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Mittwoch, 26.06.2019

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In Eggolsheim erschallt der Ruf: "Kinder an die Macht!"

Mit einer Kinderzukunftskonferenz“haben sich Grundschüler Gehör verschafft - 27.01.2019 06:00 Uhr

Lias-Gruben-Chefin Ulrike Schaefer bringt die Zukunftsvisionen der Eggolsheimer Schuldkinder zu Papier. In den Arbeitspausen wurde übrigens Musik von Herbert Grönemeyer gespielt — freilich sein Hit „Kinder an die Macht“. © Ralf Rödel


Mit „Kinder an die Macht!“ hat die Gemeinde ein Projekt gestartet, das die junge Generation ins Zentrum rückt – in enger Kooperation mit der Umweltstation Liasgrube und mit finanzieller Unterstützung des bayerischen Umweltministeriums. So organisierten Liasgruben-Geschäftsführerin Ulrike Schaefer und ihr Team, insbesondere vier Helfer, die derzeit ihr Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) in der Umweltstation absolvieren, die „Kinderzukunftskonferenz“ in den Rathaus-Räumen. Da durfte der „Hausherr“, Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB), eben sowenig fehlen wie Schulleiter Alexander Pfister.

Unter der Moderation der FÖJler wurden die rund 50 Dritt- und Viertklässler in Gruppen aufgeteilt. Hier konnten sie ihre Gedanken und (Zukunfts-)Ideen zu den Themenfeldern „politische Mitbestimmung“, „Ernährung“, „Familie, Freunde, Freizeit“, „Natur und Grünflächen“, „Wasser und Gewässer“ sowie „Abfall- und Müllvermeidung“ äußern. Die gesammelten Ergebnisse wurden auf großen Schautafeln festgehalten – und am Ende dem Bürgermeister und dem Schulrektor präsentiert.

Eine Forderung der Grundschüler: ein Kinder- und Jugend-Gemeinderat für Eggolsheim, am besten angeführt von einem Kinder- und Jugend-Bürgermeister (oder Bürgermeisterin, wie das Schülergremium lautstark korrigierte). Vor allem aber ein deutlich heruntergesetztes Wahlalter forderten die Kinder. Was ihren künftigen Speiseplan betraf, lautete die einhellige Meinung: weniger Fleisch (höchstens ein- bis zweimal pro Woche), kein Palmöl mehr in den Produkten, generell mehr Bio-Obst und -Gemüse.

Auch technische Innovation wie Essenslieferungen vor die Haustüre mittels Drohne oder ein „Ernährungsarmband“, das die tägliche Nährstoffzufuhr koordiniert, schlugen die Kinder vor. Das Freizeitangebot in der Gemeinde, allen voran die Spielplätze, sollen zudem ausgebaut werden, mit altersgerechten Sportanlagen für Schulkinder. Begeistern konnten sich die Dritt- und Viertklässler auch für ein Gemeinde-Café im Ortskern – womit sei bei Schwarzmann offene Türen einrannten.

Schwieriger umzusetzen dürften für den Bürgermeister schon die Wünsche nach einem Schwimmbad oder einem „Kinder-Open-Air“ mit „einem berühmten“ Musik-Star sein. Mehr Bäume und Grünflächen im Gemeindegebiet wollten die Schüler in Zukunft gerne sehen , ebenso wie sauberere Flüsse und Seen rund um Eggolsheim. Sie forderten höhere Strafen für Umweltsünder und eine „Plastiksteuer“. Diesbezüglich schlugen sie auch einen Müllsammeltag an der Grundschule vor.
Dem Wunsch nach längeren Schulferien musste Rektor Pfister eine augenzwinkernd Abfuhr erteilen, das läge leider nicht in seiner Macht.

Als nicht mehrheitsfähig erwies sich der erstaunliche Ruf nach „mehr Mathe“ im Unterricht: dem stand die Forderung nach „lieber mehr Sport“ entgegen. Einig waren sich alle Schüler dann aber wieder, dass sie am liebsten auch im Jahre 2040 noch in Eggolsheim wohnen wollen.
Bürgermeister Schwarzmann zeigte sich zuletzt „begeistert“ vom Engagement und der Ideenvielfalt der Kinder. Er versicherte ihnen: „Die Ergebnisse eurer Konferenz werde ich im Gemeinderat vorstellen.“ 

ppr

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