll für 450 000 Euro umgebaut werden, hier kann eine Gruppe der Kita Sattlertor unterkommen.


Mit acht Dafür- und vier Gegenstimmen konnten sich die Räte hingegen eine auf drei Jahre befristete Interimslösung, ebenfalls in Modulbauweise, in der Lichteneiche vorstellen. Das Grundstück ist momentan ein Bolzplatz und liegt im hinteren Teil der Annafestwiese. Vorteil: Das Grundstück ist teilerschlossen, so dass eine Umsetzung zeitnah passieren könnte. "Entschieden dagegen", sprach sich Annette Prechtel (FGL) für die Lichteneiche-Lösung und den Wegfall des Bolzplatzes aus: "Wir können nicht ein Problem lösen und dafür ein anderes schaffen." Manfred Hümmer (FW) fragte sich, ob der Kindergarten, "mit dem Annafest-Betrieb kompatibel" sei.

Auf der Reuther Hut?

Bereits in der März-Sitzung hatte Gabriele Obenauf den großen Bedarf von Kiga und Kita-Plätzen in Forchheim-Ost skizziert. In diesem Zusammenhang wies sie auch auf den "erheblichen Sanierungsbedarf" des Kindergartens Reuth hin. Deswegen legt man nun den Blick auf die Reuther Hut, wo ein knapp 10 000 Quadratmeter großes Grundstück in nächster Nähe zum Sportplatz als Standort für einen fünfgruppigen Kindergarten gut geeignet erscheint. "Die Fachaufsicht hat das Grundstück befürwortet", so Obenauf. Auch OB Kirschstein fand den Standort auf der Hut " sehr attraktiv". Thomas Schuster (CSU), befand die "Lösung nicht optimal" und erinnerte an die An- und Abfahrt der Kinder auf dem steilen Berg der Reuther Hut mit einer Steigung von 18 Prozent. Sieben Räte sprachen sich dafür aus, fünf dagegen.

Viel Diskussion gab es im Vorfeld des Baus des Kindergartens Rotznasen am Ernst-Reuter-Platz, wurde doch damals ein Teil des Bolzplatzes dem Kindergarten zugeschlagen. Annette Prechtel erinnerte an das "Versprechen, den Bolzplatz zu erhalten" ebenso wie Ute Samel (SPD). In der aktuellen Diskussion hat sich der Verein Rotznasen e.V. negativ zu einer möglichen Erweiterung geäußert. Allerdings, könne man sich eine Außengruppe im Rahmen eines Waldkindergartens vorstellen. Ein Ausbau der bestehenden Gebäudlichkeiten wäre also nicht nötig. Für die mögliche Errichtung eines Waldkindergartens votierten die Räte einstimmig.

Verhandlungen mit Schneckenhaus-Betreiberin?

In den nicht öffentlichen Teil verschoben wurde die Diskussion zur Kita Schneckenhaus. Im Jahr 2018 wurde die Einrichtung in der Sudetenstraße aufgegeben (wir berichteten). Nun soll geklärt werden, ob die Stadt Forchheim in Kaufverhandlungen tritt. Oberbürgermeister Kirschstein: "Das Schneckenhaus würden wir gerne als Einrichtung herstellen." Kauf- und Umbaukosten wären dabei förderfähig, nicht förderfähig ist allerdings der Grundstückserwerb.

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