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Walkersbrunn: Energie von der Sonne

Mit Solarpark ist Gräfenberg zu zwei Dritteln autark - 01.04.2019 10:00 Uhr

Der Solarpark bei Walkersbrunn mit seinen mehr als 25 000 Modulen soll Gräfenberg ein Stück weit unabhängiger machen von großen Energieversorgern. © Foto: Petra Malbrich


Von Guttenburg nach Walkersbrunn fahrend fällt die Dimension des Solarparks richtig ins Auge. Auf einer Fläche von 8,5 Hektar sind 25 338 PV-Module aufgestellt. 7,2 Megawatt leistet die Anlage. Die Fläche wurde auf 20 Jahre verpachtet, mit der Option auf zwei mal fünf Jahre zu verlängern.

"Der Landkreis freut sich über diesen Solarpark", meinte die stellvertretende Landrätin Rosi Kraus (CSU). Der Solarpark sei nicht nur das größte Projekt der Firma Anumar, sondern auch der größte seiner Art im Landkreis. Dass Gräfenberg damit eine Vorreiterfunktion einnimmt, gefiel Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD).

Ein Walkersbrunner Landwirt hat die Fläche zur Verfügung gestellt. Außerhalb des eingezäunten Geländes sind große Steinhaufen. Auch unter den Solarmodulen sind große Ackersteine sichtbar. Diese Steine waren der Grund für die Entscheidung des Landwirts. "Auf diesem Untergrund ist kaum etwas gewachsen", sagt der Landwirt und entschied sich schon vor zehn Jahren dazu, hier einen Solarpark errichten zu lassen.

Die beauftragte Firma war bereits in der Planungsphase, als der Staat das Gesetz änderte und einen Solarpark auf landwirtschaftlichen Flächen untersagte. Jahre später wurde das Gesetz wieder geändert. "Auf von Natur aus benachteiligten Flächen darf ein Solarpark errichtet werden", erklärt der Landwirt Hans Ebenhack und kam zur Firma Anumar.

Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der beiden Geschäftsführer Andreas Klier und Markus Brosch zusammen. Mit den Arbeiten am Solarpark wurde im November vergangenen Jahres begonnen. Die Pfosten für die Module wurden nicht betoniert, sondern in den Boden gestampft. Kein leichtes Unterfangen bei dem Boden.

"Wir sind steinreich"

"Wir sind hier steinreich. 7000 Pfosten in den Boden zu stampfen ging nicht so einfach. Wir haben im Vorfeld Löcher gebohrt", meinte Markus Brosch. Zudem wurden 120 000 Schraubverbindungen angebracht. "2000 Haushalte werden jetzt mit Energie versorgt", betonte Klier. Das ist eine Hausnummer, die Bürgermeister Nekolla und die Stadträte Matthias Striebich (Grüne) und Martin Kempe (FW) gerne hörten.

Nekolla: "Wir stehen hinter der regenerativen Energieversorgung. Wir wollen aus der Steinkohle aussteigen und vom Atomkraftwerk weg. Da bieten sich die regenerativen Energien an. Was von der Stadt mit den Gemeindeteilen aktuell an Strom verbraucht wird, konnten wir bisher schon zu einem Drittel mit regenerativen Energien abdecken. Wenn der Betreiber nun ans Netz geht, sind es zwei Drittel."

Der Bürgermeister stand mit den beiden Geschäftsführern vor einer der fünf Trafostationen stand. Eine Kabeltrasse wurde bis zum Feuerwehrhaus gebaut. An dieser Stelle dankte Klier auch den Anliegern, deren Felder oder Wiesen noch ein wenig unordentlich aussehen.

Apropos Wiesen. Auch unter den Solarmodulen wird es bald blühen, wird doch eine Bienenweide ausgesät. "Wir arbeiten mit lokalen Imkern zusammen", erklärt Martina Wurzel, die Projektmanagerin von Anumar, die gleich ein Glas "Solarparkhonig" als Dankeschön für Bürgermeister Nekolla holte.

Wurzel: "Wir versuchen das Projekt als Ganzes zu betrachten. Wir sind nicht nur für grünen Strom, sondern auch für die Insekten." Zudem würden diese blühenden Wiesen unter den Modulen auch von seltenen Vögeln angenommen werden. Die Zäune wurden eigens höher gesetzt, damit die Tiere den Park wieder verlassen können.

Je nach Interesse trennten sich die Besucher dann, um von Andreas Klier die Trafostationen oder von Markus Brosch die Wechselrichter erläutert zu bekommen. Auch Werner Steinbrecher, Besitzer des Steinbruchs Bärnreuther-Deuerlein und Betriebsleiter Frank Eichler informierten sich, wo man im Betrieb Energie einsparen kann. "Es ist sinnvoll, wenn man die Natur nutzen kann. Wozu sollte man von Hamburg runter ein Stromkabel legen, wenn man den Strom hier kostenlos hat. Man sollte den Ressourcenverbrauch optimieren", meinte Steinbrecher. Für die Stadt ist dieser Solarpark in jedem Fall ein weiterer enormer Schritt in ihrem Energieziel autark zu sein.

PETRA MALBRICH

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