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Sparsamkeit ist für Gräfenberger Haushalt oberstes Gebot

Stadt stellt mit Gesamtvolumen Rekord auf - 05.05.2019 13:52 Uhr

Das Gräfenberger Bad ist in die Jahre gekommen. Ein Neubau mit Lehrschwimmbecken für Schulkinder soll rund 3,5 Millionen Euro kosten — ein dicker Brocken, den es zu schultern gilt. © Archivfoto: Petra Malbrich


Dass das bisschen Haushalt. . . so wie Johanna von Koczian einst trällerte, sich eben doch nicht so ganz von alleine macht, davon können auch die Gräfenberger ein Lied singen. Mehrfach hatte man sich zu Vorberatungen getroffen, um nun in einer finalen Sitzung dem Haushalt einstimmig zuzustimmen.

Mit einem Gesamtvolumen von 11 424 600 Euro ist es der größte Haushalt, den die Ritter-Wirnt-Stadt je aufgestellt hat, der Verwaltungshaushalt konnte mit 7 098 600 Euro, mit einem Minus von einem Prozent, das entspricht 68 500 Euro, relativ konstant im Vergleich zum Vorjahr gehalten werden. Beim Vermögenshaushalt kann man sich die Augen reiben, dort wird ein sattes Plus von 17,3 Prozent, das sind 637 900 Euro, verzeichnet, das Volumen liegt bei 4 326 000 Euro. Das zauberte sogar dem sonst eher nüchternen Zahlenmenschen, Gräfenbergs Kämmerer Ernst Steinlein, ein Lächeln und ein "sehr erfreulich" ins Gesicht.

Viel Geld investiert Gräfenberg in die Kleinsten, den dicksten Brocken hat man mit dem Kindergarten Thuisbrunn mit 37 Kita-Plätzen zu schultern, allein dort liegen die Personalkosten bei 227 300 Euro. Insgesamt beziffern sich die Personalkosten für alle 18 tariflich Beschäftigten, vom Bauhofmitarbeiter bis hin zum Badewart, für das Jahr 2019 auf 1 035 800 Euro.

Relativ übersichtlich

Weil Gräfenberg Mitglied im Abwasserzweckverband Obere Schwabach ist, muss es als Mitgliedsgemeinde auch anteilig für Betriebs- und Investitionskosten aufkommen: Blickt man auf die vergangenen Jahre, so haben sich Kosten hier innerhalb der vergangenen Jahre fast verdoppelt, im Jahr 2019 steht eine Gesamtumlage von 442 954 Euro im Haushaltsplan. Im Gegensatz dazu sei die Umlage an der Abwasser-Zweckverband Trubachtal, in dem Abwässer von Thuisbrunn, Hohenschwärz und Haidhof eingeleitet werden, mit rund 46 000 Euro, wie Kämmerer Steinlein betonte, "relativ übersichtlich".

Ein Blick in die Kasse zeigt: Die Verbindlichkeiten beliefen sich zum Ende des Jahres 2018 auf 2 147 634 Euro im Vergleich zu 2007, wo noch mehr als sieben Millionen Euro Schulden die Haare der Stadträte grau werden ließen. Die Reduzierung der Schulden um rund fünf Millionen Euro "das ist ein Erfolg" so Kämmerer Steinlein, doch "das muss noch weniger werden".

Auch Bürgermeister Nekolla weist in seiner Haushaltsrede auf den niedrigen Schuldenstand hin, "diese 2 147 634 Euro entsprechen in etwa der Verschuldung des Jahres 1994. Das bedeutet, wir haben aktuell die niedrigste Verschuldung seit 25 Jahren".

"Schuldenberg steigt wieder an"

Doch werden sich die Schulden in den Folgejahren nicht so schnell abbauen lassen, wie von allen Seiten gewünscht, im Gegenteil: Für das Haushaltsjahr prognostiziert Steinlein eine Pro-Kopf-Verschuldung von 728 Euro oder Gesamt 2 965 434 Euro. Bis zum Jahr 2022 könnte sich die Pro-Kopf-Verschuldung gar noch auf 1068 Euro erhöhen. "Der Schuldenberg ist momentan überwunden, aber er steigt wieder an", sagt Steinlein.

Zwei Großprojekte werden in den kommenden Jahren die Stadtkasse belasten: Da ist zum einen der Bau eines neuen Hallenbades für den Schwimmunterricht der Schulkinder mit einer Kostenschätzung von mindestens 3,5 Millionen Euro, und auch für die Sanierung des Freibads wird man rund zwei Millionen Euro in die Hand nehmen müssen, vor allem, nachdem die Gräfenberger mit ihrer interkommunalen Bewerbung zusammen mit Egloffstein und Streitberg beim Bundesprogramm "Schule und Sport" leer ausgingen.

Für 2019 wird eine Kreditaufnahme von 717 000 Euro geplant. Bis zum Ende des Finanzierungszeitraumes in 2022 wird ein Schuldenstand von 4,3 Millionen Euro erreicht. Deswegen, so Steinlein, sollten "alle neuen und zusätzlichen Vorhaben dahingehend überprüft werden, ob auch entsprechende Einnahmemittel zur Verfügung stehen, ob eine objektive Notwendigkeit besteht und die Folgekosten auch finanzierbar sind".

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