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Dienstag, 15.10.2019

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Hausen: 72 Prozent lehnen Baugebiet "Am Wöhrgarten" ab

Zweiter Bürgermeister Bernd Rupper ist "von der Deutlichkeit des Ergebnisses überrascht" - 10.03.2019 20:08 Uhr

Die Bürger stimmen über das Baugebiet "Am Wöhrgarten" ab. © Ralf Riedel


„Ich bin von der Deutlichkeit des Ergebnisses überrascht“, sagte Zweiter Bürgermeister Bernd Ruppert (CSU) im Gespräch mit den NN. Er vertrat am Tag des Bürgerentscheids Hausens Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD), der sich die Woche über im Krankenstand befunden hat.  

Ruppert, der im Gemeinderat dafür stimmte, in die Planungsphase für das Baugebiet „Am Wöhrgarten“ einzutreten, zeigte sich vom Wahlergebnis erleichtert. „Die Wahlbeteiligung lag mit über 50 Prozent hoch, die Entscheidung ist endlich und eindeutig gefallen. Jeder weiß, wie er damit umzugehen hat.“

Ein Jahr ist die Gemeinde an das Ergebnis des Entscheids gebunden. Ruppert machte klar, dass die Gemeinde auch nach dieser Frist die Planungen für das Gebiet nicht von Neuem aufnehmen sollte. „Die Bürger wollen es nicht, also machen wir es nicht.“ Es gelte, Hausen  an anderer Stelle zu entwickeln.

IG will weiterhin mitreden

Friedrich Nolting, Initiator des vorausgegangenen Bürgerbegehrens, bedankte sich in einer ersten Reaktion  bei den Bürgern. „Ich freue mich riesig, dass unsere Botschaft angekommen ist und die Wähler nicht auf die plumpen Argumente der Befürworter hereingefallen sind.“ Der Flächenfraß in Bayern müsse gestoppt werden. Auf Nachfrage sagte Nolting, sich als Interessengemeinschaft auch bei anderen geplanten Baugebieten zu Wort zu melden, „sofern es sich um schützenswerte Flächen handelt“. Die IG sei nicht generell gegen eine Entwicklung Hausens.

Matthias Zeißner, Sprecher der Eigentümerfamilien, war am Sonntagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.  Zusammen mit fünf weiteren Grundstücksbesitzern hatte er mit der Gemeinde die Planungen für das Baugebiet angestoßen.

Rund 3000 stimmberechtigte Bürger waren zur Wahl aufgerufen. Mindestens 20 Prozent, also 600 Bürger, haben ihre Stimme abgeben müssen, damit das Ergebnis des Entscheides gültig ist (sogenanntes Quorum). Dies ist deutlich überschritten worden. Von den 1547 abgegebenen Stimmen sprachen sich 1110 gegen „Am Wöhrgarten“ aus, 434 dafür. Drei Stimmen waren ungültig. Bereits am Sonntagmittag hatte sich eine hohe Wahlbeteiligung angedeutet.

Dem Bürgerentscheid war eine monatelange hitzige Diskussion um das vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossene, 33 500 Quadratmeter große Baugebiet im Osten des Dorfes vorausgegangen. Auf der Fläche sollten nach den Vorstellungen der Gemeinde maximal 88 Wohneinheiten entstehen.

 

 

 

 

 

Patrick Schroll Redakteur Nordbayerische Nachrichten Forchheim E-Mail

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