Donnerstag, 19.09.2019

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Musiktalent aus Wiesenthau spielt im Landesjugendorchester

Johannes Kaul (16) strebt ein Musikstudium an - 09.08.2019 07:47 Uhr

Musikgenie Johannes Kaul am Marimbaphon, auf dem mit Aufschlagstäben Töne erzeugt werden. Der 16-Jährige aus Wiesenthau ist musikalisch sehr begabt und macht sich in Fachkreisen einen Namen. © Foto: Franz Galster


Betritt man das Zimmer von Johannes Kaul in Wiesenthau, weiß man schnell, wo die Leidenschaft des 16-Jährigen liegt. Dominant steht ein Schlagzeug im Raum, daneben ganz groß ein Marimbaphon. Es könnte auch die Pauke noch sein.

Die Erfolgsgeschichte des musikalisch begabten jungen Musikers liest sich eindrucksvoll. Johannes legt seinen künstlerischen Weg ohne großes Aufsehen in seiner Region zurück. Längst aber sind seine Fähigkeiten in Fachkreisen nicht mehr unbekannt. Eben hat er die Realschule in Ebermannstadt abgeschlossen. Jetzt will er an die Berufsfachschule nach Kronach gehen, als Vorbereitung auf ein Musikstudium.

Nur drei Plätze

Zunächst aber fasziniert ihn das Programm im Bayerischen Landesjugendorchester. 12 Bewerber gab es in Bayern, drei wurden nach dem Vorspiel in München genommen. Johannes gehört seit einigen Tagen zu ihnen. Seine Eltern sind mächtig stolz. Johannes besuchte die Musikschule in Ebermannstadt neben seiner regulären Schule. Seine Geschwister Mathias und Franziska spielten bereits im Musikverein von Kirchehrenbach – was lag näher, als ebenfalls dort mitzuwirken.

2017 schloss er sich dem Bezirksorchester Oberfranken an. Im August 2017 legte Johannes an der Musikakademie in Hammelburg die D3 (Gold) Prüfung des Nordbayerischen Musikbundes ab. Dieses Musikerleistungsabzeichen stellt die höchste instrumentale Qualifikation in der Fortbildungsstruktur der Blasmusikverbände dar. Eine mehrjährige intensive Instrumentalausbildung ist für das Bestehen absolut vorauszusetzen.

Bis zum Landesentscheid

2018 machte Johannes den nächsten Schritt nach einem Probespiel im Nordbayerischen Jugendblasorchester. Des Weiteren nahm er im März 2019 am Solo Duo Wettbewerb teil, schaffte es bis zum Landesentscheid in Marktoberndorf, wo er den ersten Platz in seiner Altersklasse belegte.

Jetzt wagte er vor wenigen Tagen mit dem erfolgreichen Aufnahmetest den großen Schritt beim Landesjugendorchester, das etwa 100 Mitglieder im Alter zwischen 13 und 20 Jahren aus Bayern umfasst. Johannes geht davon aus, bis zu vier Jahre dort mitzuwirken.

Vom 27. Juli bis zum 1. August wurde gemeinsam in Eppan/Südtirol geübt. Es folgen in der Sommersaison Konzerte in Eppan, Toblach, Oberstdorf und am Dienstag in Sulzbach-Rosenberg.

Auftritt in der Ukraine

Mit Spannung sieht Johannes dem Höhepunkt, der Reise nach Lemberg (Lviv)/Ukraine entgegen. Dort tritt das Orchester beim LvivMozArt-Festival am 9. und 10. August auf. Auf dem Programm stehen Johannes Brahms mit "Tragische Overtüre op81", Gustav Mahler mit "Lieder eines fahrenden Gesellen" und Richard Strauss mit "Also sprach Zarathustra".

Damit endet das Sommerprogramm. In der Winterphase will er wieder dabei sein. Gerne denkt er an die Musikschule in Ebermannstadt zurück und hebt seinen Lehrer Edmund Rolle hervor, der manchen Weg für ihn ebnete. "Musik ist einfach mein Leben", sagt Johannes Kaul voller Überzeugung. Seine Begabung und Ausdauer beweisen es. 

FRANZ GALSTER

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