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Effeltrich: Gravierende Schäden an der Brücke

Gutachter hält eine Instandsetzung der Brücke "Mittlerer Bühl" nicht für vertretbar - 05.06.2019 09:51 Uhr

Die Schäden sind so schlimm, dass selbst die Figur des Heiligen Nepomuk Risse bekam. © Foto: Dagmar Niemann


Der Gemeinderat hat die Sanierung der Brücke "Mittlerer Bühl"" und die behindertengerechte Umgestaltung des Fußweges zwischen Pfarrheim und Jugendhaus beschlossen.

Das Ingenieurbüro Jobst (Lauf/Pegnitz) hat im März 2019 den Zustand der zweibogigen Sandsteinbrücke überprüft und dazu ein Gutachten erstellt. In der Sitzung erläuterte Gerhard Jobst, welche gravierenden Schäden vorliegen: Einzelne Quader des Mauerwerks sind abgesackt, so dass das statische Gefüge erheblich gestört ist. Durch Risse in der Fahrbahn und in der Brüstung ist Wasser eingesickert, was Feuchtstellen und Salzverkrustungen verursacht hat.

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Die nicht mehr funktionsfähige Abdichtung hat außerdem dazu geführt, dass die Betonoberfläche der Gewölbeverstärkung an einigen Stellen bereits abgeplatzt ist. Die Höhe der Brüstung und der Ersatz des fehlenden Geländer-Teilstückes durch einen Handlauf entsprechen nicht mehr den heutigen Vorschriften. Zusammenfassend stellte der Gutachter fest, dass die Standsicherheit und die Verkehrssicherheit der Brücke erheblich beeinträchtigt sind. Das bedeute, so Jobst, dass eine Instandsetzung äußerst umfangreich und wirtschaftlich nicht mehr vertretbar sei: Er empfehle, die Brücke kurzzeitig durch ein neues Bauwerk mit Stahlkonstruktion zu ersetzen.

Der Heilige Nepomuk hat Risse und steht unter Denkmalschutz

Die Brücke, insbesondere die Brüstung und vor allem auch die Brückenfigur des Heiligen Nepomuk, stehen unter Denkmalsschutz. Den Gutachtern war auch ein vertikaler Riss durch den Kopf der Heiligenskulptur aufgefallen. Vertreter des Bauamtes hatten deshalb vor einigen Tagen vorsorglich den vorderen Teil des Kopfes abgenommen und in Sicherheit gebracht. Die Heiligenfigur muss in jedem Fall restauriert werden, aber auch die Brücke selbst soll möglichst weitgehend ihr Aussehen bewahren.

Eine Stahlkonstruktion könnte mit Sandstein verkleidet werden. Damit sei, laut Gerhard Jobst, die Sicherheit gewährleistet; dennoch empfahl er, die Brückenüberquerung nur noch für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 2,5 Tonnen zuzulassen. Das dürfte kein Problem sein, da man auch durch die Lindenstraße auf die Hauptstraße gelangen kann. Nach den voraussichtlichen Kosten befragt, sprach Jobst von 400.000 bis 500.000 Euro. In Bezug auf einen möglichen Zeitplan meinte er, dass wohl im Frühjahr 2020 mit dem Bau begonnen werden könne, falls man die Planungen demnächst in Angriff nehme und die Ausschreibung im Herbst erfolge.

Die Gemeinderäte beschlossen einstimmig, dass so vorgegangen wird. Der Verwaltung erteilten sie den Auftrag herauszufinden, wie viel Fördergelder es vom Landesamt für Denkmalpflege gibt oder ob ein Antrag bei der Städtebauförderung günstiger wäre.

 

  

DAGMAR NIEMANN

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