Donnerstag, 12.12.2019

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Ebermannstadt überlegt Marktplatz für Autos zu sperren

Innenstadt soll attraktiver für Touristen und Einheimische werden - 12.11.2019 19:15 Uhr

Der Marktplatz ist das Herz der Altstadt. Eines der Ziele ist es, es kräftig zum Schlagen zu bringen. Hierfür haben die Stadträte in der Vergangenheit beispielsweise Vorgaben erlassen, wie der Platz gestaltet werden soll. Jetzt stehen neue Ideen im Raum. © Foto: Athina Tsimplostefanaki


Beim Tourismus? "Da haben wir Luft nach oben", sagt Andreas Kirchner, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, also dafür, wie die Stadt bei Bürgern und Gästen wahrgenommen wird. Die Darstellung nach außen, sie soll regionaler werden, sagt Kirchner, der dabei den Kunden fest im Blick hat: "Es ist der Tagestourist, von dem Ebermannstadt lebt." Die B 470 sei für den Tagesgast Türöffner und Barriere zugleich.

Türöffner deshalb, weil die Bundesstraße die Touristenkarawanen in Richtung Fränkische Schweiz direkt an der Stadt vorbeiziehen lässt, und Barriere, weil die Ausflügler auf ihr an der Ebermannstädter Altstadt einfach vorbeifahren, ohne eine Ahnung davon zu haben, was sie im Stadtkern erwartet. So beschreibt es Kirchner. Geht es nach den Plänen der Stadt, soll damit Schluss sein.

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Das ehemalige Gasthaus "Zum Bayerischen" an der B 470 könnte sich in eine Touristeninformation verwandeln, "die die Durchreisenden in Empfang nimmt und in die Stadt leitet", sagt Kirchner. Nicht nur Informationen, sondern auch fränkische Produkte könnten die Gäste dort erhalten - in einem Regionalladen.

Mit dem Auto bis auf den Marktplatz fahren können die Touristen in den Sommermonaten nicht mehr. Er wäre gesperrt, würde umfahren werden. Offen sei, bereits die Hauptstraße für den Verkehr zu sperren, eine Fußgängerzone entstünde.

Das sind jedenfalls die Überlegungen, die künftig die Lenkungsgruppe im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek) beschäftigen wird. In der Gruppe sind Vertreter aller Stadtratsfraktionen und Bürger aus Ebermannstadt vertreten. Am Ende entscheidet der Stadtrat darüber.

Die Ideen sind Teil einer neuen Isek-Arbeitsgruppe mit dem Titel "Tourismus", die sich noch gründen soll, so die Idee von Kirchner. Die neue Gruppe brauche es, "weil Ebermannstadt ein ganzheitliches Konzept für den Tourismus fehlt". Es sei nicht klar, wohin sich die Stadt entwickeln soll. Diese Woche kommt die Lenkungsgruppe zusammen und wird über dieses Thema beraten.

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Ein gesperrter Marktplatz bedeutet auch, dass die Parkplätze dort während der Sommermonate nicht mehr zur Verfügung stehen. "Im Gegenzug gibt es im Winter möglicherweise mehr Parkplätze." Am Ende verspricht sich die Stadt ein Mehr an Aufenthaltsqualität. Wer im Café sitzt, will im Rücken nicht den Autoverkehr haben, sagt Kirchner. "Wenn das funktioniert, wäre das eine tolle Sache. Nicht nur, aber auch für den Tourismus." Kirchner kann sich eine Testphase vorstellen. Einen Platz in der Nähe sollen Touristen mit einem Parkleitsystem finden, das es noch zu überarbeiten gelte.

Ohne Plan kein Geld. So lässt sich die Idee eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek) zusammenfassen. Für Maßnahmen, zusammengetragen aus Bürgerwünschen, winkt nur dann Fördergeld, sofern sie im Konzept verankert sind. In Ebermannstadt ist das Isek-Konzept 2016 vom Stadtrat mit 115 Maßnahmen verabschiedet worden. Für die gewählten Politiker ist es "ein Leitfaden für die tägliche Arbeit", so Öffentlichkeitsbeauftrager Andreas Kirchner.

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