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Dienstag, 07.04.2020

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Forchheimer Glas wird im Landkreis Kronach recycelt

Der Weg der Glasflaschen: Scherben werden wieder aufbereitet. - 27.02.2020 07:00 Uhr

Ganz oben steht die richtige Mülltrennung der Glasflaschen nach Farben als Voraussetzung für eine Wiederverwendung. Nicht in die Glascontainer dürfen Scherben oder Porzellanbruchstücke. © Foto: Ralf Rödel


Früher wurden Flaschen und Gläser zusammen mit dem restlichen Abfall deponiert. Mittlerweile regelt die Verpackungsverordnung, dass Altglas gesammelt und wiederverwendet werden muss.

Aktuell gibt es im Landkreis Forchheim für Behälterglas (Flaschen und Gläser) zusätzlich zu den 30 Wertstoffhöfen 60 frei zugängliche Containerinseln für Altglas.

Die Hersteller von verpackten Produkten (wie etwa Marmeladenhersteller) beziehungsweise Vertreiber (Supermarkt) zahlen für die Verpackungen eine Lizenzgebühr an die Dualen Systeme. Diese Kosten werden direkt auf das Produkt umgelegt. Der Verbraucher zahlt somit beim Kauf die Kosten für die Sammlung und Verwertung gleich mit.

Neben Behälterglas lizensieren die Dualen Systeme noch Leichtverpackungen, welche mit dem Gelben Sack abgeholt werden und Kartonagen, die über die kommunale Papiertonne mit gesammelt werden. Die Dualen Systeme agieren privatwirtschaftlich – somit haben Altglas, Leichtverpackungen und Verpackungskartonagen keinen Einfluss auf die Müllgebühren.

Für das Aufstellen, Säubern und Leeren der Glascontainer ist im Landkreis Forchheim im Auftrag des Dualen Systems Grüner Punkt die Firma Remondis in Kooperation mit der Firma Fritsche zuständig.

Die Abfallwirtschaft des Landkreises Forchheim, die gesetzlich für die Reinigung des Aufstellbereiches um die Glascontainer zuständig ist, hat hierfür die gemeinnützige Gesellschaft Pack mer’s beauftragt. Zusätzlich zu Scherben und Unkraut muss mittlerweile immer mehr illegal abgestellter Müll weggeräumt werden.

Das im Landkreis Forchheim gesammelte Altglas wird zur Firma Wiegand-Glas nach Steinbach am Wald (Landkreis Kronach) gebracht. Dort werden die Scherben aufbereitet, so dass diese wieder als Rohstoff in die Glasproduktion gelangen können. Ein gutes Trennen des Glases durch die Bürger nach den verschiedenen Farben und einer aufwändigen Nachsortierung durch High-Tech-Maschinen mit optischer Erkennung machen es möglich, dass das sortierte Altglas hochwertig wiederverwendet werden kann.

Für neues Glas wird bis zu 95 Prozent Altglas verwendet, was Rohstoffe wie Quarzsand, Soda und Kalk einspart. Darüber hinaus wird ein Drittel weniger Energie im Vergleich zur Glasproduktion aus neuen Rohstoffen benötigt. Die sortenreine Trennung nach den Farben Weiß, Grün und Braun ist Voraussetzung für eine Wiederverwendung. Ein großes Ärgernis bei der Sortierung und Wiederverwendung von Altglas sind Keramik-, Stein und Porzellanbruchstücke, zum Beispiel aus Tellern, Tassen oder Steinkrügen. Diese dürfen nicht über die Altglascontainer entsorgt werden. Ob Scherben Glück bringen sei dahingestellt – auf jeden Fall können durch sie bei der Glasproduktion wertvolle Rohstoffe und Energie eingespart werden.

 

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