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Umweltminister Glauber fordert bei der Biotopkartierung "ein besonders sensibles Vorgehen"

Landwirte sind sauer auf den Freistaat und sorgen sich um ihre Zukunft - 13.04.2019 09:47 Uhr

Aus einem Obstgarten ist nach der Biotopkartierung ein Biotop geworden, für das es strengere Regeln zu beachten gilt als zuvor: Geschehen ist das in Großenbuch, einem Ortsteil von Neunkirchen. Bei den Landwirten im Landkreis hat die Kartierung Verunsicherung ausgelöst.


Die Angst unter den Landwirten vor den Konsequenzen der Biotopkartierung scheint groß gewesen zu sein, wie eine Versammlung des Bayerischen Bauernverbands in Weingarts zeigte. Im Raum stand die Befürchtung, dass für bestimmte Flächen Regeln das Wirtschaften schwer machen. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) im NN-Interview:

Ein Kritikgewitter ist unter den Landwirten im Landkreis um die Biotopkartierung entstanden. Sie bildet eine Grundlage bei der Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. Hierfür werden schützenswerte Flächen einer Region erfasst. In Bayern ist das Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg dafür zuständig. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) hat die Kartierung gestoppt.


Die Biotopkartierung ist nach Ihren Worten vom Tisch. Wie groß schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass Sie in Kürze wieder auflebt?

Für mich war von Anfang an klar: Der vorgelegte Entwurf für die Biotopkartierung im Landkreis Forchheim kann so nicht bleiben. Das Verfahren wird jetzt neu aufgesetzt. Transparenz und Dialog werden das weitere Verfahren prägen. Wir müssen beim Schutz der Natur die Menschen mitnehmen. Es muss der Dreiklang gelten: Informieren, diskutieren und dann erst kartieren. Dazu müssen alle Beteiligten an einen Tisch, vor allem unsere Landwirte und die Kommunen.

Welche denkbaren Konsequenzen hätte die Kartierung für Streuobstwiesen?

In unserer Region mit ihren vielen bedeutenden Streuobstwiesen ist ein besonders sensibles Vorgehen erforderlich. Die Veranstaltungen in der Region haben gezeigt, wie groß der Diskussionsbedarf vor Ort ist. Deshalb war es für mich wichtig, dass das Landesamt für Umwelt sich dieser Diskussion stellt. Miteinander zu sprechen ist der Schlüssel. Darüber hinaus haben wir die 3600 Kartierungen, die in den Jahren 2014 bis 2018 stattgefunden haben, bereits gelöscht.

Wo sehen Sie generell die Auswirkungen des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" für die Landwirte?

Ich habe immer betont, dass der Schutz unserer Natur und der Artenvielfalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Diese Aufgabe kann nicht von einer Berufsgruppe allein übernommen werden. Ich habe mich immer für ein Volksbegehren Plus ausgesprochen. In diesem Zuge werden wir das Volksbegehren um passgenaue und praxisgerechte Begleitregelungen für den Artenschutz und für unsere Landwirte ergänzen. Das gilt speziell auch für Streuobstwiesen. Ich verstehe die Verunsicherung. Ich werde mich für eine langfristige Lösung einsetzen, mit der die Bewirtschaftung und Pflege dieser Flächen auch zukünftig möglich ist. Auch ein finanzieller Ausgleich muss geschaffen werden.

Was raten Sie den Landwirten in der jetzigen Situation bei den Themen Volksbegehren und Biotopkartierung?

Aktuell läuft der Runde Tisch unter Leitung von Alois Glück. Hier bringt sich auch die Landwirtschaft mit guten Vorschlägen in den weiteren Prozess zur Umsetzung des Volksbegehrens ein. Das ist der richtige Weg. Entsprechend werde ich am kommenden Donnerstag, 18. April, um 19 Uhr, eine Infoveranstaltung in der Hirtenbachhalle in Heroldsbach durchführen. Über ein reges Kommen und Austauschen würde ich mich sehr freuen.

FRANZ GALSTER

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