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Kirchehrenbach: CSU-Generalsekretär beim politischen Aschermittwoch

Umdenken gefordert - Nicht zurück, sondern nach vorne schauen - 07.03.2019 20:00 Uhr

Von Passau über München nach Kirchehrenbach: Prominenter Gast beim politischen Aschermittwoch der CSU war Markus Blume (rechts), daneben sitzt MdL Michael Hofmann, gegenüber ist Michael Knörlein zu sehen. © Foto: Carmen Schwind


Gleich zu Beginn seines Besuches durfte Blume sich im Goldenen Buch der Gemeinde verewigen. "Soll ich schreiben: ‚Die Uniklinik kommt‘ wie ein anderer Politiker das mal tat?", fragte Blume scherzhaft und Zweiter Bürgermeister Michael Knörlein (CSU) flachste zurück: "Nein, eine Klinik brauchen wir nicht, wir brauchen nur einen Radweg."

Darauf meinte Blume trocken: "Ihr habt ja hier Euren Problemlöser Michael Hofmann. Der hat das Problem gelöst, kaum dass es ausgesprochen ist." So zwanglos spielten sich Blume und der CSU-Landtagsabgeordnete den ganzen Abend über die Bälle zu und unterhielten das zahlreich erschienene Publikum. Michael Knörlein hatte bereits vor einem Jahr Michael Hofmann gebeten, den Kontakt zu Markus Blume zu vermitteln.

In seiner Rede forderte er die Zuhörer auf, umzudenken und zeigte auf, dass andere Europäische Länder viel größere Probleme haben. "Wir können uns glücklich schätzen, dass wir in Deutschland leben", sagte der Generalsekretär, denn wenn man über eine dritte Toilette diskutiere, dann gebe es eigentlich keine Probleme. Außerdem sollten die Menschen nicht immer zurück, sondern nach vorne schauen, mahnte der Generalsekretär.

Blume wies auch darauf hin, dass es aktuell in politischen Debatten mehr um Emotionen, als um den Verstand gehe. Er schimpfte gegen die Grünen, die gegen den Flugverkehr sind, aber mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen und warf ihnen vor, aus allem ein Moralthema zu machen und nur eigene Aussagen gelten zu lassen. "Ein Demokrat lässt alle Argumente gelten", meinte Markus Blume.

Er ging auch auf die Polarisierung im Land ein und schimpfte über "den braunen Sumpf" in den Reihen der AfD. Außerdem brach er eine Lanze für Politiker, die auch nur Menschen sind und ihr Bestes geben. Politik könne jedoch nicht alles klären. "Und manchmal braucht es halt auch eine gesunde Portion Gottvertrauen", so Blume.

Ein älterer Zuhörer vermisste die Regelung durch die Marktwirtschaft. Ein anderer schimpfte, dass es Initiativen zur Rettung von Bienen gebe, aber keine zur Rettung von Landwirten. Ein Dritter wünschte sich, dass die CSU wieder Themen vorgebe und nicht länger hinterher hechle.

Michael Hofmann sah das Thema Bienensterben ebenso, denn es gebe keine bayernweite Erhebung zur Artenvielfalt. Er gab an, dass ihn schon viele Landwirte angesprochen haben, die frustriert sind und aufgeben wollen, deshalb will er sich einsetzen, dass "die Fränkische Schweiz auch in Zukunft weiter von unseren Bäuerinnen und Bauern gepflegt" werden kann.

Blume bestätigte, dass die Partei zukünftig mehr Themen setzen will, dass es aber in der jüngsten Vergangenheit nicht immer möglich gewesen sei. Und er meinte auch, dass eine freie Marktwirtschaft wichtig sei und Bürger mehr Eigenverantwortung übernehmen müssen.

Ein Zuhörer schimpfte über die Auswirkungen der Datenschutzgrundverantwortung für das Ehrenamt, ein anderer sprach sich für eine gute Grundbildung aus, ein Dritter vermisste, dass keinem bewusst sei, dass Europa ein Friedensprojekt sei und ein weiterer Zuhörer monierte, dass Schüler während der Schulzeit demonstrieren.

Blume antwortete, dass man die Akademikerbildung nicht so hoch schaukeln dürfe, sondern eine Gleichwertigkeit der Bildung richtig sei. Für die Schulschwänzer hatte er kein Verständnis.

Und zur Grundverordnung gebe es Anwendungsrichtlinien, um das Ehrenamt zu entlasten. Die Zuhörer waren zufrieden und auch stolz, dass ein Generalsekretär sie in Kirchehrenbach besucht hatte. 

CARMEN SCHWIND

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