Dienstag, 12.11.2019

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Lindelberghalle: Stöckacher geschockt über hohe Kosten

Konstruktive Aussprache bei Bürgerversammlung in Igensdorf - 08.10.2019 08:00 Uhr

Das Foto wurde im Sommer aufgenommen. Die Außenarbeiten sollen noch zu Ende gebracht werden. Dann sind knapp drei Millionen Euro ausgegeben. Die Gesamtmaßnahme könnte bis zu 6,5 Millionen Euro kosten.


  "Ich bin überwältigt von dem Interesse", sagte das Gemeindeoberhaupt. Einer der Gründe für den starken Besuch war wohl das "Schusteranwesen" in Oberlindelbach und die Lindelberghalle.

Gerade bei letzterem Thema kochten die Emotionen hoch, denn die Kosten bei der Sanierung der Lindelberghalle laufen aus dem Ruder. Hat die Verwaltung versagt, warum hat der Architekt nicht reagiert? "Wir haben das Vorhaben unterschätzt", erklärte Bürgermeister Rast. Initialzündung für die Sanierung sei die Förderung vom Freistaat Bayern gewesen. Dann kam die aufwendige Brandschutzmaßnahme mit Brandschutzwand dazu, sowie verschiedene andere Maßnahmen, die Verwaltung und Gemeinderäte überrascht hätten.

"Wir sind keine Fachleute", so Rast, "dafür hatten wir dreizehn Fachplaner und einen Architekten." Der Rat werde beraten, wie es mit der Lindelberghalle weitergehen soll. Einig waren sich alle darüber, dass die Lindelberghalle zwar in Stöckach stehe, aber allen Bürgern in Igensdorf und seinen Ortsteilen gehöre. "Deshalb brauchen wir für Veranstaltungen und Zusammenkünfte unserer Vereine die Lindelberghalle", so das Ergebnis der Bürgerversammlung.

Zuvor hatte Bürgermeister Rast über Breitband, Kindertagesstätten, abgeschlossene und laufende Baumaßnahmen, informiert.

In der Diskussion dominierte das Thema "Schusteranwesen" in Oberlindelbach, das zum Verkauf steht. Hier wurde nachgefragt, warum die Gemeinde das Anwesen nicht kauft. Laut Bürgermeister Rast wurde vom Landratsamt Forchheim der Wert des Anwesens in einem Wertgutachten auf 104 000 Euro beziffert. Damit ist der Verkäufer nicht einverstanden; er möchte wesentlich mehr haben.

"Wir wollen auch etwas für unseren Ortsteil haben", protestierte eine Bürgerin aus Oberlindelbach. "Unsere Kinder haben nichts, weder einen Spielplatz noch sonstige Freizeitmöglichkeiten", beklagten sich die Bürger aus Oberlindelbach. Vertreter Anton Eckert vom Landratsamt Forchheim habe in einem Gespräch mit der Bürgerinitiative erklärt, dass die Gemeinde das Anwesen erwerben sollte und dann Träger sein müsse, berichteten die Anwesenden. Bürgermeister Rast versprach, weiterhin mit dem Verkäufer zu verhandeln.

Weniger Temposünder unterwegs

Die Bürger von Oberlindelbach vertraten die Ansicht, dass in der Ortseinfahrt ein Tempolimit kommen solle, damit die Autos nicht mit voller Geschwindigkeit in die Ortschaft fahren. Allerdings hat die Gemeinde laut Rast an Kreis- und Staatsstraßen keine Möglichkeit zu verkehrsrechtlichen Maßnahmen. Er verwies darauf, dass bei letzten Messungen die Tempoübertretungen von 42 auf 26 Prozent zurückgegangen seien.

Anschließend ging es um ein Alten- und Pflegeheim in Igensdorf, zu dem Bürgermeister Rast mitteilte, dass 70 Einwendungen der Anwohner vorliegen: Besucherverkehr, Größe des Objekts, die Nähe zur Schwabach und Hochwassergefahr würden negativ gesehen.

Einige Versammlungsteilnehmer bedauerten die Einwände, denn Menschen die pflegebedürftig werden und einen Heimplatz benötigen, müssten ihre Heimatgemeinde verlassen.

Das Naturhotel, an dem viele Einwohner großes Interesse zeigten, verzögert sich, weil das Straßenbauamt an der Stelle nach dem Ortsschild eine Linksabbiegerspur fordert, die für den Bauherrn die Kosten erhöht. © Foto: Karl Heinz Wirth


Auch das Naturhotel bewegte die Gemüter, Bürgermeister Rast meinte, die geforderte Linksabbiegespur verzögere den Bau. Das Straßenbauamt Forchheim fordere diese Linksabbiegespur, die den Bauherren eine beträchtliche Summe kosten würde.

 

KARL HEINZ WIRTH

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