Freitag, 22.11.2019

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Heroldsbach: Maria schwieg schon wieder nicht

Katholischer Frauenbund setzt Aktion "Kirchenstreik Maria 2.0" mit Unterstützung des Pfarrers fort - 22.09.2019 18:00 Uhr

Den Heroldsbacher Sonntagsgottesdienst bestritten die Frauen des katholischen Frauenbundes unter dem Motto: „Maria, schweige nicht“. Sie fordern, die Kirchenstrukturen so zu ändern, dass Frauen auch im seelsorgerischen Bereich den ihnen aus ihrer Sicht zustehenden Platz einnehmen können. © Foto: Pauline Lindner


Der Gottesdienst war eine Fortsetzung des "Kirchenstreiks Maria 2.0" vom Sommer, an dem die Heroldsbacherinnen als eine der ganz wenigen Gemeinden in Bayern teilnahmen (wir berichteten).

Eine Woche lang hatten die Frauen das Gotteshaus nicht betreten und keine ehrenamtlichen Dienste geleistet, um durch ihre Abwesenheit augenfällig zu machen, welch’ große Rolle Frauen im kirchlichen Leben einnehmen.

Sesser zitierte Erzbischof Ludwig Schick, der eine "beliebige Anpassung an den Zeitgeist" abelehnt. Sie setzte dagegen auf den Heiligen Geist, der Veränderungen, die wir heute gar nicht für möglich halten, bewirken könne. Und auf die liturgische Erhöhung von Maria Magdalena. Die erste Zeugin der Auferstehung wurde durch Papst Franziskus 2016 zur Apostelin der Apostel (apostola apostolorum) erhoben und ihr Gedenktag denen der (männlichen) Apostel gleichgestellt.

"Tragen wir unser Verstummen vor dich", hieß denn auch eine der Fürbitten. Für Pfarrer Weigand ist das weibliche hörbare Engagement in der Kirche eine unmittelbare Folge aus dem Verkündigungsauftrag der Evangelien.

Verschüchtert verbarrikadiert

"Liebe Frauen, steckt den Kopf nicht in den Sand", forderte er auf, verbunden mit der Textstelle aus dem Johannes-Evangelium, in der belegt ist, dass Maria Magdalena zu den sich verschüchtert verbarrikadierten Männern eilt, um ihnen von der Auferstehung ihres Meisters zu berichten. Eine fast 2000 Jahre alte Textstelle, die damals wie heute brisant ist; deren Sprengkraft aber allzu häufig verdunkelt wurde und wird. Die Evangelien und die Briefe der Apostel an ihre Gemeinden nennen eine Vielzahl von Frauen, die die Botschaft des christlichen Glaubens unter die Leute trugen. "... sie schwiegen alle nicht, wie lange noch schweigen wir?"

Was diese Frage bedeuten kann, muss man beispielsweise in Verbindung sehen zu der Tatsache, dass im neuen Seelsorgebereich Forchheim fünf Pfarrer für zwölf Kirchen, also Orte des Gottesdienstes und damit der Verkündigung, verantwortlich sind. Aber auch zum Gewicht der Stimme der katholischen Kirche in der Gesellschaft.

PAULINE LINDNER

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