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Freitag, 07.08.2020

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Tischtennis: Effeltricher Sieg in letzter Instanz

Dennoch müssen die Tischtennisspieler weiter um den Verbleib in der 3. Bundesliga bangen - 09.07.2020 17:50 Uhr

Wo werden Marius Zaus (links) und Alexander Rattasep künftig die Tischtennisschläger schwingen? Die Zukunft der SpVgg DJK Effeltrich ist nach wie vor ungewiss, die Mühlen der Verbandsjustiz mahlen langsam.


Rückblende: Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) hatte am 1. April die laufende Saison aufgrund der Covid19-Pandemie abgebrochen und den damaligen Zwischenstand der Tabelle zur alleinigen Grundlage von Auf- und Abstiegen gemacht. Die erste Herrenmannschaft der DJK SpVgg Effeltrich sollte demnach von der 3. Bundesliga in die Regionalliga absteigen.

Bei dieser Wertung war allerdings nicht berücksichtigt worden, dass die Mannschaften der 3. Bundesliga eine unterschiedliche Anzahl an Spielen ausgetragen hatten. Die DJK hatte beispielsweise zwei Spiele weniger als zwei direkte Konkurrenten. Diese hätte man angesichts der Rückrunden-Verstärkung durch den Japaner Yutaka Kashiwa mit großer Wahrscheinlichkeit erfolgreich gestalten können, so die Auffassung der Effeltricher. Ferner sei auch nicht berücksichtigt worden, dass die Restprogramme der um den Abstieg spielenden Mannschaften sehr unterschiedlich waren.

Aus Sicht der DJK-Funktionäre war dieses Vorgehen nicht mit der Wettspielordnung des DTTB vereinbar und auch offensichtlich sportlich ungerecht, so dass man sich zu einer Klage entschied.

An diesem Mittwoch hat das Bundesgericht des DTTB nun nach mehr als drei Monaten der DJK Recht gegeben. Die Entscheidung, die Saison alleine auf Basis des Zwischenstandes zu werten, war rechtswidrig, lautete das Urteil. Vielmehr hätte der DTTB eine Härtefallregelung aufnehmen müssen.

"Wir haben damit ein erstes Etappenziel erreicht." sagt Jürgen Weninger, der Sportliche Leiter der DJK, "Der Ball liegt jetzt wieder beim DTTB. Dieser muss nun eine neue Regelung erlassen."

Derzeit werden bereits die Spielpläne für die kommende Spielzeit erstellt. Bislang natürlich alles unter dem Vorbehalt des bislang ausstehenden Urteils. Die DJK sieht bei sich selbst einen erheblichen Härtefall gegeben. Man geht daher davon aus, dass der Bundesverband nun die fast vierteljährige "Hängepartie" beenden und für Rechtssicherheit sorgen wird. Hierzu müsste er die DJK nach deren Auffassung wieder in die 3. Bundesliga eingliedern.

Sollte er dies nicht tun, kündigt der Verein erneute juristischen Auseinandersetzungen an, die weitere Monate dauern würden und wohl nicht vor dem Saisonbeginn abgeschlossen wären. Diese Situation wäre ein Worst-Case-Szenario für den Verband und alle betroffenen Vereine.

"Mir ist keine andere Sportart bekannt, in der Mannschaften aus einer Bundesliga absteigen müssen, ohne dass die Saison zu Ende gespielt wurde. Selbst im Tischtennis wären wir der einzige Verein gewesen, der alleine deshalb aus einer Bundesliga abgestiegen wäre", so Jürgen Weninger.

Auch deshalb geht die DJK mit Blick auf Handball, Eishockey, Basketball und Volleyball davon aus, dass sich der DTTB nunmehr an deren Regelungen ein Beispiel nehmen und eine Entscheidung zum Wohle der betroffenen Vereine treffen wird.

Das Bundesgericht hat dem Verband für seine Entscheidung Spielräume gelassen. So befürchtet man in Effeltrich, dass möglicherweise eine Quotienten-Regelung zum Tragen käme, die der DJK angesichts der oben geschilderten Umstände nicht weiterhelfen würde, weil die großen Hoffnungen ja auf den noch nicht ausgetragenen Partien ruhten.

Die endgültige Entscheidung des DTTB bleibt daher abzuwarten. Auch nach über einem Vierteljahr besteht die Spannung über den Ausgang der (inklusive Nachspiel) längsten Saison der Vereinsgeschichte also noch ein bisschen weiter fort. Aber auf diese Art Nervenkitzel könnte das Team um Kapitän Alexander Ratassep sicherlich gut verzichten.

nn/hp

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