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Obertrubach: Vom Café Regina bleibt nur ein Berg Schutt

Traditions-Café und auch das Gästehaus werden abgerissen — Dringend nötige Straßenbaumaßnahmen sollen für mehr Sicherheit sorgen - 26.12.2018 10:00 Uhr

Einst war es eine der ersten Anlaufstellen in Obertrubach (re.), doch jetzt ist nur noch der Keller vom ehemaligen Café Regina übrig.


Die Maßnahme findet als erster Teilbereich der städtebaulichen Maßnahme Bauabschnitt drei im Hundsdorfer Weg statt. Bereits zuvor waren mit Fördermitteln aus diesem Fonds der Pfarrer-Grieb-Weg und der Schlossberg Kohlberg renoviert worden.

Ziel ist es, mit diesem markanten Unterfangen die relativ unübersichtliche und enge Straße zu verbreitern. Auf Grund der Ansiedlungen im oberen Straßenbereich hat der Verkehr deutlich zugenommen. Seit den 80er Jahren befindet sich dort auch ein Kindergarten, ein Grund mehr, sensibel auf Sicherheit zu achten.

Die teils unübersichtliche Straße wird breiter und übersichtlicher: Die noch bestehende Garage (re.) wird entfernt, die Fußgänger erhalten einen Fußweg.


Das ehemalige Café ist fast beseitigt, das darüber liegende Gästehaus folgt als nächstes. Das davor stehende private Wohnhaus an der Straße bleibt erhalten. Die dem Wohnhaus gegenüberliegende alte Garage auf der anderen Straßenseite wird beseitigt und das Areal zum Flächentausch genutzt. Ziel ist es, damit die Straßenengstelle zu beseitigen. Zum anderen wird neben dem Wohnhaus, auf dem ehemaligen Grundstück des Café Regina der Fußweg zum Berg angelegt.

Das ehemalige Café Regina stammt baulich aus den Jahren 1955/56, wie Bürgermeister Markus Grüner und Geschäftsführer Ulrich Meierhöfer bei einer Geländebesichtigung erzählen.

Michael Schmidt, Eigentümer der gleichnamigen Abbruchfirma aus Engelthal im Nürnberger Land, macht genau auf dieses Problem aufmerksam. In der Folgezeit wurde, wie oft so üblich, erweitert und umgebaut.

Vielseitig sind aus damaliger Zeit die Materialien bis hin zu Styropor. Die Entsorgung bereite nach heutigen Maßstäben erhebliches Kopfzerbrechen und sei mit viel Geld verbunden, wie Schmidt feststellt. Das Café Regina war lange Zeit in der Gastronomie das erste Haus am Platz in Obertrubach. Auf Grund einer Verkettung unglücklicher Umstände war es seit 2011 nicht mehr in Betrieb und stand mehrfach zur Versteigerung an. Die Gemeinde bemühte sich erfolgreich um den Erwerb des Ensembles Gasthaus und Gästehaus. Damit konnte eine Zersplitterung des 1800 Quadratmeter umfassenden Geländes verhindert werden — mit einer Zukunft weisenden städtebaulichen Lösung. 150 000 Euro musste die Kommune dafür auf den Tisch legen, dazu kommen 125 000 Euro für den Abbruch der Gebäude. 60 Prozent erhält die Gemeinde sowohl für den Erwerb als auch die Beseitigung des Altbestands. Zusammen mit den Fördergeldern und den Arrondierungsmaßnahmen ist Bürgermeister Markus Grüner zuversichtlich, die Kosten neutralisieren zu können.

Wie landauf landab, lässt sich auch in Obertrubach ein Trend erkennen: Nach dem Verlust des Café Regina wechselte auch das Café/Hotel Grüner 2015 den Eigentümer, stellte den Betrieb ein und stand den Asylsuchenden zur Verfügung, die es aber in die Städte zieht.

Dazu kommt in dessen Nachbarschaft das Haus Ottilie, das künftig für betreutes Wohnen Verwendung findet.

Beide Domizile stehen dem Tourismus nicht mehr zur Verfügung. Nach wie vor hat Obertrubach freilich ein großes Bettenangebot, allen voran die Bildungsstätte. Dazu kommen noch drei Hotel- oder Pensionsbetriebe auf respektablem Niveau. 

FRANZ GALSTER(Text und Fotos)

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