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Kreis Forchheim: Wer hat die schwerste Frucht?

Der Landkreis hat erneut den Wettbewerb um die Kirsche mit dem größten Gewicht ausgeschrieben. - 21.06.2020 16:32 Uhr

Menschen stehen verloren in der Landschaft herum, einer, nämlich Wolfgang Meisel, hält eine Symbolkirsche in der Hand: Wettbewerbsankündigung in Corona-Zeiten.

© Foto: Rolf Riedel


Wolfgang Meisel hat keine Geheimnisse. Jedenfalls ist der erfolgreiche Kirschenanbauer jederzeit dazu bereit sein Wissen mit anderen Interessierten zu teilen. Auf 6,5 Hektar Fläche baut er Süßkirschen an und ist immer dabei, wenn es gilt sich neueren Anbauformen zu öffnen.

Schon seit 2016 baut er in sogenannten "Obstwänden" Kirschen auf besondere Art an, das ist am ehesten mit dem "Spalierobstanbau" vergleichbar. Den Hauptanteil daran haben die sogenannten "Bologna"-Kirschen, das sind besondere "Sweet"-Sorten, die aus Italien kommen. Einen Hektar seiner Fläche hat er ausschließlich dieser Anbauform gewidmet, wo die Bäume ohne die Benutzung einer Steighilfe abgeerntet werden können.

Doppelt so schwer

Zweimal im Jahr werden sie beschnitten um eine üppige Buschform zu erhalten. Aus dieser Anlage stammt die im vergangenen Jahr präsentierte Kirsche mit einem Gewicht von 22,3 Gramm, während durchschnittliche Kirschen um zehn Gramm wiegen.

Auch in diesem Jahr prämiert der Landkreis Forchheim die schwerste Kirsche im Anbaugebiet aus dem Bereich der drei Obstgenossenschaften Igensdorf, Pretzfeld und Mittel-ehrenbach aus der Fränkischen Schweiz, aber auch aus Spalt und dem Bamberger Umland. Die in den Genossenschaften angelieferten Kirschen werden von Fachberater Hans Schilling im Beisein des jeweiligen Geschäftsführers gewogen und dokumentiert.

Zweimal in der Woche erfolgt die Wiegung, Montag und Donnerstagnachmittag. Das Gewicht der bis dahin größten ermittelten Kirsche wird dann auf den Infotafeln der Obstgroßmärkte veröffentlicht und jeweils aktualisiert, so dass der neueste Stand stets erkennbar ist. Bis zum Ende der Kirschenernte läuft der Wettbewerb. Die Vorstellung und Übergabe des Geldpreises in Höhe von 500 Euro erfolgt durch den Landrat Hermann Ulm.

Zum Start des Wettbewerbs traf man sich im Obstgarten von Wolfgang Meisel am Ortsende von Gleisenhof, der im vergangenen Jahr anlässlich des Pretzfelder Kirschenfestes den Preis entgegennehmen konnte. Die infolge des späten Frostes stark dezimierten Erträge in diesem Jahr lassen noch keinerlei Prognosen zu. Meisel konnte jedenfalls berichten, dass seine neue Anbauform auch in diesem Jahr wieder relativ gute Ansätze erkennen lasse.

Er demonstrierte die Genügsamkeit der Pflanzen, die einfache Pflege mit geringen Mitteln und überschaubarem Maschineneinsatz und sieht die neue Anbauform als Schritt in die Zukunft, wenn mit geringem Personaleinsatz größtmögliche Ernteerträge generiert werden müssen.

 

Ein Dach für die Kirschen

 

Zu der vorhandenen Tropfbewässerung möchte er nun noch eine Dachabdeckung entwickeln, die einfach in der Aufstellung und möglichst flexibel auch bei unterschiedlichen Reihen anwendbar ist. Meisel ist gespannt darauf, ob es ihm gelingt seinen Erfolg vom vergangenen Jahr noch einmal zu wiederholen.

Die Vertreter des Landkreises, an der Spitze Landrat Hermann Ulm, Stellvertreter Otto Siebenhaar und Fachberater Hans Schilling, waren sich einig, dass der Start zu dem Wettbewerb von dieser Stelle aus erfolgversprechend sei.

Mit ihrer Präsenz zeigten die drei Vertreter/innen der Obstgroßmärkte, Tina Weishaupt für Igensdorf, Manuael Rauch für Pretzfeld und Dirk Doppelstein für Mittelehrenbach, dass sie voll hinter dem Wettbewerb stehen.

ROLF RIEDEL

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