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Fahrradtourismus in der Fränkischen als Marktlücke nutzen

Auch Vermieter sollen Angebote machen -" Auf dem richtigen Weg" - 25.03.2019 06:00 Uhr

Radfahrer sind ein Potenzial, das für den Tourismus in Pottenstein immer bedeutender wird. Doch für die Gäste mit Zweirädern müsse auch ein entsprechendes Angebot vorgehalten werden, so Thomas Bernard. © Foto: NN-Archiv/Eva Böhm


"Was jetzt kommt, ist alles wahr", witzelte Bernard und leitet damit seinen Rückblick auf das vergangene Jahr ein. So erklärte er, dass der Tourismus in seinem Gesamtergebnis leicht über dem Niveau des Vorjahres lag – es gab über 253 000 Übernachtungen sowie knapp 750 000 Tagesgäste in Pottenstein. Daraus ergebe sich ein gesamter touristischer Umsatz von mehr als 35 Millionen Euro. "Diese Zahlen zeigen deutlich die Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Tourismus für die gesamte Gemeinde", sagte Bernard.

"Auf dem richtigen Weg"

Zudem zeige es, dass die Arbeit aller Leistungsträger in diesem Wirtschaftszweig Früchte trage und man auf dem richtigen Weg sei. Seit 25 Jahren befragt das Tourismusbüro die anreisenden Urlauber, sammelt die Daten und wertet diese am Ende des Jahres aus — zirka 250 auswertbare Gästebögen wurden 2018 abgegeben.

Aus diesen Statistiken könnten auch die Vermieter der Region mehr über ihre Gäste erfahren und so optimierter werben. Gerade im Prospektversand zeige sich, dass das Interesse an Pottenstein und der Fränkischen Schweiz aus der unmittelbaren Umgebung kommt. Der Postleitzahlbereich neun mache im Übernachtungsbereich und bei den Tagesgästen die Masse aus. Das Interesse aus den neuen Bundesländern sei rückläufig. "Das kann man weiter beobachten. Das ist doch interessant. Gerade für Sie, die Vermieter", sagte Bernard.

Wandern steht an erster Stelle

"Die wichtigste Frage unseres Gästebogens ist, auf welche Aktivitäten sich unsere Gäste freuen", erklärte Bernard. "Es überrascht nicht, dass das Wandern wieder an erster Stelle steht." Dabei biete Pottenstein so viel mehr und möchte genau da für die Zukunft ansetzen.

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Gerade mit dem Thema Radfahren müsse man sich auseinandersetzen — egal ob bei E-Bike-, Mountainbike- oder Familienradtouren. "Wir sind keine Radler-Region und die Topografie schon gleich zweimal nicht. Aber die Gäste kommen auch zum Radfahren zu uns", betonte Bernard.

"Es wäre fatal nach außen zu kommunizieren, dass man eine ideale Radler-Region wäre." Das würde unzufriedene Gäste bringen. Man benötige ein Angebot. Gerade der südliche Teil der Gemeinde würde dafür in Frage kommen – etwa für das Tourenradfahren.

Spitzengruppe der deutschen Museen

Es gebe zwar bereits Fahrradwege, diese seien aber auf keiner Karte eingezeichnet und würden kaum beworben werden. Lediglich das Fahrradwegenetz informiere über vereinzelte Strecken. Hier gilt es anzusetzen. Bernard: "Es brennt uns auf den Nägeln. Das Thema Radfahren, in Verbindung mit einer Radwegekarte für unsere Region und darüber hinaus, ist ein Projekt für 2019."

Neben den Rück- und Ausblick von Thomas Bernard informierte der Museumsleiter des Fränkische-Schweiz-Museums Tüchersfeld, Jens Kraus, über Veränderungen am Museumskonzept und weitere Pläne. "Mit bis zu 20 000 Besuchern im Jahr gehören wir zu der Spitzengruppe der deutschen Museen." 38 Prozent der Besucher würden nicht aus der Region stammen, sondern kämen aus dem übrigen Bundesgebiet.

Kraus: "Da sehe ich ein großes Potenzial. Nur wegen eines Ferienhauses kommt keiner zu Besuch. Die Gäste planen ja ihren Urlaub nach dem Angebot. Was kann ich dort machen." Die Vermieter seien gefragt. So würde er es begrüßen, wenn bei einer Buchung und der darauffolgenden E-Mail zur Bestätigung erwähnt werden würde, welche Ausstellung gerade angeboten wird. Denn der Gast würde bereits vorab seine Tage planen. 

MARTIN BURGER

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