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Montag, 23.09.2019

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Kunstrad-Weltmeister Kohl gastiert in Ungarn

Überflieger vom RMSV Kirchehrenbach verschob erneut die eigenen Maßstäbe - 09.08.2019 10:12 Uhr

Bereits bei den bisherigen zwei Weltcups in diesem Jahr dominierte Lukas Kohl, im Bild in Prag, die Konkurrenz. © Foto: Wilfried Schwarz


Die größte Aufgabe für den dreifachen Weltmeister aus Wohlmuthshüll besteht seit Wochen darin, die eigene Top-Form zu konservieren. Nach den sensationellen 209,36 Punkten, die Lukas Kohl Ende Juli beim sportlich eher nachrangigen Untermain-Cup aufs Parkett geuabert hatte, gönnte sich der 23 Jahre alte Student Abwechslung bei einer Hochrad-Einlage in Wendelstein und jüngst dem Besuch einer integrativen Zirkusgruppe im eigenen Training. Gleichzeitig feilte der ehrgeizige Perfektionist weiter am entscheidenden Bewegungsablauf seiner Kür, der ihn die Weltbestleistung in ungewohnte Höhe schrauben ließ.

Deutsche Konkurrenz im Fischerdorf

Führte Kohl seinen Drehsprung üblicherweise doppelt aus, öffnete er sich im Frühsommer für mehr Risiko und wagte die fünffache Ausführung. "Im Programm ändert sich dadurch nichts, aber der Unterschied ist gewaltig", kommentiert der fränkische Überflieger, der nun Routine auf der neuen Ebene bekommen möchte. "Es soll flüssig aussehen. Das Zusammenspiel funktioniert immer besser und fühlt sich gut an", freut er sich. Mit dem Ziel von vier Drehungen und einem Maximalpunktwert von 210,50 Zählern geht es nun ins ungarische Bokod, gelegen eine Auto-Stunde nordwestlich der Hauptstadt Budapest.

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Die Karriere des Lukas Kohl: Vom Knirps zum Überflieger

Die Karriere des außergewöhnlich geschickten Kunstrad-Talentes Lukas Kohl begann in früher Jugend beim RMSV Concordia Kirchehrenbach, zunächst beim Radball. Stationen seines Aufstiegs in den vergangenen zehn Jahren bis zum dreifachen Weltmeister der Elite.


Das kleine Fischerdorf sprang als Ausrichter für die dritte Runde der 2018 eingeführten internationalen Weltcup-Serie des Verbandes UCI ein, die eigentlich in Hongkong stattfinden sollte. 75 Teilnehmer aus zehn Nationen treten an und hoffen durch das Pilotprojekt eines hochwertigen Livestream-Angebots auf steigende Medienpräsenz, denn ohne nennenswerte Sponsoren können in der sich selbst vermarktenden Sparte noch keine Preisgelder gezahlt werden. "Schade, dass es nicht mit der Asien-Reise geklappt hat. Aber es ist umso cooler, dass Martin Schön den ganzen Organisationsaufwand als Aktiver auf sich nimmt, um den Sport in seiner Heimat bekannter zu machen. Der Weltcup insgesamt ist eine Bereicherung", erklärt Lukas Kohl, der in 2019 die ersten beiden Wertungen in Prag und Belgien für sich entschieden hat und sich auf bestem Weg zur Titelverteidigung befindet. In Moritz Herbst (Wendlingen/Baden-Württemberg) und Marcel Jüngling (Dornheim/Hessen) kommen am Samstag die größten Herausforderer aus Deutschland.

Doch der Blick des Lukas Kohl – "ich möchte in Ungarn ein Top-Ergebnis abspulen" – richtet sich schon auf die bevorstehenden Saisonhöhepunkte im Herbst. An drei Terminen der German Masters Serie, die mit der Vergabe des deutschen Meistertitels am 5. Oktober in Schönbuch endet, soll die Qualifikation für die WM im schweizerischen Basel im Dezember gesichert werden. Nach den jüngsten Eindrücken mehr denn je eine Formsache.

  

WILFRIED SCHWARZ/KEVIN GUDD

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