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Schülerin aus Ebermannstadt spielt im Franken-Tatort mit

Lily Schuster bewarb sich als Komparsin - und durfte mit den Stars in Nürnberg drehen - 19.07.2019 06:00 Uhr

Seit Juni wird der neue Tatort in Nürnberg, Fürth und Umgebung gedreht. © Foto: Tim Händel


Noch einmal tief durchatmen, noch ein kurzer Blick zu den Stars – und auf gar keinen Fall in die Kamera schauen. Dann geht es endlich los: „Uuuund bitte!“

So oft schon gingen Lily Schuster solche Bilder durch den Kopf, wenn sie anfing, von ihrer größten Leidenschaft zu träumen: dem Schauspielen. Vor wenigen Tagen wurden genau diese Bilder Wirklichkeit. Denn Lily spielt im neuen Franken-Tatort mit. Zwar nur für wenige Sekunden, aber das macht ja nichts. Hauptsache dabei. 

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"Ausgeflippt vor Freude"

Mitte Mai hat die 18-jährige Schülerin aus Ebermannstadt in der Zeitung gelesen, dass Komparsen für den Dreh des neuen Tatorts „Die Nacht gehört dir“ in Nürnberg gesucht werden. Ohne, dass sie etwas dagegen tun konnte, begann ihr Herz ein bisschen schneller zu schlagen. „Ich habe sofort eine E-Mail geschrieben und mich beworben“, sagt sie. „Und schon zwei Wochen später hat sich eine Mitarbeiterin bei mir gemeldet.“ Die Nachricht: Wir nehmen dich. „Als ich das gesehen habe bin ich ausgeflippt vor Freude“. Und sie schiebt schnell hinterher: „Auch wenn es natürlich nur eine Komparsenrolle ist.“ 


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Doch das auch diese Rolle ganz schön anstrengend und aufregend sein kann, hat sie schon wenige Tage später erfahren. An einem Donnerstag im Juni stieg sie in den Zug, um zum vereinbarten Treffpunkt, zum Plärrer nach Nürnberg, zu fahren. Von dort ging es dann weiter zum Set, dass vor einem Musik-Geschäft in der Stadt aufgebaut war.

„In Nürnberg hat man uns fünf Komparsen dann erst genau erklärt, was mir machen sollen“, sagt sie. „Und jeder hat ein extra Outfit bekommen.“ Schließlich müssen sich die Laien-Schaupsieler möglichst perfekt ins Bild einfügen. Eine gestreifte Bluse dürfe man zum Beispiel nicht tragen, weiß Lily. „Die schimmert dann auf dem Fernseher zu stark.“ 

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Gleich neben den Stars

Und als dann auch die Kleidungsfarbe stimmt, kann es endlich los gehen. Sie und eine weitere Komparsin spielen zwei Freundinnen, die den Kommissaren auf dem Gehsteig entgegenkommen.
Später wird die 18-Jährige noch ein zweites Mal eingesetzt. Hinter den „echten“ Schauspielern wirft sie Glasflaschen in einen Container. Wie lange sie im fertig produzierten Tatort tatsächlich zu sehen sein wird, weiß sie nicht. Eines aber ist jetzt schon klar: diesen Tag wird sie so schnell nicht vergessen. „Ich war zehn Stunden mit am Set. Alle Szenen müssen ja vier-, fünfmal wiederholt werden“, so Lily. „Bevor die Kamera läuft, war ich richtig aufgeregt. Man kann nicht wirklich planen, was zu tun ist, sobald es los geht, macht man einfach irgendwie.“ Wenn sie nicht vor der Kamera stand, durfte sie bei den Dreharbeiten zuschauen – und sogar mit den Schauspielern reden. 


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Mit wem, verrät sie aber nicht. Denn das dieser im Tatort mitspielt, soll noch geheim bleiben. „Ich habe ihn gefragt, wie er dazu gekommen ist, Schauspieler zu werden“, sagt sie. „Wenn man mit den Leuten spricht, merkt man, dass es auch nur Menschen sind.“ Und wer weiß? Vielleicht ist sie ja selbst bald einer dieser Stars. Den ersten Schritt hat Lily auf jeden Fall gemacht: „Ich schauspielere gerne. Meine Familie und Freunde wissen, dass ich dafür brenne und haben sich riesig mit mir gefreut“, sagt sie.

Lily hat ihre Chance doppelt genutzt

Die Chance in Nürnberg hat sie dann gleich doppelt genutzt: „Eine Regieassistentin hat gesagt, dass man merkt, dass es mir viel Spaß gemacht hat. Wenn sie wieder eine Rolle zu besetzen hat, will sie mich anrufen.“ Den neuen Tatort wird sie mit ganz anderen Augen sehen: „Mein Blick hat sich total geändert, jetzt wo ich weiß, wie viele Menschen sich selbst um die kurzen Szenen kümmern.“ 

Ob es mit dem Schauspielen wirklich klappt? Da ist sie sich noch unschlüssig: „Ich traue es mich noch nicht zu sagen, aber wenn ich ehrlich bin, will ich das unbedingt.“  

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