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Ein Jahr vermisst: Hund bei Ebermannstadt wiedergefunden

Streunender Bobby legte 320 Kilometer Entfernung zurück - 20.11.2019 12:16 Uhr

Bobby genießt die Streicheleinheiten von Pflegefrauchen Sandra Lieke. Der Mischlingsrüde sucht eine neue Familie. © Foto: Sandra Lieke


Beinahe täglich tauchen Vermissstenmeldungen in der Facebook-Gruppe "Hundesuchhhilfe Team Franken" auf. Die meisten Vierbeiner sind nach Stunden oder wenigen Tagen wieder mit ihren Herrchen und Frauchen vereint. Völlig anders war es bei Bobby. Nachdem der Mischling in Ebermannstadt eingefangen wurde, stellte sich beim Auslesen des Mikrochips heraus: Seit November 2018 wird er vermisst, in mehr als 320 Kilometern Entfernung.

Seit August haben Anwohner in Rüssenbach den Collie-Griffon-Mix gefüttert. Zuvor hatten Kunden die Hundetrainerin Kerstin Schaub-Illing immer wieder auf den streunenden Hund aufmerksam gemacht. Die Inhaberin der "Frankenhund Hundeschule" aus Gößweinstein engagiert sich ehrenamtlich bei der Suche nach vermissten Hunden.

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Sandra Lieke, ebenfalls in der Hundesuchhilfe engagiert, stellte eine Lebendfalle in der Garage eines Anwohners auf, doch Bobby ging nicht hinein. Aber er kam immer wieder zur eingerichteten Futterstelle. "Näher als zwei Meter kam nie jemand an ihn heran", erzählt Kerstin Schaub-Illing, die sich auch auf Angsthunde und aggressive Hunde spezialisiert hat. Doch dann konnten die Tierschützer den Hund in der Garage umzingeln und einfangen.

In Thüringen gesichtet

Da in den Tierheimen Forchheim, Bamberg und Erlangen keine Kapazitäten frei waren, kam Bobby in das Tierheim Lichtenfels. Beim Auslesen des Chips, den jeder Hund vom Tierarzt eingesetzt bekommt, stellte sich heraus, dass der Mischling bereits seit dem 18. November 2018 vermisst wird.

"Er kam damals von einer Tierschutzorganisation aus dem Ausland und ist schon bei der Übergabe an seine neue Familie auf einem Parkplatz entlaufen", so Schaub-Illing. Anfang des Jahres war er im thüringischen Eichsfeld gesichtet worden, im Sommer in der Fränkischen Schweiz. Monatelang hatte die Familie aus Südniedersachsen auf eine Rückkehr gehofft. Dann adoptierte sie einen anderen Vierbeiner. Deshalb wird der vierjährige Bobby, wie er von den Rüssenbachern getauft wurde, nicht in den Norden zurückkehren.

"Ein richtiger Pausenclown"

Derzeit lebt er in einer Pflegestelle bei Sandra Lieke im Kreis Lichtenfels, sucht aber nach einem neuen Zuhause. "Er hat unheimlich schnell Vertrauen gefasst", berichtet sie, die neben einem Tierarzt- auch einen Hundefrisörbesuch mit ihm gemeistert hat. "Er ist ein megatoller Hund, der gefallen will. Er apportiert gerne und ist ein richtiger Pausenclown", beschreibt Lieke den Rüden.

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Das Team der Hundesuchhilfe gibt in der Facebook-Gruppe mit fast 8000 Mitgliedern immer wieder Tipps, wie man sich richtig verhält, wenn einem der Hund abhaut. Das kann passieren, wenn er jagen geht, einer läufigen Hündin nachgeht oder sich vor Silvesterböllern erschreckt.

"Zuerst heißt es Ruhe bewahren und nicht unbedingt hinterherlaufen", so Kerstin Schaub-Illing. Es sollte immer eine vertraute Person an dem Ort bleiben, an dem der Hund entlaufen ist. "Zu 80 Prozent kommen sie dahin zurück", so die Hundetrainerin, die empfiehlt, neben der Polizei, die auch einen Kontakt zum zuständigen Jäger herstellen kann, auch die umliegenden Tierärzte, Tierheime und das Ordnungsamt zu informieren.

Das Haustierregister informieren

Zudem sei es wichtig, die Anbieter Tasso und Haustierregister zu informieren, da dort die meisten Hunde registriert sind. "Es ist wichtig, dass unter der Chipnummer die aktuellen Kontaktdaten der Besitzer vermerkt sind, um sie im Notfall zu kontaktieren. Leider vergessen das viele, wenn sie einen Hund bekommen", so Schaub-Illing, die rät, dass möglichst auch am Wohnort eine vertraute Person wartet, wenn der Hund in der näheren Umgebung entlaufen ist. Viele Vierbeiner kehrten direkt nach Hause zurück.

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Zudem könne man über Tasso oder in Eigenregie einen Suchflyer erstellen und die Suchmeldung mit Postleitzahl und Handynummer in Facebook-Gruppen posten. Wenn der Hund länger weg ist, empfiehlt sie das Einrichten einer Futterstelle, zu der viele Hunde dann regelmäßig kommen und - wie bei Bobby - mit Hilfe einer Lebendfalle eingefangen werden können.

Wer einen streunenden Hund entdeckt, der sich problemlos anleinen lässt, sollte ebenfalls Polizei, Tierheime und -ärtze informieren und möglichst ein Foto machen. "Wenn der Hund unsicher ist, sollte man ihn nicht selbst einfangen, sondern lieber einen professionellen Trainer hinzuziehen", rät Schaub-Illing. "Die Gefahr ist groß, dass man sich sonst verletzt, weil viele Hunde sehr unsicher sind."

Wer Bobby ein neues Zuhause geben möchte, kann sich bei Sandra Lieke unter der Telefonnummer (01 74) 3 64 00 02 melden.


Hundefreunde aufgepasst: In unserer Facebook-Gruppe "Hundefreunde in Franken" können Sie über Ihre Vierbeiner diskutieren, philosophieren und Gassigeh-Termine vereinbaren. Unter diesem Link können Sie beitreten.

ANNIKA FALK-CLAUßEN

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