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Dienstag, 21.05.2019

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Ei, ei, ei: Das Osterprogramm im Pfalzmuseum Forchheim

Eier-Schau im Pfalzmuseum, Krippe im Pfalzgraben, Krippen in Kapelle - 20.04.2019 07:00 Uhr

Ein Bernstein-Ei von Vladimir Karius. © Udo Güldner


Erst Diamantschleifer, dann Architekt, zuletzt Feuerwehrmann. Vladimir Karius (61) hat in seiner sibirischen Heimat schon alles mögliche gemacht. Seit er vor 17 Jahren nach Nürnberg umgesiedelt ist, hat er sich ganz der Kunst verschrieben. In seiner Werkstatt entstehen Marmorbüsten, Wurzelholzplastiken und Gegenstände, die ihren Reiz der jahrhundertealten russischen Chochloma-Bemalung verdanken. Mit Schwarz und Rot werden florale Motive auf hölzernes Besteck oder Möbel aufgebracht.

"Ich muss meine Arbeiten anfassen können. Deshalb male ich nicht." In Forchheim sind der Künstler und seine Ehefrau Irina Zimmermann zum ersten Mal und haben ganz eigene Straußeneier mitgebracht. Die sind zwar nicht so wertvoll und filigran wie die goldenen des Juweliers Fabergé für die Zarenfamilie, aber nicht weniger faszinierend. 

Im Zentrum steht der Bernstein, in dem sich immer wieder kleine Insektenfossilien finden lassen. Eiszeitliche Überbleibsel, die Karius mittels eingefräster Gucklöcher und effektvoller Beleuchtung in Szene setzt.

Lebende Krippe im Pfalzgraben

Derweil haben es sich die Schafe in der Mittagssonne gemütlich gemacht. Die lebende Krippe im Pfalzgraben beherbergt auch Esel, die mit neugierigen Blicken die kleinen Besucher betrachten, die sich an der Hand ihrer Eltern hinunter an das Holzgatter wagen. Während droben in der Marienkapelle die Finsternis mit ihren eiskalten Fingern nach einem greift.

Passionskrippen in der Marienkapelle

Für die dramatischen Passionskrippen Karl-Heinz Exners (77) ist der kühle Kirchenraum genau das richtige. Sein Freund Rudolf Unterkircher aus Schwarzach in Vorarlberg hat ihm dazu extra besonders flaches Moos aus dem Walsertal mitgebracht.

Holzhasen beim Ostereiermarkt

Auch Herbert Bullheller (75) hat sich erstmals von Neudrossenfeld aus auf den Weg zum 14. Internationalen Ostereiermarkt gemacht. Seine originellen Holzhasen locken die Besucher magisch an. Der Rentner hat mit einer Laser-Bandsäge die putzigen Tierchen aus Baumscheiben von Eichen oder Erlen geschnitten.

Auch Herbert Bullheller (75) hat sich erstmals von Neudrossenfeld aus auf den Weg zum 14. Internationalen Ostereiermarkt gemacht. Seine originellen Holzhasen locken die Besucher magisch an. © Udo Güldner


Bullheller ist ein lustiger Vogel, das merkt man spätestens an diesem Satz: "Man muss nur die Form in den Computer eingeben, stets Holz nachschieben und zur Erholung ein Seidla trinken. Das nennt man dann Handwerkskunst." Dass da enorme Kräfte am Werke sind, kann man an der Rückseite der langohrigen Nager erkennen. Denn da hat die Hitze des Lasers ihre Spuren hinterlassen. Andere Spuren als die Natur, die faszinierende Maserungen geschaffen hat, die Bullheller das Herz aufgehen lassen, wie er berichtet.

Krone auf dem Brunnen

Beim Verlassen des Innenhofes fällt der Blick noch auf zwei ganz besondere Schmuckstücke. Christina König vom Pfalzmuseum hat sie gestaltet.Linkerhand überwölbt eine farbenprächtige Krone den Brunnen, der einst die fürstbischöfliche Sommerresidenz mit Wasser versorgte. Rechterhand flattern an einem Fichtenstamm einige "Pensala" im lauen Lüftchen. Damit und mit Papierblumen als symbolische Boten des Frühlings verzierte man die im Tal befindlichen Quellen, die gerade für die trockenen Hochflächen des fränkischen Karst überlebenswichtig waren.

Bis 28. April sind die Sonderausstellungen "Pensala und Brunnenputzen — Osterbräuche in der Fränkischen Schweiz" und "Ei, Ei, Ei" mit Exponaten aus der museumseigenen Ostereiersammlung sowie die Passionskrippen in der Marienkapelle und die lebende Krippe im Pfalzgraben zu besichtigen.

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Ei, Ei, Ei: Ostern im Forchheimer Pfalzmuseum

Kunstvoll verzierte Eier zum Bestaunen, aus den Tiefen eines Baumstammes geschnitzte Osterhasen, detaillierte Passionskrippen und ein eigener Osterbrunnen mit historischem Bezug: Während der Osterfeiertage und in den Osterferien ist in und rund um die Kaiserpfalz jede Menge geboten.


Öffnungszeiten täglich 9.30 bis18 Uhr. Im Eintritt von 2 Euro sind zudem die Dauerausstellungen des Hauses (Stadtmuseum, Archäologische Staatssammlung) enthalten. Der 14. Internationale Ostereiermarkt ist vom 20. bis 22. April geöffnet.

Außerdem gibt es Extra-Veranstaltungen: 16. April, 19 Uhr: Sonderführung durch die Sonderausstellungen; 13 bis 15 und 15.30 bis 17.30 Uhr: Indiacas filzen für Kinder ab sechs Jahren (nur mit Voranmeldung); 17. April, 9 bis 11 Uhr: Wie der Hase in den Ofen kam, Backerlebnis zu Ostern; 20. April, 11 bis 17 Uhr: Krippenbaumeister Karl-Heinz Exner gibt Tipps und Tricks zum Krippenbau; 20. April, 17 Uhr: Ostersingen mit dem Forchheimer Vokalensemble; 22. April, 14.30 bis 16 Uhr: Osterführung für Familien mit dem mittelalterlichen Herold (Voranmeldung erforderlich). Im Internet: www.kaiserpfalz.forchheim.de

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Udo Güldner

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