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Hundekot auf Wiesen bereitet Obstbauern Probleme

Auf Wegen und Wiesen wird der Kot zum Hygieneproblem - 12.04.2019 05:50 Uhr

Eine sogenannte Dog-Station auf einem beliebten Spazierweg in Weilersbach. © Patrick Schroll


Vollgekotete Gehwege. Ein großes Ärgernis - nicht nur in Unterleinleiter. Bürgermeister Gerhard Riediger (NWG) hat seine Bürger deshalb über das Mitteilungsblatt gewarnt. "Wir bitten nochmals alle Hundebesitzer, die Abfallbehälter für die Entsorgung der Kottüten zu benutzen." Und was, wenn sich trotz erneutem Aufruf der Zweibeiner nicht daran hält? "Sind wir leider gezwungen, die Hundesteuer zu erhöhen, um unseren erhöhten Pflegeaufwand finanzieren zu können." Seit diesem Aufruf sind gut vier Monate vergangen.

Was hat sich getan? "Es ist besser geworden, auch nachdem wir Müllbehälter entlang beliebter Gassi-Strecken aufgestellt haben." Vier sogenannte Dog-Stations (zu deutsch: Hundestationen, Anm. d. Red.) stehen in Unterleinleiter, eine in Dürrbrunn.

Mancher Spazierweg überschreitet Grenzen. In der Nachbargemeinde Ebermannstadt war das Thema in den vergangenen Monaten immer wieder ein Ärgernis. Hundekot fand sich zwar in einem entsprechenden Beutel wieder, dieser aber nicht im Abfalleimer, sondern im Gebüsch. Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) hatte angekündigt, entlang beliebter Spazierwege im Wiesenttal zwischen Ebermannstadt und Pretzfeld mit zusätzlichen Abfallbehältern auszustatten. Auch dafür gibt es die Hundesteuer. Auffällig: In keiner Gemeinde gibt es Einrichtungen für Hunde.

Dass es scheinbar immer mehr Dog-Stations braucht, liegt wohl auch an der zunehmenden Zahl an Hundehaltern. Die Nordbayerischen Nachrichten haben alle 29 Landkreisgemeinden angefragt, wie sich die Anzahl der Vierbeiner zwischen 2008 und 2018 entwickelt hat. Von 15 Gemeinden hat die Redaktion eine Rückmeldung erhalten. Fast alle zeigen eine steigende Tendenz. Besonders auffällig ist die Entwicklung in den Gemeinden Kirchehrenbach, Leutenbach und Weilersbach. In Weilersbach hat sich die Anzahl der Hunde verdreifacht, von 45 auf 150. Wenn auch weniger stark, aber dennoch deutlich, fällt der Anstieg in Leutenbach wie Kirchehrenbach auf. Alle drei Gemeinden gehören der Verwaltungsgemeinschaft Kirchehrenbach an. Auf Nachfrage heißt es von dort, dass man keinen besonderen Grund für die Zunahme feststellen könne. In diesen drei Gemeinden sind Abfalleimer ohne Tütenspender aufgestellt. Ein Rückgang an Hunden ist selten. Nur Obertrubach und Gößweinstein verzeichnen rückläufige Zahlen.

Problem bei der Ernte von Lebensmitteln

Die einwohnerstärkste Stadt im Landkreis verzeichnet die meisten Vierbeiner. Forchheim zählt per 2018 insgesamt 1122. Mit mehr Hunden werde auch die Nachfrage nach Abfallbehältern immer größer, sagt Klaus Bartosch, Leiter des Bauhofes. Dieses Jahr erhalte das Gebiet rund um den Stadtteil Kersbach erstmals Behälter. Und selbst wenn diese wie in Reuth auf Fuß- wie Radwegen schon vorhanden sind: "Landen die Kotbeutel nicht unbedingt im Eimer, sondern im Gebüsch."

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Wie in Forchheim hofft man auch in Igensdorf auf das Verständnis von Herrchen und Frauchen. In der von Obstbau geprägten Gemeinde haben die tierischen Hinterlassenschaften einen besonders heiklen Aspekt. "Unsere Obstbauern haben große Probleme. Die Hunde machen auf die Obstwiesen, dort, wo Lebensmittel geerntet werden", sagt Bürgermeister Wolfgang Rast (Igensdorfer Umland). Das birgt mit Blick auf gesetzliche Hygienebestimmungen Zündstoff. "Tritt der Bauer in einen Haufen, läuft die Leiter hoch und erntet das Obst, ist das problematisch", so Rast. In jeder Bürgerversammlung komme das Problem mit Hundekot zur Sprache.

Plötzliche Beißattacken

Igensdorf hat in den vergangenen Jahren die Hundesteuer erhöht, allerdings im Rahmen der generellen Teuerungsrate. Die Steuern drastisch zu erhöhen, um die Menschen zu erziehen, werde nichts bringen, meint Bürgermeister Rast. Die Gemeinde hat an beliebten Wegen Dog-Stations aufgestellt. Rasts Fazit: "Bis die Leute erzogen sind, dauert es." Er erklärt sich den Anstieg der Hunde mit dem Werbeeffekt. "Die Leute werden in der Werbung erzogen. Wenn sie aufs Land ziehen, meinen sie, dass sie einen Hund brauchen. Und das macht uns Probleme."

Mit höherer Steuer gedroht

In Unterleinleiter sind nicht nur die Häufchen ein Ärgernis. In seinem Appell an die Hundebesitzer hat Bürgermeister Gerhard Riediger Hundebesitzer dazu aufgerufen, ihre Tiere "vor allem bei Begegnungen mit Kindern zu sich zu rufen und an die Leine zu nehmen". Neben dem Angstaspekt hat Riediger die Sorge um "plötzliche Beißattacken" genannt.

Die Polizei führt hierzu keine gesonderte Statistik. Beißt ein Hund einen Menschen, landet das in der Kategorie "fahrlässige Körperverletzung". Fälle aus dem Landkreis Forchheim landen bei den sogenannten operativen Ergänzungsdiensten, die in Bamberg stationiert sind. Roland Grasser ist seit zehn Jahren stellvertretender Leiter der Einheit. In diesem Zeitraum habe er weder eine Zu- noch Abnahme an Beißattacken festgestellt. Kommt eine solche zur Anzeige, leitet die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den Hundebesitzer ein. "Kann keine grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden, wird das Verfahren meist eingestellt." Aktenkundig bleibt der Tierbesitzer dennoch. Kommt es mit dem Vierbeiner wiederholt zu Vorfällen, könne durchaus von einer Fahrlässigkeit von Seiten des Besitzers gesprochen werden. Meist sei eine Geldstrafe die Folge.

Regeln für Kampfhunde

In Bayern wird bestimmten Hunderassen generell eine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit unterstellt. Sie werden als Kampfhunde bezeichnet. In die Kategorie eins fallen Hunde, die nur unter engen Voraussetzungen, zum Beispiel zur Bewachung eines weitläufigen Grundstücks, gehalten werden dürfen.

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Allen anderen Rassen muss in der Kategorie zwei ein sogenanntes Negativzeugnis ausgestellt werden, um sie halten zu dürfen. Überprüft wird dieses vom Amtstierarzt über das Landratsamt. Von den 15 gemeldeten Gemeinden gibt es vier mit Kampfhunden.

Unterleinleiters Bürgermeister Gerhard Riediger hat die angedrohte Hundesteuererhöhung für dieses Jahr ausgeschlossen: "Wenn sich der Zustand wieder verschlechtert, behalte ich mir eine Erhöhung vor."

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