Dienstag, 19.11.2019

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Noch mehr illegale Müllablagerungen in Oberrüsselbach

Landratsamt ist auf der Suche nach dem Verursacher - 23.10.2019 12:00 Uhr

Dieser Haufen Asphalt ist eigentlich nicht zu übersehen. Trotzdem waschen die Gemeindeverwaltungen ihre Hände in Unschuld und wissen nicht, von wem er kommt. © Foto: Petra Malbrich


Auch Hella Ziefer, Pressesprecherin des Igensdorfer Rathauses, bestätigt, dass der nicht erst seit einigen Wochen dort liegt. Das örtliche Bauamt hatte sich den Unrat vor Ort angeschaut – und konnte diesen eindeutig der Weißenoher Flur zuordnen.

Auch Bürgermeister Rudolf Braun ist involviert. "Die Asphaltablagerungen hat ein Vollerwerbslandwirt auf seinem Grund abgelegt", weiß er. Angeblich handele es sich um geprüftes Material, das zum Wegebau verwendet werden soll. Von anderen Müllablagerungen wusste der Weißenoher Gemeindechef nichts. Er gibt jedoch zu bedenken, dass dies nicht in seinen Aufgabenbereich gehöre. Diese Müllablagerungen seien Sache des Landratsamts.

Dort sind Verantwortliche gerade dabei, zu prüfen, ob es sich um unbelastetes Material handle, weshalb sie mit der Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg und dem Weißenoher Bürgermeister in Kontakt stehen. "Ein Untersuchungsbericht, der die Unbedenklichkeit des Materials bestätigt, liegt uns noch nicht vor", sagt Adrian Huter, Leiter des Ressorts Abfallrecht. Wenn das Material unbedenklich ist, könne das Asphaltfräsgut durchaus für den Wegebau verwendet werden.

Bleiben noch die anderen Müllablagerungen. Diese seien grundsätzlich unzulässig und dürften laut dem Kreislaufwirtschaftsgesetz nur in dafür zugelassenen Abfallbeseitigungsanlagen behandelt, gelagert oder abgelagert werden. Eventuelle Ausnahmen "greifen bei Müllablagerungen in der freien Natur nicht, auch nicht, wenn es das eigene Grundstück betrifft", so Huter.

Bis zu 100 000 Euro Strafe

Wer widerrechtlich Abfall ablagere, begehe eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 100 000 Euro geahndet werden könne. Wurden sehr große Mengen oder gefährliche Abfälle abgelagert, könnte dies auch als Straftat gelten. Daneben werden die Verursacher in jedem Fall zur Entsorgung aufgefordert. Falls nötig, könnte das auch mit Zwangsmitteln durchgesetzt werden, erläutert Huter.

Für die Abfallrechtsbehörde sei die Bearbeitung der illegalen Abfallablagerungen sehr zeitintensiv. Was die Ablagerungen bei Oberrüsselbach betrifft, werde gerade ermittelt, um welche Abfälle es sich handelt und wer der Verursacher dieser Asphalt- und Müllablagerungen ist.

PETRA MALBRICH

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