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Freibad Egloffstein verwandelt sich in eine Freizeitanlage

Neues Konzept gegen wirtschaftliche Schieflage - Baden ist tabu - 09.07.2020 15:34 Uhr

Das Freibad in Egloffstein bietet einen besonderen Ausblick auf die Burg. Der Gemeinderat hat jetzt beschlossen, das Bad geschlossen zu halten.

© Foto: Stefan Förtsch


Obwohl die Gemeinde ein Hygiene-Konzept nach den Corona-Vorgaben erarbeitet hatte und gewisse einschneidende Veränderungen in Kauf genommen hätte, um das Bad am Fuße der Egloffsteiner Burg auch in diesem Jahr öffnen zu können, hat schließlich der eminente Wasserverlust von rund 18000 Litern pro Stunde einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Über die so genannte Heidsquelle könnten rund 11000 Liter je Stunde nachgeliefert werden und man müsste dies permanent tun, darin sind jedoch noch nicht die regelmäßig erforderlichen Filterrückspülungen mit eingerechnet.

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Maßnahme ist gescheitert

Der Bauausschuss hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, das vorhandene Drainagerohr, über welches ein Großteil des Wassers verschwindet, mittels Druckluftblasen verschließen zu lassen, in der Hoffnung, dass sich der Wasserverlust durch diese Maßnahme auf ein erträgliches Maß reduzieren lässt. Die Mitglieder des Bauausschusses haben sich in der jüngsten Sitzung für diese Maßnahme ausgesprochen. Ist sie erfolgreich, kann eine Baderöffnung ins Auge gefasst werden.

Ende Juni haben die Bauhofmitarbeiter die Druckblasen eingebaut. Tags drauf war der Wasserstand im Becken um fünf Zentimeter gestiegen und größere Bereiche der darunter liegenden Liegewiese waren durchnässt. Nur zwei Stunden später war die Wiese so stark gesättigt, dass sie kein Wasser mehr aufnehmen konnte und stattdessen das Wasser großflächig auf der Oberfläche Richtung Trubach lief und den Wiesenweg überschwemmte. Dabei hatte sich das Becken nicht einmal merklich gefüllt. Die Mitarbeiter des Bauhofes entschieden sich dafür, die Druckluftblasen wieder zu entnehmen. Von diesen gravierenden Folgen waren alle Beteiligten überrascht.

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Da das Becken zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht voll gefüllt war, konnte man davon ausgehen, dass sich der Wasseraustritt bei höherem Druck noch einmal steigern würde.

Für Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU/FWA) und sein Team erwies es sich, dass es weder ökonomisch noch ökologisch darstellbar war, unter diesen Umständen das Bad zu öffnen. Selbst wenn es gelungen wäre, durch die permanente Zuführung von Fremdwasser den Wasserbedarf rein mengenmäßig darstellen zu können, hätte dieses Wasser chemisch aufbereitet werden müssen. Infolge der kurzen Durchlaufzeit wäre auch an eine Erwärmung nicht zu denken gewesen. Das hätte aber noch einen erheblich erhöhten Verbrauch an notwendigen Chemikalien bedeutet. Alle Beteiligten warnten eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen.

Rückendeckung holte sich Bürgermeister Förtsch bei dem Zweiten Bürgermeister Niki Thäter und dem Dritten Bürgermeister Günter Polster, der zugleich der Chef des örtlichen Bauhofes ist. Das Trio kam überein, dem Gemeinderat vorzuschlagen, das Bad in dieser Saison geschlossen zu halten.

Gelände bleibt geöffnet

Nach ausführlichen Gesprächen gelangte man zur Entscheidung, den Bürgern und Gästen zumindest das vorhandene Areal für die Nutzung für Freizeit und Erholung zur Verfügung zu stellen. Auch im Hinblick auf die derzeit hohe Besucherfrequenz der neben dem Freibad gelegenen Kneipp-Anlage kam man zu dem Schluss, den östlichen Bereich des Bades und die dafür notwendigen Gebäude, die Technikräume und die Becken mittels Absperrvorrichtungen oder Bauzäunen abzutrennen.

Die weitläufige Liegewiese, das Beachvolleyballfeld und die Toiletten könnten dann in diesem Sommer der Allgemeinheit als Freizeitgrundstück dienen und wären tagsüber zugänglich. Mit den Betreibern des Imbisswagens am Freibad könnten entsprechende Vereinbarungen über Öffnungs- und Schließzeiten getroffen werden, von ihnen würde nach ihrer Aussage auch die Reinigung der Toiletten vorgenommen werden. Der Marktgemeinderat billigte dieses Konzept in seiner jüngsten Sitzung.

Den Blick ins nächste Jahr gerichtet, soll dann der Umbau vorangetrieben werden und möglichst zeitnah die Voraussetzungen für die Einreichung des entsprechenden Förderantrages geschaffen werden.

ROLF RIEDEL

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