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Gegen Ausgrenzung von Frauen in der Kirche: Protest-Aktion in Heroldsbach

Eine Woche lang wird gestreikt - "Zugang zu geweihten Ämtern bleibt verwehrt" - 09.05.2019 05:57 Uhr

Zugesperrt bleibt während des Kirchenstreik die Kirche in Heroldsbach. Und auch in den Filialkirchen in Oesdorf, Wimmelbach und Poppendorf fallen die Gottesdienste aus. Unser Symbolfoto stammt von der Grabeskirche in Jerusalem. © Foto: Gali Tibbon/AFP


Gegen Missbrauch und die Ausgrenzung von Frauen in der Kirche wendet sich eine ungewöhnliche Aktion, zu der Katholikinnen aus Münster Frauen in ganz Deutschland aufrufen: Eine ganze Woche lang sollen die Frauen in den Kirchenstreik treten und ihre Dienste ruhen lassen. Das Motto: "Maria 2.0". Auch die Heroldsbacher Frauen streiken.

Bei der letzten Pfarrgemeinderatssitzung hatten die Heroldsbacher Frauen beschossen, sich an dem Kirchenstreik zu beteiligen. In der Zeit von Samstag, 11. Mai bis Samstag, 18. Mai, werden die Frauen keine Kirche betreten und auch keinen Dienst tun. Die Frauen bleiben draußen, "so wie sie auch sonst in der Kirche vor verschlossenen Türen stehen und ihnen der Zugang zum Beispiel zu den geweihten Ämtern verwehrt wird", informiert Stefanie Heller, Mitglied im Heroldsbacher Pfarrgemeinderat. Mit der Aktion solle gleichzeitig auch sichtbar werden, "wie viel Arbeit Frauen in den Gemeinden leisten".

Gottesdienste fallen aus

Eine Woche lang wird der Streik in Heroldsbach andauern, deswegen fallen auch unter der Woche die Gottesdienste in den Filialkirchen in Oesdorf, Wimmelbach und Poppendorf komplett aus.

Am Sonntag, 12. Mai, laden die Frauen zu einem Gottesdienst, der ganz bewusst außerhalb der Kirchenmauern stattfindet: Um 9.45 Uhr soll die Messe auf dem Dorfplatz gefeiert werden, dabei sollen auch "unsere Klagen, unsere Forderungen und unsere Sehnsucht nach einer glaubwürdigen Kirche zum Ausdruck" gebracht werden, schreibt Heller. Im Anschluss daran ist gemütliches Beisammensein mit der Möglichkeit zur Diskussion.

"Gemeinden entscheiden vor Ort"

In der Pressestelle des Erzbistums Bamberg ist man über den Kirchenstreik informiert, doch wo Frauen im Bistum für eine Woche die Kirchen-Arbeit niederlegen, "das entscheiden die Gemeinden autark vor Ort", heißt es aus Bamberg.

Der Katholische Frauenbund St. Martin in Forchheim indes beteiligt sich nicht am Kirchenstreik. Nicht nur deswegen, weil am zweiten Mai-Wochenende eine Andacht mit Ehrungen schon lange im Kalender der Damen steht, sondern auch, wie Vorsitzende Marion Grimm erklärt, weil seit April im Seelsorgebereich auch viele Frauen als Wortgottesbeauftragte ihre Arbeit aufgenommen haben.

Dabei dürfen die Ehrenamtlichen auch Wortgottesdienste leiten und Andachten halten. "Die können doch jetzt nicht in den Streik treten", so Grimm, "das würde doch das Ganze ad absurdum führen". Auch der Frauenbund Don Bosco hat seine Mai-Andacht schon lange fest geplant, wie deren Vorsitzende Ulrike Nöth bestätigt. "Zu kurzfristig" sei der Streik anberaumt, so Nöth. Und wenn man streike, "dann sollten auch alle fünf Frauenbünde in Forchheim an einem Strang ziehen".

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